Hakel an Mitterlehner: Wirtschaftsförderung 2.0: Subventionen müssen sich der Realität anpassen
Wien (OTS/SK) - Im Rahmen des heutigen Wirtschaftsausschuss
richtete SPÖ-Bereichssprecherin für Kreativwirtschaft Elisabeth Hakel
die Frage an Bundesminister Reinhold Mitterlehner, inwieweit sich die
Konzepte der Wirtschaftsförderung laufend an die neuen Realitäten
anpassen würden. "Wirtschaft findet zunehmend im entgrenzten Raum
statt. Standortbezogene Förderungen hätten gerade für Unternehmen im
Kreativ- und Innovationsbereich nur noch wenig Sinn, da der Großteil
der Arbeit digital und ortsungebunden geschehe", so Hakel am Freitag
gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Österreich habe im deutschsprachigen
Raum großen Nachholbedarf. ****
"Die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung
wurde 2008 gestartet. Schätzungen zufolge hat dieser Bereich im Jahr
2008 mit 63 Mrd. Euro zur Bruttowertschöpfung beigetragen und lag
damit noch vor der Chemischen Industrie. Die Umsätze der Kultur- und
Kreativwirtschaft lagen bei rund 132 Milliarden Euro. 238.000
Unternehmen und eine Million Erwerbstätige sind in diesem
Wirtschaftszweig tätig; besonders bemerkenswert ist auch der mit
zirka 40 Prozent hohe Anteil erwerbstätiger Frauen. Die Quote der
Selbständigen ist mit 28 Prozent außergewöhnlich hoch. Experten gehen
von einer weiterhin positiven Wirtschaftsentwicklung für die Kultur-
und Kreativwirtschaft aus", zitiert Hakel den Bericht über die
Situation in Deutschland.
Um diesen Wirtschaftssektor dauerhaft in Österreich zu verankern
müsse jetzt gehandelt werden. "Kommunen brauchen bei der
Standortattraktivierung Hilfe vom Bund, da das Bewusstsein für diesen
sensiblen Bereich oftmals fehlt. Das Bundesministerium für Wirtschaft
ist daher dringend aufgefordert, seine Konzepte zu überdenken und
Verbesserungen auf beiden Seiten - sowohl bei der Unterstützung der
Kommunen als auch bei den Förderungsmöglichkeiten - vorzuschlagen",
fordert Hakel. "Den bisherigen lokalen und regionalen Initiativen
fehlt es an einer bundesweiten Koordination, die etwa auch die
Know-How-Sicherung übernehmen könnte. Wirtschaft ändert sich ständig
und darauf sollte auch das Wirtschaftsministerium reagieren",
schließt die SPÖ-Abgeordnete. (Schluss) sa/sv/mp
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