- 14.11.2010, 12:37:32
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Jugendliche - die ersten Opfer der Wirtschaftskrise und die Hauptopfer der Sparpolitik
Familienbeihilfen-Streichung für Arbeitslose: "So macht man Langzeitarbeitslose"
Wien (OTS/ÖGB) - "Die Jugendlichen auf Jobsuche scheinen dem
Familienminister nicht besonders am Herzen zu liegen, denn es war ihm
nicht einmal eine Erwähnung wert, dass er auch ihnen die
Familienbeihilfe streichen will, so wie auch vielen Studierenden",
kritisiert Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen
Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), den heutigen Auftritt von Minister
Reinhold Mitterlehner in der ORF-Pressestunde. Damit werde die aktive
Arbeitsmarktpolitik deutlich erschwert.++++
Dass die Streichung der Familienbeihilfe den Studierenden 2.700 Euro
im Jahr kosten soll, kann nicht oft genug wiederholt werden, aber, so
Michlmayr, "es gibt noch weitere Opfer, von denen viel zu wenig die
Rede ist: Die Familienbeihilfe soll auch den Arbeit suchenden jungen
Menschen zwischen 18 und 21 weggenommen werden. Das trifft besonders
AbsolventInnen von BMHS, etwa Handelsschulen und -akademien, die nach
dem Schulabschluss auf Jobsuche gehen, aber keinen Anspruch auf
Arbeitslosengeld haben." Diese Jugendlichen können vom AMS nur schwer
erreicht werden, da sie sich in vielen Fällen nicht arbeitslos
melden, da sie ohnehin keinen Anspruch auf Arbeitslosengeldbezug
haben. Wer aber schon in jungen Jahren arbeitslos ist, dessen Risiko
ist deutlich höher, im Laufe des Lebens immer wieder arbeitslos zu
werden. Michlmayr: "So macht man Langzeitarbeitslose."
Auch wenn ein Jugendlicher oder eine Jugendliche die Lehre
abschließt, soll künftig gleich danach die Familienbeihilfe
wegfallen. Bisher wurde sie in der dreimonatigen Behaltefrist
weiterbezahlt - mit gutem Grund, so Michlmayr: "Denn diese Zeit ist
dafür gedacht, dass sich die ausgelernten Lehrlinge um eine passende
Stelle als ausgelernte Fachkraft umschauen können."
Die Gewerkschaftsjugend fordert eine Budgetkonsolidierung, die nicht
unverhältnismäßig zulasten der Jugend geht. "Erst recht dürfen nicht
jene Jugendlichen die Zeche bezahlen, die eine Lehre absolviert,
währenddessen Sozialversicherungsbeiträge eingezahlt haben, und im
Zuge der Wirtschaftskrise als erste auf die Straße gesetzt wurden.
Wer ausgerechnet bei jungen Menschen ohne Job spart, dem sind 250.000
armutsgefährdete Kinder und Jugendliche unter 19 offenbar noch immer
nicht genug", so Michlmayr.
Rückfragehinweis:
ÖGB Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
[email protected]
0664 301 60 96
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