- 09.11.2010, 14:11:01
- /
- OTS0213 OTW0213
ÖGB: Brauchen mehr "gesunde Arbeitsplätze"
Altersteilzeit ist effizientes Modell, damit Menschen länger im Erwerbsleben bleiben
Wien (OTS/ÖGB) - "Bevor wir überlegen, wie wir diejenigen
belohnen, die freiwillig später in Pension gehen als sie könnten,
müssen wir dafür sorgen, dass mehr Menschen auch im Alter noch gesund
genug sind, um bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter überhaupt
arbeiten zu können", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar zur wiederholten
Forderung der Wirtschaftskammer nach einem Pensions-Bonus. "Ich bin
nicht prinzipiell gegen einen solchen Bonus, aber zuerst muss die
Wirtschaft viel mehr alternsgerechte Arbeitsplätze zur Verfügung
stellen und der betrieblichen Gesundheitsförderung gerecht werden",
fordert Foglar. Laut Sozialministerium gehen in Österreich derzeit 40
Prozent aller InvaliditätspensionistInnen und 30 Prozent sämtlicher
PensionistInnen direkt aus der Arbeitslosigkeit in den Ruhestand.++++
Um länger arbeiten zu können, reiche der gute Wille von
ArbeitnehmerInnen daher allein nicht aus, es müssten auch die
Unternehmen sein, die entsprechende Arbeitsplätze anbieten. "Wenn man
über 60 Jahre alt ist und noch einen Arbeitsplatz hat, kann man das
heute an sich schon fast als Bonus ansehen. Denn gerade in
Produktionsbetrieben sind kaum über 60-jährige ArbeitnehmerInnen zu
finden", sagt Foglar. "Die Quote älterer Menschen, die noch arbeiten,
ist in Österreich deutlich unter dem europäischen Schnitt. Das liegt
nicht daran, dass die Älteren in Österreich nicht mehr arbeiten
wollen, es liegt daran, dass zu wenig dafür getan wird, dass Menschen
auch im Alter noch gesund genug zum Arbeiten sind." In Österreich
hatten im Vorjahr laut Eurostat nur 41,1 Prozent der 55- bis
64-Jährigen einen Arbeitsplatz, EU-weit hingegen 46 Prozent.
Altersteilzeit: Kosten gehen trotz reger Inanspruchnahme zurück
Die Altersteilzeit verteidigt Foglar: "Dass die Altersteilzeit ein
wichtiges Element der aktiven Arbeitsmarktpolitk ist, sieht offenbar
auch die Wirtschaft so. Denn obwohl die Unternehmen seit der
Neuregelung im Jahr 2009 einen höheren Anteil der Kosten zu tragen
haben als zuvor, haben seitdem um fast ein Fünftel mehr
ArbeitnehmerInnen die Altersteilzeit angetreten als ein Jahr zuvor",
sagt Foglar. Trotz steigender Zahl an Neuzugängen ist die
Gesamtbelastung für das AMS-Budget rückläufig: Die Gesamtausgaben für
die Altersteilzeit werden trotz der regen Inanspruchnahme heuer um 15
Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahres liegen.
Die Neuregelung hat außerdem zu einem Rückgang der
Blockzeitvereinbarungen und einer deutlichen Erhöhung von
Gleitzeitregelungen geführt. Vor der Reform nutzten drei Viertel die
Blockvariante und nur ein Viertel die gleitende Altersteilzeit. Das
hat sich beinahe umgedreht - nun nutzen fast 60 Prozent den
gleitenden Übergang in die Pension. "Somit sollte klar sein: Die
Altersteilzeit muss bestehen bleiben, weil sie den Menschen
ermöglicht, länger im Erwerbsleben zu bleiben.", so Foglar.(fk)
Rückfragehinweis:
ÖGB-Presse
Nani Kauer
(01) 534 44 39261
[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB






