• 19.10.2010, 15:58:03
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Graf: Regierung erntet mit Uni-Protesten Lohn für verpfuschtes Gesetz

Tiefgreifende Reformen dringend nötig - Unis verkommen zu Ausbildungseinrichtungen für die finanzielle Oberschicht

Wien (OTS) - "Die Regierung erntet mit den Protesten an den
Universitäten den Lohn für die völlig verpfuschte Reform des
Universitätsgesetzes im letzten Jahr", erklärt der
FPÖ-Wissenschaftssprecher NAbg. Martin Graf anlässlich der heutigen
Vollversammlungen an den Hochschulen. "Es war absehbar, dass die
zunehmende Verschulung der Universitäten zu weiteren Probleme führen
wird. Anstatt hier endlich gegenzusteuern, haben ÖVP und SPÖ für
viele Studien untaugliche Bologna-Prinzip in Stein gemeißelt",
kritisiert Graf.

Es gehe zur Sicherung der Bildung nicht nur, aber auch ums Geld. "Wir
brauchen die von uns längst geforderte Universitäts-Milliarde bis
2015, aber wir brauchen auch tiefgreifende Reformen. Und hier sind
auch die Rektoren an der Pflicht, die sich heute in aktionistischer
Manier den Studenten anschließen, anstatt ihre Hausaufgaben zu
erledigen", stellt Graf fest. Es sei etwa völlig unverständlich,
warum sich die Mehrheit der Rektoren so sehr gegen die
studienplatzbezogene Finanzierung sperre. "Wenn man klar vorrechnet,
was ein Studienplatz kostet, kann man von der Politik auch das
Bekenntnis einfordern, Bildung in jenem Ausmaß zu finanzieren, in dem
die jungen Menschen sie in Anspruch nehmen wollen."

Er gewinne langsam den Eindruck, dass die Wissenschaftsministerin in
Zusammenarbeit mit manchen Rektoren wild entschlossen sei, die
Universitäten gegen die Wand fahren zu lassen, ergänzt Graf. "Die
Ministerin hungert die Unis finanziell aus. Die Rektoren schreien
nach möglichst vielen Zugangshürden und gleichzeitig nach
Studiengebühren. Am Ende bleibt der freie Hochschulzugang auf der
Strecke, und die Unis verkommen zu Ausbildungseinrichtungen für die
finanzielle Oberschicht", skizziert Graf das drohende Szenario.

Rückfragehinweis:

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