- 14.10.2010, 18:50:25
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Österreichs Nationalparks im Fokus Tourismusausschuss befasst sich mit Tourismus im Nationalpark
Wien (PK) - In seiner heutigen Sitzung befasste sich der
Tourismus-Ausschuss des Nationalrats im Rahmen einer aktuellen
Aussprache mit dem Thema Nationalparks. Als Experten waren dazu
der Bürgermeister von Matrei, Andreas Köll, und der Direktor des
Nationalparks Hohe Tauern, Peter Rupitsch, geladen.
Staatssekretärin Christine Marek kam auf die touristische Ebene
des gegenständlichen Themas zu sprechen. Die Natur sei ein
absoluter Anziehungspunkt für den Tourismus, und die sechs
Nationalparks vom Seewinkel zu den Hohen Tauern berührten
verschiedene Aspekte des Tourismus, sagte sie. Konkret verwies
sie darauf, dass 451 Mio. Euro durch Nächtigungen und 29 Mio.
Euro durch TagestouristInnen in den Nationalparks erzielt würden.
Es sei nun die Aufgabe, unter den bestehenden Rahmenbedingungen
das touristische Potential unter Berücksichtigung des
Umweltschutzgedankens auszuschöpfen. Diesem Thema habe sich eine
eigene Taskforce im Ministerium gewidmet. Als eine der
wesentlichen Schlussfolgerungen sei der Tourismus in der neuen
österreichischen Nationalparkstrategie enthalten. 11 Mio. Euro
würden für die Nationalparks seitens des Bundes zur Verfügung
gestellt, und es gebe einen ständigen Dialog zwischen dem
Ministerium, den Nationalparks und den TouristikerInnen.
Abschließend verwies die Staatssekretärin auf die entsprechenden
Aktivitäten der Österreich-Werbung.
Köll und Rupitsch erläuterten Details zum Nationalpark Hohe
Tauern, der ein Gebiet von 1850 qkm in Tirol, Salzburg und
Kärnten einnehme. Hier gebe es verschiedene Aufgaben, die von
Bildung und Wissenschaft über Umweltschutz bis zum Tourismus
reichten. Die aktuelle Frage laute: Wie kann man die
Nationalparks noch besser touristisch nutzen, wie kann man den
BesucherInnen ein noch besseres Naturerlebnis bieten.
Man müsse den Sommertourismus massiv aufbauen, da Nationalparks
nur im Sommer besuchbar seien. Zudem gelte es zu zeigen, dass ein
sanfter Tourismus wirklich funktioniert.
Abgeordneter Franz Hörl (V) meinte, es sei essentiell für den
Fortbestand der Nationalparks, dass diese auch ökonomisch
florierten, denn die dort lebende Bevölkerung müsse eine
Perspektive haben, und dafür sei unabdingbar, dass es eine
ökonomische Entwicklung gebe. Gerade bei der Produktentwicklung
könne hier noch viel getan werden.
Abgeordnete Gabriela Moser (G) berichtete von ihren positiven
Erfahrungen mit dem sanften Tourismus und regte an, die
Kooperation mit der ÖW weiter zu verbessern, denn es sei in
erster Linie eine Frage der Information der Menschen, dass diese
in den Nationalpark kommen.
Abgeordneter Gerhard Huber (B) verwies darauf, dass die
Verwaltung des Nationalparks Hohe Tauern derzeit dreigeteilt sei
- gemäß der Bundesländer -, was die Frage aufwerfe, ob diese
nicht auf eine reduziert werden könne, wie man sich überdies über
Einsparungspotentiale Gedanken machen sollte. Abgeordneter Roman
Haider (F) wollte wissen, ob eine Umschichtung der Mittel, die
den Nationalparks zur Verfügung stehen, für die zur Rede
stehenden Zwecke dienlich seien. Abgeordneter Josef Auer (S)
dankte für die Informationen, da diese eine neue Sichtweise auf
die Thematik ermöglichten. Je besser die Nationalparkidee
umgesetzt werde, desto besser funktioniere der Tourismus, sagte
er. Österreich habe "Naturkompetenz", und dieses Faktum müsse man
in den Köpfen der Menschen verankern. Abgeordnete Heidrun Silhavy
(S) kam auf Leitprojekte für sanften Tourismus zu sprechen und
meinte, dass es wirtschaftlich wichtig sei, den Tourismus
auszubauen, da er Arbeitsplätze sichere bzw. schaffe. Zudem
sprach sie die Frage einer Entzerrung der europäischen
Ferienordnung an.
Abgeordnete Elisabeth Hakel (S) verwies auf Infrastrukturprobleme
in den Nationalparks und meinte, man müsse sich die Frage
stellen, wie bekomme man Leute in die Parks, wenn es keinen
öffentlichen Verkehr gibt. Auch sei es schlecht, dass
SchitourengeherInnen durch die Nationalparks behindert würden, da
sie eine wichtige Einnahmequelle darstellten. Schließlich sollte
man sich fragen, wie gehen Betriebe und Gemeinden mit den
Herausforderungen um.
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V) erklärte, auch bei sanftem
Tourismus müsse man den Leuten einiges bieten, um sie in die
jeweilige Region zu bekommen. Man müsse erkennen, dass
Nationalparks eben auch Wertschöpfung bedeuten, dann nämlich
böten sie beachtliches Potential, allerdings brauche es dafür
entsprechende Infrastruktur.
Abgeordneter Erwin Preiner (S) sagte, man dürfe auch die
Naturparks nicht vergessen, und Abgeordneter Heribert Donnerbauer
(V) berichtete über die Erfahrungen mit dem Nationalpark
Thayatal.
Marek erklärte, Österreich arbeite an einer Entzerrung der
europäischen Ferienordnung. Ziel sei es, eine Erhebung des Ist-
Zustandes zu erreichen, um auf dieser Basis reagieren zu können.
Zudem äußerte sich die Staatssekretärin zu Fragen der Naturparks.
Lehrberufe im Tourismus sollen attraktiver werden
Sodann befasste sich der Ausschuss mit einem Fünfparteien-Antrag
zur Attraktivierung von Lehrberufen in der Tourismusbranche.
(1236/A[E])
Abgeordneter Stefan Markowitz (B) erläuterte den Inhalt des
Antrags und meinte, es gehe darum, diesen so wichtigen
Wirtschaftszweig auch für Lehrlinge attraktiver zu gestalten,
wofür die in diesem Antrag angeregten Maßnahmen umgesetzt werden
sollten. Abgeordnete Birgit Schatz (G) regte an, dem Ministerium
einen zeitlichen Horizont für die Umsetzung dieser Maßnahmen nahe
zu legen. Abgeordneter Roman Haider (F) verwies auf die hohe
Jugendarbeitslosigkeit - zahlreiche Jugendliche könnten keine
Lehrstelle finden - und meinte, es brauche eine Trendwende, da im
Tourismus pro Jahr tausend Lehrstellen unbesetzt blieben.
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V) sagte, man solle sich
fragen, woran es liege, dass viele Menschen aus dem Tourismus
wieder aussteigen. Man müsse am Image der Branche arbeiten.
Abgeordnete Rosa Lohfeyer (S) verwies auf reale Probleme, die
erst analysiert werden müssten, um auf diesem Gebiet zu einem
befriedigenden Resultat zu kommen. So gelte es beispielsweise, in
der Ausbildung manche Dinge, wie Sprachen, Rhetorik, Internet zu
hinterfragen. Abgeordnete Heidrun Silhavy (S) meinte, der Antrag
bedeute einen Schritt in die richtige Richtung und biete
Gelegenheit, sich intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Staatssekretärin Christine Marek sicherte die Kooperation ihres
Hauses bei den Beratungen zum Thema zu.
Der Antrag wurde einstimmig angenommen. (Schluss)
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