• 14.10.2010, 10:55:25
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Bayr zu Mehrweg-Flaschen: Unlautere Argumentation von WKÖ und IV

Konsumenten mit Mehrweggebinden finanziell entlastet - Neue Arbeitsplätze durch heben der Mehrwegquote

Wien (OTS/SK) - "Offensichtlich gehen den Vertreterinnen und
Vertretern von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung die
sachlichen Argumente gegen die gesetzlichen Quoten für Mehrweggebinde
aus. Nur so ist zu erklären, dass sie mit irreführenden Begriffen und
Zahlen hantieren, wenn es darum geht, Gesetze für den Schutz von
Ressourcen, Abfallvermeidung, Energiesparen und die finanzielle
Entlastung der Konsumenten zu machen", zeigt sich
SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr über deren unlautere Argumente
verärgert. "Ein Bonus-Malus-System, das pro Handelsbetrieb eine
Überzahl von Einweggebinden finanziell schlechter stellt und
Mehrwegflaschen im Gegenzug fördert, hat weder etwas mit einer Steuer
zu tun, noch führt ein solches Lenkungsmodell zu einer Mehrbelastung
der Konsumenten", stellt Bayr am Donnerstag gegenüber dem
SPÖ-Pressedienst klar. ****

Die Killerargumente "Massensteuer" und "Belastung für den
Konsumenten" sind an den Haaren herbeigezogen, das Gegenteil ist der
Fall: "Momentan werden Konsumenten, die oft zum Einweggebinde greifen
müssen, dreimal finanziell belastet", rechnet die Umweltsprecherin
vor:

1. Sie zahlen jedes Mal wieder für die Herstellung einer neuen
Flasche.
2. Für jede Flasche, die letztendlich Müll wird, muss eine
ARA-Lizenzgebühr abgeführt werden, die dem Konsumenten
weiterverrechnet wird.
3. Aufgrund der steigenden Anzahl von Einwegflaschen landen immer
mehr davon dort, wo sie nicht hingehören: im Restmüll oder sogar in
der Umwelt. Es entstehen hohe Kosten für die Entsorgung.

All diese Kosten fallen bei Mehrweg nicht an, diese Flaschen können
20-40 mal wiederverwendet werden.

"Berechnungen von Dr. Vogel von der WU Wien zeigen klar, dass eine
Konsumentin für 100 Euro bis zum Jahr 2009, wo es Coca Cola noch in
der 1,5 Liter PET-Mehrwegflasche gegeben hat, noch 116 Liter Cola
bekommen hat und dabei nur 0,6 kg Abfall entstanden sind. Seit es
Cola nur noch in der Einwegflasche gibt, bekommt man für dieselben
100 Euro nur noch maximal 110 Liter von dem Getränk. Außerdem fallen
dabei zwischen 2,8 und 4 kg Abfall an. Der Vergleich sollte auch die
WKÖ und die IV sicher machen", so Bayr.

Das Heben der Mehrwegquote würde auch kleinen Getränkeanbietern
entgegenkommen und österreichweit etwa 6.000 Arbeitsplätze sichern
bzw. neu zu schaffen. "Anstatt die regionalen österreichischen Klein-
und Mittelbetriebe zu unterstützen, die von einem
Mehrweg-Bonus-Modell profitieren würden, vertritt die WKO nur die
Position der internationalen Großkonzerne. Diese produzieren zumeist
nicht in der Region, sondern wollen Einweggetränke verkaufen, die
häufig von weit her transportiert werden. Damit wird die regionale
Getränkewirtschaft zerstört, da sich kleine und mittlere Unternehmen
von der WKÖ forcierten Umstieg auf Einweg nicht leisten können",
kritisiert Bayr die Wirtschaftskammer.

Freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie wirkungslos -
klare gesetzliche Rahmenbedingungen gefordert

Bei der anstehenden Novellierung des Abfallwirtschaftsgesetzes geht
es um die Umsetzung einer EU-Richtlinie, die klar die
Abfallvermeidung in den Mittelpunkt der politischen Bemühungen
stellt. "Die Verwendung von Mehrwegflaschen ist Abfallvermeidung
schlechthin und die unzureichenden Regelungen in einer 'freiwilligen
Selbstverpflichtung der Industrie' haben dazu geführt, dass der
Anteil von Einweggebinden drastisch gestiegen ist. Von
Abfallvermeidung kann also keine Rede sein. Es braucht wieder klare
gesetzlich Rahmenbedingungen.", fordert Bayr. "Darüber hinaus ist die
Verwendung von Mehrwegflaschen eine Maßnahme, die den kleinen,
regionalen Getränkeanbietern entgegenkommt. Alle sind sich einig
darüber, dass die Konsumenten regionale Produkte bevorzugen, genau
hier sind Mehrweggebinde unschlagbar", so Bayr. (Schluss) sa/mo/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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