• 24.09.2010, 10:10:22
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NGOs gegen Verbund-Kapitalerhöhung: Keine Steuergelder für Flusszerstörung!

Wien (OTS) - - Mehr Wasserkraft hat KEINE Effekte für Österreichs
Klimaschutz und macht uns NICHT energieautark!
-Naturjuwele im In- und Ausland dadurch massiv gefährdet!
-Mogelpackung Verbund: NGOs fordern Offenlegung aller Projekte und
Investitionen
-NGOs fordern Sonderprüfung des Verbund-Konzerns durch den
Rechnungshof
-E-Petition gestartet: http://www.fluessevollerleben.at/petition

Anlässlich der Verbund-Hauptversammlung protestieren heute führende
heimische Umwelt-NGOs - Umweltdachverband, Forum Wissenschaft &
Umwelt, WWF, Österreichisches Kuratorium für Fischerei und
Gewässerschutz - gegen die 510 Mio. schwere Kapitalerhöhung für den
Verbund aus dem Republiksbudget. "Während anderswo Energie-Konzerne
zur Budgetsanierung beitragen, reißt diese Finanzspritze für den
reichen Staatskonzern Löcher in die Geldbörsen der SteuerzahlerInnen
und unterminiert noch dazu den Naturschutz! Denn Verbund-Chef
Wolfgang Anzengruber will mit dem Geld u.a. Wasserkraftwerke bauen,
die zum Teil intakte Flusslandschaften zerstören würden - was auch
angesichts der von Österreich umzusetzenden EU-Gewässerschutzpolitik
ein Skandal ist!", sagt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des
Umweltdachverbandes. Die NGOs fordern daher, dass die Kapitalerhöhung
zurückgestellt wird bis konkrete Projekte wie auch die bundesweiten
Kriterien für den weiteren Ausbau der Wasserkraft vorliegen.

Mehr Wasserkraft ist kein Beitrag für erneuerbare Energiezukunft
Faktum ist, dass die derzeit in Bau befindlichen Kraftwerke Limberg
II und Reißeck II reine Cash-Cows sind. "Diese riesigen
Pumpspeicherkraftwerke werden künftig mit billigem Strom u.a. aus
Atom- und Kohlekraftwerken betrieben und tragen de facto nichts zur
Versorgungssicherheit in Österreich bei, da sie fast ausschließlich
Spitzenstrom liefern, der exportiert wird. Das als Zeichen für den
Ausbau der Erneuerbaren und als sauberen Strom zu bezeichnen ist
unverantwortlich. Fest steht, dass mehr Wasserkraft unsere letzten
naturnahen Flüsse zerstört, keine Effekte für Österreichs Klimaschutz
hat und uns nicht energieautark macht!", betont Christoph Walder,
WWF-Kampagnenleiter "Flüsse voller Leben".

Verbrauchszuwachs frisst Wasserkraft und zerstört Landschaft
Selbst bei Vollausbau könnte die Wasserkraft nicht einmal den
derzeitigen rapide steigenden Stromverbrauch (bis zu 2.000 GWh pro
Jahr) decken. "Wir müssen den Stromverbrauch senken und nicht
Flusslandschaften zerstören!", stellt Reinhold Christian, Präsident
des Forums Wissenschaft und Umwelt, klar.

Verbund predigt Klimaschutz und baut fossile Großkraftwerke
Während der Verbund-Chef medial Klimaschutz propagiert, ist von
Treibhausgas-Einsparung in seiner Konzern-Strategie nichts zu
bemerken, im Gegenteil: "Mit dem Bau des fossilen
850-MW-Mega-Kraftwerks Mellach, das jährlich 5.000 GWh Strom
produzieren und mehr als 2 Mio. Tonnen CO2 ausstoßen wird, zementiert
der Verbund seine Stellung als einer der größten
Treibhausgasemittenten Österreichs, der keine zukunftsfähigen
Konzepte für eine erfolgreiche Energiezukunft unseres Landes zu
bieten hat", betont Heilingbrunner.

Energieeffizienz schafft bis zu vier Mal mehr Arbeitsplätze als
Kraftwerksbau
Die Österreichische Energieagentur (AEA) errechnete 2008, dass allein
durch die Umsetzung der EU-Energiesparrichtlinie 380.465
Jahresarbeitsplätze gesichert werden können. Während der Bau und der
Betrieb von Kraftwerken äußerst geringe Arbeitsplatzeffekte haben,
stimulieren Investitionen in Effizienzmaßnahmen auch andere
Wirtschaftssektoren. "Die 510 Millionen wären anderswo besser
aufgehoben! Würde die Regierung diese Summe in zukunftsfähige Modelle
wie Energie-Contracting, Effizienzsteigerungsmaßnahmen wie Thermische
Sanierung, oder in die seit langem notwendige Ankurbelung der
Solarwirtschaft investieren, hätte dies riesige volkswirtschaftliche
Effekte - und das langfristig und ohne Naturzerstörung",
unterstreicht Walder.

NGOs fordern Offenlegung der Verbund-Machenschaften und
RH-Sonderpüfung
"Es ist offensichtlich, dass der Verbund die millionenschwere
Kapitalerhöhung braucht, um die Finanzlöcher der Auslandstöchter in
Frankreich, Italien und in der Türkei zu stopfen, und um den Ankauf
der bayerischen Wasserkraftwerke um fast 1,4 Mrd. Euro im Nachhinein
zu finanzieren. Außerdem werden mit dem Geld der SteuerzahlerInnen
Lobbying und PR-Aktivitäten des Verbunds finanziert, die in vielen
Fällen die Interessen von BürgerInnen unterminieren", so
Heilingbrunner.

Die NGOs fordern daher:

- Offenlegung aller Projekte und Investitionen des Verbundes, die mit
den 510 Mio. Staatsgeld finanziert werden sollen
- Offenlegung aller Berater- und Lobbyistenhonorare sowie
Werbeaufwendungen des Verbundes der letzten zwei Jahre
- Eine Sonderprüfung der Finanzgebarung des Verbundes durch den
unabhängigen Rechnungshof
-Keine neuen Wasserkraftwerke in ökologisch sensiblen
Flussabschnitten und in Schutzgebieten!

Offen sind zudem noch beträchtliche Zahlungen im Rahmen der
Cross-Border-Geschäfte, wie z.B. für das Kraftwerk Freudenau. "Um
Licht ins Dunkel all dieser Machenschaften zu bringen, fordern wir
eine Sonderprüfung des Verbundes durch den Rechnungshof. Unsere
letzten ökologisch intakten Flüsse dürfen nicht der Profitgier der
E-Wirtschaft - noch dazu mit Steuergeld - geopfert werden!", so die
NGOs abschließend.

Aktionsfotos sind ab ca. 10.30 Uhr unter [email protected],
www.wwf.at/presse oder Tel. 01/488 17-239 erhältlich.

Rückfragehinweis:
WWF - Claudia Mohl, Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203, E-Mail: [email protected], http://www.wwf.at

Umweltdachverband - Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 01/40 113-21,E-Mail: [email protected], http://www.umweltdachverband.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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