• 22.09.2010, 12:44:17
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Kaske zu Leitl: 1.300 Euro Mindestlohn muss möglich sein

Reformen im Steuersystem für mehr Verteilungsgerechtigkeit nötig

Wien (OTS/ÖGB) - "Gute Arbeit muss auch gut entlohnt werden. Die
ArbeitnehmerInnen haben sich Besseres verdient als ein Nein zu allem,
was die Schieflage zwischen Lohn- und Gewinneinkommen reduziert",
stellt ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Rudolf Kaske zu
den heutigen Aussagen von WKÖ-Präsident Christoph Leitl fest. Leitl
hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Umsetzung von 1.300
Euro Mindestlohn in allen Kollektivverträgen ebenso abgelehnt wie
eine Forderung nach Arbeitszeitverkürzung und Änderungen im
Steuersystem.++++

"Wir Gewerkschaften sind bekannt dafür, dass wir verantwortungsvoll
agieren. Rechnet man 1.300 Euro für einen Vollzeitjob auf einen
Stundenlohn um, so ergibt das gerade 7,50 Euro brutto. Dieser
Stundensatz muss in Österreich in allen Branchen leistbar sein", sagt
Kaske. Dass der Staat im Niedriglohnbereich über ein Kombilohnmodell
zuzahlen soll, statt dass die Arbeitgeber Existenz sichernde Löhne
und Gehälter zahlen, wird von Kaske abgelehnt.

Nicht geteilt wird vom ÖGB und den Gewerkschaften auch Leitls
Forderung, die Budgetkonsolidierung solle ausschließlich über
Einsparungen erfolgen. "Wir bekennen uns zu einer effizienten
Verwaltung. Doch die Beschäftigten im öffentlichen Bereich
auszupressen oder die Bevölkerung durch Leistungskürzungen zu
bestrafen, nur weil man die Steuerprivilegien der Reichen nicht
antasten möchte, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein",
erklärt Kaske. Der ÖGB und die Gewerkschaften würden deshalb weiter
auf die Einführung von Vermögenssteuern für die Wohlhabenden pochen
sowie auf eine Reform der Stiftungs- und der Gruppenbesteuerung.

Mehr Fairness fordern die Gewerkschaften auch bei der Verteilung der
Arbeit. "Deshalb treten wir für eine Arbeitszeitverkürzung ein. Die
Forderung der Wirtschaft, durch weitere Flexibilisierungen die
Überstundenzuschläge zu kürzen, lehnen wir dagegen ab", so Kaske
abschließend.

Rückfragehinweis:
vida-Öffentlichkeitsarbeit
Martina Fassler
Tel: 01/53444 79260
[email protected]

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