• 14.09.2010, 15:21:32
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Kuntzl: Freier Hochschulzugang hat zu mehr sozialer Durchlässigkeit geführt

Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen sind soziale Barrieren

Wien (OTS/SK) - "Der Bericht zur sozialen Lage der Studierenden
zeigt einmal mehr die Probleme der Studierenden auf und verlangt nach
Lösungen. Das gebetsmühlenartige Wiederholen der Forderungen nach
Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen verbessert nicht die Lage
der Studierenden", stellte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl
anlässlich der Sitzung des Wissenschaftsausschusses fest. "Eines
lässt sich auch ganz klar mit Zahlen belegen: Durch die Einführung
der Studiengebühren 2001 ist die Anzahl der Studienanfänger und
-anfängerinnen um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Nach
Abschaffung der Studiengebühren wurde hingegen ein Anstieg um 17
Prozent verzeichnet. Es ist ganz deutlich: Studiengebühren sind
soziale Barrieren. Österreich benötigt mehr Hochschulabsolventen und
- um das zu erreichen - auch mehr Studienanfänger und
-anfängerinnen", so Kuntzl. ****

Auch die Vorwürfe gegen den freien Hochschulzugang seien nicht
berechtigt, führte die SPÖ-Abgeordnete weiter aus. "Vor 40 Jahren -
vor Einführung des freien Hochschulzugangs - waren Akademikerkinder
zwölf Mal so stark an den Universitäten vertreten wie Kinder von
Pflichtschulabsolventen, heute sind sie - auch wenn hier weiterhin
Handlungsbedarf besteht - nur mehr drei Mal so stark vertreten",
betonte die SPÖ-Wissenschaftssprecherin. Als weiteres Beispiel könne
das Medizinstudium gelten, hier hat sich nach der Einführung von
Zugangsbeschränkungen der Anteil von Studierenden aus sozialen
schwachen Familien halbiert. Kuntzl dazu: "Ich bin gerne bereit,
Maßnahmen zu diskutieren, um die soziale Durchlässigkeit an den
Universitäten weiter zu verbessern, eines jedoch steht fest,
Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen haben hier keinen positiven
Effekt."

Gesprächsbereit zeigt sich die SPÖ-Wissenschaftssprecherin beim
Stipendienwesen. "Auch hier diskutiere ich gerne die Frage der
sozialen Treffsicherheit. Wenn drei Viertel der erwerbstätigen
Studierenden, die keine Beihilfen erhalten, wegen finanzieller
Notwendigkeiten arbeiten und auch ein Drittel der Personen, die
Studienbeihilfe beziehen, einer Erwerbstätigkeit nachgehen müssen und
sich nicht auf das Studium konzentrieren können, dann sollten wohl
die Kriterien zur Gewährung der Studienbeihilfe überprüft werden", so
Kuntzl abschließend. (Schluss) mb/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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