Wien (OTS) - "Frau Philippi übersieht bei ihrer Auffassung von
Frauenpolitik offenbar leider völlig die Lebensrealität von
unzähligen Frauen in Österreich, die nicht in der glücklichen Lage
sind, alles in ihrem Leben frei entschieden zu können", kontert
FPÖ-Frauensprecherin NAbg. Carmen Gartelgruber auf die heutige
"Absage" der Landesleiterin der Wiener ÖVP Frauen, Theresa Philippi,
dem Ansinnen der FPÖ gegenüber, freie Frauen schützen zu wollen.
"Für uns ist es ein Grundsatz, dass die Frau frei ist", so
Gartelgruber, die Philippi gerne auf die Sprünge helfen wolle, was
mit der Aussage der Wiener FP-Wahlplakate gemeint sei. "Und es ist
für uns ein ebenso ein Grundsatz, alle Frauen in Österreich zu
schützen. Dort, wo eine Frau eben noch kein freies Leben führen kann,
werden wir uns dafür einsetzen!" Sie ergänzt, dass der diesbezügliche
Einsatz der ÖVP wohl eher ausbleiben werde, gehe Philippi doch davon
aus, dass alle Frauen bereits ein selbstbestimmtes Leben führen
könnten, was für Gartelgruber eine ignorante und abgehobene Sicht der
Dinge ist. So würden beispielsweise ein Großteil aller Musliminnen
ihre Kopfbedeckungen und dergleichen nicht freiwillig tragen und ein
erheblicher Teil der Frauen in Österreich auch aus anderen
zahlreichen Gründen noch keine echten Wahlfreiheiten vorfinden, was
die Gestaltung ihres (Familien-)Lebens betreffe. Das Betätigungsfeld
von Frauenpolitik sei nach wie vor sehr groß und unabdingbar.
Gartelgruber hält fest, dass der ÖVP im Wahlkampf offensichtlich
nichts mehr zu blöd sei, Hauptsache man lästere über die
FPÖ-Kampagne. Nur werde dabei bedauerlicherweise übersehen, "dass der
Schuss auch nach hinten losgehen kann. Nämlich, wenn man vor lauter
Kritik an unserem Programm für die Menschen in Österreich, die eigene
Hose herunterlässt und damit die Halbherzigkeit der eigenen
Programmatik entblößt", so die FPÖ-Frauensprecherin, die in diesem
Zusammenhang die ÖVP darauf hinweist, einmal die Aussagen etwa der
eigenen JVP nach etwaigem verstecktem Sexismus zu untersuchen und an
Frau Philippi den Appell richtet, ihren Blick auch einmal außerhalb
ihrer unmittelbaren Lebensumgebung zu schärfen.
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OTS0065 2010-09-09/10:08
091008 Sep 10
FPK0002 0353