• 03.09.2010, 11:21:21
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vida-Kaske: "Wiener Modell HausbesorgerInnen neu ist sicher nicht der große Wurf"

Geplante Einstufung in den ReinigerInnen-KV kommt Lohndumping gleich

Wien (OTS/ÖGB) - Die Gewerkschaft vida zeigt sich erstaunt über
den gestrigen Vorstoß von Vize-Bgm. Michael Ludwig zum Thema
HausbesorgerInnen neu: "Als zuständige Gewerkschaft hätten wir uns
erwartet, dass das Gespräch mit uns gesucht wird, bevor wir von den
Eckpunkten eines neuen Berufsmodells über die Presse erfahren", ist
Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft vida verärgert.++++

Heftige Kritik übt Karl Frint, Vorsitzender der vida-Bundesfachgruppe
Reinigung und Wartung und Zentralbetriebsratsvorsitzender von Wiener
Wohnen, vor allem an der Einstufung der neuen Wiener
HausbesorgerInnen in den KV Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung:
"Wir haben einen geltenden Mindestlohntarif für HausbetreuerInnen,
der hier eigentlich zur Anwendung kommen müsste. Die aktuelle
Einstufung in den ReinigerInnen-KV, wie von Wohnbaustadtrat Ludwig
gestern präsentiert, kommt einem Lohndumping gleich." Dieser KV
regelt grundsätzlich die Reinigung, viele im neuen Berufsbild
angesprochene Aufgaben der HausbesorgerInnen können damit aber nicht
abgedeckt werden.

Die Gewerkschaft vida hat im Jahr 2000 vehement gegen die Abschaffung
des alten Modells durch die schwarz-blaue Regierung Position bezogen
und sich immer wieder für eine sinnvolle Neuregelung des Berufsstands
im Sinne der ArbeitnehmerInnen wie auch der MieterInnen eingesetzt.
"Mit dem vorliegenden Vorschlag ist aber keinesfalls der große Wurf
gelungen", kritisiert Kaske.

Im Gegenteil: Eine Stärke des alten Modells ist, dass Arbeitsplatz
und Wohnort identisch sind. Das ist sowohl ein Vorteil für die
MieterInnen, die auf diese Weise stets einen oder eine
AnsprechpartnerIn vor Ort haben, als auch für die HausbesorgerInnen,
die Anspruch auf eine Dienstwohnung haben. Den Beschäftigten, rund 80
Prozent davon sind Frauen, konnte so die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf ermöglicht und erleichtert werden. Das neue Wiener Modell
sieht jedoch vor, dass die Hausbetreuung nur zu bestimmten Zeiten
ihren Dienst in der jeweiligen Wohnanlage verrichtet und den
MieterInnen zur Verfügung steht, und entspricht damit einer
Leistungsschmälerung.

Auch die geplante Einschulung für neue MitarbeiterInnen hält die
Gewerkschaft vida nicht für ideal: "Bei einer Mini-Ausbildung von 120
Stunden darf man sich sicherlich keinen Wunder-Wuzzi erwarten", meint
Kaske dazu.

Rückfragehinweis:
vida-Öffentlichkeitsarbeit
Ines Schmied
Tel: 01/53 444-79 263
[email protected]
www.vida.at

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