• 01.09.2010, 10:27:44
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WWF: Kein Steuergeld für Naturzerstörung

Verbund soll Verwendung der Milliarde offen deklarieren

Wien (OTS) - Der WWF befürchtet, dass die geplante Kapitalerhöhung
des Verbunds eine Lawine von neuen Kraftwerken im In- und Ausland zur
Folge haben wird. Diese Kraftwerke würden auch die letzten intakten
Flüsse Österreichs bedrohen. Der WWF lehnt es ab für solche Projekte
Steuergelder zu verwenden. Zudem wird gerade ein
Bundeskriterienkatalog zum Ausbau der Wasserkraft erarbeitet, an dem
der WWF mitarbeitet um die Flüsse Österreichs zu schützen. "Die
E-Wirtschaft gehört zu den profitabelsten Wirtschaftszweigen
Österreichs. Wie kommen die Steuerzahler dazu, obwohl sie ohnehin den
Strom bezahlen müssen, nun auch ein höchst erfolgreiches Unternehmen
zu finanzieren", empört sich Wasserkraftexperte Christoph Walder vom
WWF. Die Umweltorganisation fordert die Abgeordneten des Nationalrats
auf, alle parlamentarischen Mittel gegen diesen unverantwortlichen
Beschluss auszuschöpfen.

Die Entscheidung von Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Pröll ist
für den WWF nicht nachvollziehbar und verantwortungslos. "Nach den
Banken sollen die Steuerzahler nun mit ihrem Geld die reichsten
Unternehmen Österreichs finanzieren", so Walder.

Der WWF befürchtet, dass mit der kolportierten Milliarde Euro viele
ökologisch sensible Flüsse in Österreich und darüber hinaus zerstört
werden würden. "In Österreich gibt es nur noch rund 20 Prozent
intakte Fließstrecken. Auf diese müssen wir besonders aufpassen, denn
ein Großteil der Strecken ist bereits verbaut und aufgestaut." Der
WWF warnt auch vor einer Kraftwerksoffensive des Verbunds im Ausland.
"Keine Export von Flusszerstörung aus Österreich!"

Eine Kapitalerhöhung für den Verbund kommt für den WWF außerdem viel
zu früh. Derzeit wird unter Einbindung von E-Wirtschaft, Behörden,
NGOs, Wissenschaft und Sozialpartner gerade ein
Bundeskriterienkatalog erstellt, der erst die Kriterien für weitere
Wasserkraftwerke erarbeiten soll. "Wenn die Bundesregierung sich
ohnehin schon ausgemacht hat, welche Kraftwerke sie bauen will, wozu
soll dann der Kriterienkatalog erstellt werden?" fragt Walder die
Bundesregierung.

Der WWF hat sich seit vielen Jahren für eine Erarbeitung eines
Masterplans Wasserkraft eingesetzt um eine nachhaltige Strategie für
den Ausbau der Wasserkraft zu entwickeln. Jetzt wird befürchtet, dass
die Arbeit des Bundeskriterienkatalogs Wasserkraft mit dieser
Vorgangsweise nachhaltig beschädigt werde. Man prüfe jedenfalls die
weitere Teilnahme an diesem Prozess, so der WWF Österreich.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, [email protected].

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