- 31.08.2010, 12:52:51
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FPÖ-Karlsböck: Stögers Gruppenpraxen werden potemkinsches Dorf
Wien (OTS) - Auch wenn sich Gesundheitsminister Stöger heute wegen
des mühsamst zustande gekommenen "Strukturreförmchens" via
Presseaussendung selbst feiere, sei zu befürchten, dass Gruppenpraxen
nur auf dem Papier entstehen werden, so der freiheitliche
Ärztesprecher NAbg. Dr. Andreas Karlsböck. "Zu viele bürokratische
Hürden und die fehlende Möglichkeit Ärzte bei Ärzten anzustellen,
werden Gruppenpraxen leider zur Ausnahme und nicht zur Regel machen",
prophezeit Karlsböck. Die stögersche Strukturreform, sei daher nichts
anderes als die Bauanleitung für ein potemkinsches Dorf, sagte
Karlsböck.
Prinzipiell, so Karlsböck, sei die Möglichkeit der Ärzte GmbHs bzw.
Gruppenpraxen zu begrüßen und auch eine langjährige freiheitliche
Forderung. Was letztendlich daraus geworden sei, sei jedoch nicht
alltagstauglich, kritisierte Karlsböck, der sich vor allem an der
rigiden "Bedarfsprüfung" stoße. "In Ballungsräumen wie Wien, oder
anderen Landeshauptstädten wird es wohl sehr schwer sein, neben den
vorhandenen zahlreichen Ärztepraxen, einen Bedarf für eine
Gruppenpraxis nachzuweisen", wies Karlsböck auf eine wesentliche
Schwäche des Gesetzes hin.
Zudem sei auch zu befürchten, dass Krankenkassen wohl keine
zusätzliche Verträge an Ärzte in Gruppenpraxen vergeben würden, da
dies erhebliche Mehrkosten für sie bedeute, zeigte Karlsböck auf, der
betonte, dass ohne Kassenvertrag eine Gruppenpraxis wohl nicht
überlebensfähig sein werde.
Auch die nicht vorhandene Möglichkeit Ärzte bei Ärzten anzustellen,
sei eine Hürde, die es für künftige Gruppenpraxen schwer mache mit
Spitalsambulanzen personell und organisatorisch mitzuhalten, zeigte
Karlsböck auf. Dies sei schade, denn die aus den Gruppenpraxen
resultierenden Vorteile für Österreichs Patienten und Ärzte könnten
so nicht genützt werden. Die ursprünglichen Ziele von längeren
Öffnungszeiten, besserer Erreichbarkeit und billigerer Versorgung,
sei so nicht machbar, kritisierte Karlsböck, der dem Gesetz
attestierte auf halbem Weg stecken geblieben zu sein.
Es sei traurig, dass Gesundheitsminister Stöger mehr als ein Jahr für
ein Gesetz gebraucht habe, dass in der Praxis völlig an den
Bedürfnissen der Patienten und auch der Ärzte vorbei gehe. Mit der
vorliegenden "Strukturreform", die bestenfalls ein "Reförmchen" sei,
werde jedenfalls kein Patient in absehbarer Zeit die Vorteile einer
Gruppenpraxis nützen können, bedauert Karlsböck, der Stöger
aufforderte die aufgezeigten Schwächen zu reparieren.
Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub Tel.: 01/ 40 110 - 7012 mailto:[email protected] http://www.fpoe-parlamentsklub.at http://www.fpoe.at
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