• 16.08.2010, 08:04:55
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"Platters Bitte um Verzeihung ist ein Symbol" von MARIO ZENHÄUSERN

Leitartikel der Tiroler Tageszeitung: Ausgabe vom 16. August 2010

Innsbruck (OTS) - Die klare Ansage des Landeshauptmanns ist weit
mehr, als Missbrauchsopfer erwarten konnten.

Aus der öffentlichen Wahrnehmung sind sie zwar verschwunden, die
Schilderungen von in Heimen und ähnlichen Einrichtungen
misshandelten, gequälten oder gar missbrauchten Frauen und Männern.
Überlagert von der isländischen Aschewolke, Unwetterkatastrophen, dem
Buwog- und Hypo-Alpe-Adria-Skandal oder den angeblichen Haider-Konten
in Liechtenstein.

Vergessen aber ist das Schicksal der Betroffenen nicht. Und wird
es auch nicht. Dafür sorgte am Hohen Frauentag Landeshauptmann
Günther Platter, als er die Opfer im Namen des Landes um Verzeihung
bat. Um Verzeihung "für erlittenes Unrecht, für Gewalt und seelische
Schmerzen, die von Menschen im Dienst des Landes verursacht wurden".
Gleichzeitig versprach Platter, das Land werde zu seiner
Verantwortung stehen und jene entschädigen, die Hilfe und
Unterstützung brauchen.

Für Außenstehende mag das nicht mehr als recht und billig sein.
Für Betroffene ist es weit mehr, als sie erwarten durften. Platters
klare Ansage verdient nicht nur Respekt, sie hat vor allem
Symbolkraft. Sie ist das offizielle Eingeständnis, dass Menschen in
Landeseinrichtungen Unrecht angetan worden ist, verbunden mit der
Zusicherung, dass diese Menschen mit Hilfe rechnen dürfen. Und,
zumindest ebenso wichtig, dass alles getan wird, um solche Übergriffe
auf Dauer zu verhindern.

Wesentlichen Anteil am Zustandekommen dieses Schritts hin zur
versprochenen schonungslosen Aufarbeitung eines dunklen Kapitels hat
die von Soziallandesrat Gerhard Reheis mit großer Umsicht geleitete
Steuerungsgruppe Opferschutz. Ihr Endbericht soll jetzt in konkrete
Maßnahmen münden. Passiert das - und daran werden Platters Worte ab
jetzt gemessen -, hat der Tiroler Weg, mit den Missbrauchsvorwürfen
umzugehen, absoluten Vorbildcharakter.

Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610

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