• 06.08.2010, 09:53:10
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ÖGKV fordert dringend Reform der Pflegeberufe

Pflegepersonalnot - besonders in der Langzeitpflege - zeichnet sich ab Wien (OTS) - Zahlreiche unbesetzte Stellen, vor allem in der Langzeitpflege und die Ergebnisse einer im Frühjahr durchgeführten Studie zum Thema Stellenwert der Pflege in Österreich sprechen für sich: Eine Studie der Karmasin Motivforschung, ergab, dass Gesundheitsberufe in Österreich als unentbehrlich, verantwortungsvoll und zukunftssicher gelten. Das Ansehen bewegt sich jedoch auf durchschnittlichem Niveau. Es besteht weder bei Männern noch bei Frauen ein ausgeprägter Wunsch einen Pflegeberuf zu ergreifen. Die Fakten dafür sind längst bekannt. Zu den wenig populären Arbeitszeiten und den ernorm belastenden Arbeitsbedingungen sind eine Menge berufsfremder Tätigkeiten, wie z.B. Administration und Reinigungsarbeiten durch das Fachpflegepersonal zu erledigen, für die tatsächliche Pflege bleibt oft nur sehr wenig Zeit. Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege werden überwiegend, besonders im Akutkrankenhaus, als verlängerter Arm der Medizin gesehen. Gleichzeitig werden die Aufgaben in der Langzeitpflege nur allzu oft als einfache Unterstützung im Alltag dargestellt. Die Realität sieht anders aus: für chronisch Kranke und alte Menschen ist in der Bewältigung ihrer komplexen Gesundheitsprobleme gut ausgebildetes Fachpflegepersonal unverzichtbar, aber immer weniger vorhanden. Ein weiterer Punkt ist die Finanzierung: Bei Forderungen nach angemessener Entlohnung des Pflegepersonals taucht meist rasch der Begriff der Kostenexplosion auf, ungeachtet dessen, dass Pflegeberufe einen enormen Leistungsfaktor darstellen und kompetente Pflege Komplikationen sowie deren Folgekosten senken. Für eine gezielte Angebots- und Bedarfplanung für Pflegeberufen sind valide Daten dringend notwendig, diese sind jedoch nur spärlich vorhanden, besonders fehlen die Informationen über den Aus- und Fortbildungsgrad der Berufsangehörigen. "Derzeit fehlen in Österreich moderne Rahmenbedingungen und Perspektiven für Pflegeberufe. Die Entlastung von berufsfremden Tätigkeiten, der verpflichtende Eintrag in ein Berufsregister und eine bundesweit einheitliche Regelung der Ausbildung, insbesondere der Fachhochschulausbildung für den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege, sowie flexible berufsbegleitende Ausbildungsangebote sind dringend umzusetzen ", fordert Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV) und Vorsitzende der Österreichischen Pflegekonferenz, als wichtigste Maßnahmen. "Die sichtbare Verankerung der Kompetenzen des Fachpflegepersonals, wie beispielsweise die selbständige Verordnung von Pflegehilfsmittel durch den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege, haben andere europäische Länder längst erfolgreich umgesetzt. Darüber hinaus werden wissenschaftliche Erkenntnisse der Pflegeforschung ständig mit der Praxis reflektiert, in Österreich fehlen die Mittel dafür weitgehend.", kritisiert Frohner. Das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (Berufsgesetz) wird derzeit evaluiert, es gilt abzuwarten, welche tatsächlichen Reformen daraus abgeleitet werden. Rückfragehinweis: ~ Ursula Frohner Präsidentin Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband - ÖGKV Wilhelminenstraße 91/IIe 1160 Wien T:+43 1/ 478 27 10 [email protected] www.oegkv.at ~ Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/487/aom *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0040 2010-08-06/09:53 060953 Aug 10

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