- 05.08.2010, 09:15:20
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FPÖ-Hofer: In Österreich fehlen tausende Pflegekräfte
Gründung einer Bundesgenossenschaft für Pflege und Betreuung
Wien (OTS) - Die FPÖ warnt seit Jahren davor, dass die
österreichische Praxis, im Bereich der Pflege und Betreuung auf
Arbeitnehmer aus den benachbarten ehemaligen Sowjetstaaten
zuzugreifen, in eine Sackgasse führen müsse.
Norbert Hofer: "Das vom ehemaligen Sozialminister Buchinger ins Leben
gerufene Modell der 24-Stunden Betreuung funktioniert vor allem
aufgrund der bisherigen Bereitschaft von Personal aus dem Ausland, zu
den gegebenen Rahmenbedingungen in Österreich aktiv zu werden. Doch
die Löhne und Gehälter steigen auch in Rumänien, Bulgarien, Ungarn
oder der Slowakei und damit werden in Zukunft weniger Personen als
bisher als Pflegekräfte in Österreich zur Verfügung stehen.
Österreich muss also seine Hausaufgaben erledigen."
Hofer betont, dass mit den bestehenden Fördermöglichkeiten
Betreuungspersonal aus Österreich praktisch nicht finanzierbar sei.
40 bis 60 Euro pro Tag, je nach Pflegebedürftigkeit des Betroffenen,
bezahle man für eine Betreuungsperson aus den ehemaligen Oststaaten
im Rahmen des sogenannten Selbständigenmodells. Hier wird ein
Betreuungsvertrag mit der Betreuungsperson abgeschlossen, diese
sorgen selbst für die notwendigen Abgaben und den Gewerbeschein. In
der Realität sind diese bürokratischen Tätigkeiten aber mit
Unterstützung der Angehörigen zu erledigen, weil die Sprachkenntnisse
meist nicht ausreichen, um sämtliche Behördenwege zu erledigen.
Hofer: "In der Praxis ist es meist so, dass sich die Betroffenen an
Vereine und Vermittlungsagenturen wenden, die Personal aus dem
Ausland anwerben. Einige dieser Gesellschaften arbeiten alles andere
als seriös. Trotz saftiger Gebühren wird wenig qualifiziertes
Personal vermittelt. Auch die Betreuer selbst müssen saftige Beträge
an die Agenturen bezahlen."
Der Behindertensprecher der FPÖ hat daher ein Modell zur Umsetzung in
Österreich vorgeschlagen, das die anstehenden Probleme lösen kann. Er
will eine Bundesgenossenschaft für Pflege und Betreuung ins Leben
rufen und hat dazu bereits einen Antrag im Nationalrat eingebracht.
Hofer: "Die Schaffung einer bundesweit aktiven Trägerorganisation in
Form einer Genossenschaft, die für die Pflege- und
Betreuungsbedürftigen unselbständige Pfleger und Betreuer beschäftigt
und den Betroffenen auf diesem Weg alle administrativen Leistungen
abnimmt, wäre eine zukunftsfähige Lösung abseits vom sogenannten
Selbständigenmodell. Der Pflegebedürftige als Nutzungsberechtigter
der Leistungen der Genossenschaft kann - wenn die entsprechende
Qualifikation vorhanden ist - den Pfleger oder Betreuer seiner Wahl
bei der Genossenschaft beschäftigen lassen und braucht sich auch
keine Sorgen wegen einer Urlaubsvertretung machen. Er kann versichert
sein, dass alle administrativen Schritte pünktlich und richtig
gesetzt und von der Genossenschaft auch die Qualität der Pflege- und
Betreuungsleistungen sichergestellt werden."
Diese Bundespflegegenossenschaft für Pflege und Betreuung stellt ihre
Leistungen pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen als
Genossenschafter ohne Gewinnabsicht zur Verfügung. Die
Bundespflegegenossenschaft für Pflege und Betreuung könnte auch im
Rahmen der Ausbildung und der Weiterbildung von Pflege- und
Betreuungspersonal aktiv werden und eng mit dem Arbeitsmarktservice
zusammenarbeiten.
Hofer: "Damit eröffnet sich die Möglichkeit, die unselbständige
Pflege auf ein festes soziales und rechtliches Fundament zu stellen
und auch für die Anforderung der Zukunft gerüstet zu sein. Die
Förderung des Bundes ist in diesem Rahmen ebenfalls effektiver zu
lösen. Eines ist aber klar: Wir müssen uns bewusst sein, dass mit den
bisherigen finanziellen Zuschüssen Pflegepersonal aus Österreich
nicht finanziert werden kann. Wir benötigen daher dringend eine
Verschiebung der finanziellen Mittel in der Gesundheitsfinanzierung
weg von teuren Akutbetten hin zu Pflege- und Geriatrieversorgung.
Tausende Akutbetten werden in Österreich von Patienten belegt, die
eigentlich einen Pflegeplatz oder eine 24-Stunden Betreuung benötigen
würden. Das verursacht bisher Mehrkosten in einer Größenordnung von
hunderten Millionen Euro. Insgesamt können durch eine Strukturreform
im Gesundheitswesen drei Milliarden Euro freigemacht werden. Wir
werden dieses Geld in der Zukunft für Pflege und Betreuung dringend
benötigen."
Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub Tel.: 01/ 40 110 - 7012 mailto:[email protected] http://www.fpoe-parlamentsklub.at http://www.fpoe.at
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