• 04.08.2010, 12:38:09
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vida und GPA-djp: Beschäftigte im Sozialbereich haben Belastungslimit erreicht

Sozialmilliarde und Pflegefonds ein Muss zur Verbesserung der Situation

Wien (OTS/ÖGB) - Für die Aufrechterhaltung und den Ausbau des
Angebots an Pflege und Betreuung braucht es dringend mehr Geld.
Nachdem die Gewerkschaften vida und GPA-djp wiederholt auf die
Finanznot der sozialen Dienste aufmerksam gemacht haben, zeigten
heute auch die Arbeitgeber aus dem Sozialbereich den dringenden
Handlungsbedarf auf. "Die Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt
und damit die Arbeitgeber aus dem Sozialbereich haben heute klar
gemacht, dass das Belastungslimit der Beschäftigten erreicht ist. Die
Arbeitsbedingungen müssen dringend verbessert werden", sagt Willibald
Steinkellner, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft vida.
Die Politik dürfe den Kopf nicht länger in den Sand stecken, sondern
müsse für ausreichend Geld für den oft als Zukunftsbranche
titulierten Bereich sorgen. "An einer Sozialmilliarde führt kein Weg
vorbei", betont Wolfgang Katzian, Vorsitzender der GPA-djp.++++

In 20 Jahren wird laut einer Prognose der Statistik Austria jede/r
Neunte in Österreich über 75 Jahre alt sein. Die Alterung unserer
Gesellschaft erfordert den Ausbau der professionellen Pflege und
Betreuung. "Wenn bei der Pflege und Betreuung gespart wird, dann
schadet das allen: den Betreuungsbedürftigen, ihren Familien und den
Beschäftigten in der Branche. Sie spüren die Finanzierungsengpässe
schon jetzt an gestiegenem Arbeitsdruck, chronischer Unterbesetzung
und einer nur mäßigen Entlohnung", erklärt Steinkellner.

Die beiden Gewerkschaften unterstützen die heute von Vertretern der
Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt vorgebrachte Forderung nach
einer Attraktivierung der Pflege- und Betreuungsberufe. "Eine
Imagekampagne wird dazu nicht reichen. Es braucht höhere Einkommen,
planbare Arbeits- und Freizeiten und ausreichend Personal, also mehr
Geld für die Branche", sagt Willibald Steinkellner.

vida und GPA-djp fordern dafür eine Sozialmilliarde und mittelfristig
die Schaffung eines Pflegefonds, der aus Vermögenssteuern finanziert
werden soll. "Wenn die Reichen in diesem Land einen fairen Anteil an
den Steuern zahlen, dann ist genug Geld für den Ausbau von Pflege und
Betreuung und die Sicherstellung fairer Arbeitsbedingungen für die
Beschäftigten da", so GPA-djp-Vorsitzender Katzian abschließend: "Es
geht bei der Finanzierung der Bereiche Pflege, Betreuung und
Sozialarbeit nicht um Almosen, sondern um die Sicherstellung von
Leistungen, die für den sozialen Zusammenhalt unerlässlich sind.
Jeder in diese Bereiche investierte Euro fließt durch qualifizierte
Betreuung und Pflege mehrfach in unsere Gesellschaft zurück."

Rückfragehinweis:

vida Öffentlichkeitsarbeit
   Martina Fassler
   Tel: 0664-614 57 32
   [email protected]
   www.vida.at
   
   GPA-djp-Öffentlichkeitsarbeit
   Litsa Kalaitzis
   Tel:  0676 817 111 553
   [email protected]
   www.gpa-djp.at

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