- 15.07.2010, 14:28:07
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Gaßner: Solidarität mit den kritischen Milchbauern Europas
Überzeugende Arbeit der IG-Milchbauern
Wien (OTS/SK) - "Volle Solidarität mit den kritischen Milchbauern
Europas. Die überzeugende Arbeit der IG-Milchbauern zeigt was eine
kompetente Bauernvertretung erreichen kann", zeigte sich
SPÖ-Landwirtschaftssprecher Kurt Gaßner erfreut. Er zeigte sich auch
beeindruckt von der Konsequenz, Geschlossenheit und Zielstrebigkeit
der Vertreter der kritischen Milchbauern Europas, die heute,
Donnerstag, im Rahmen eines offenen Informationsaustausches in Wien
spezifische Länderfragen, aber auch ein gesamteuropäisches
strategisches Vorgehen für die Zukunft der europäischen Milchbauern,
diskutierten. Es waren Vertreter der heimischen IG-Milch und des
European Milk Board (EMB) - unter anderem aus der Schweiz, Italien,
Deutschland, Frankreich und Luxemburg - anwesend. ****
Die SPÖ hat den Kampf der IG-Milch für einen gerechten Erzeugerpreis
von Anfang an unterstützt. 2003 verteilte die Regierung
Schüssel/Grasser die Milchquote lediglich an 12.000 österreichische
Milchbetriebe, 38.000 gingen damals leer aus. Gegen diese
Ungerechtigkeit reichten die SPÖ-Bauern Klage beim
Verfassungsgerichtshof ein. "Wir waren erfolgreich im Kampf gegen
diese Ungerechtigkeit und seither müssen die Milchquoten auf alle
Bauern aufgeteilt werden", betonte Gaßner.
"Wir waren auch auf der Seite der IG-Milchvertreter, als im April
2009 mehr als 1.500 Milchbauern aus ganz Österreich für bessere
Bauernmilchpreise demonstrierten und eine machtvolle Demonstration
vor dem Parlament angeführt haben. Auch Bundeskanzler Werner Faymann
hat die Vertreter der IG-Milch empfangen, sich eineinhalb Stunden
Zeit genommen, und sich ihre Sorgen und Vorschläge in Bezug auf die
prekäre Lage auf dem Milchmarkt angehört", so Gaßner. Der
Bundeskanzler zeigte sich danach im Gespräch mit Journalisten
betroffen von der Dramatik der Situation der Milchbauern. "Seither
sehe ich mich als Landwirtschaftssprecher in einer Linie mit dem
Bundeskanzler, der eine generelle Systemänderung im Bereich auch der
Agrarförderung wünscht. Nicht die morschen Strukturen in der
Bauernvertretung und der Molkereiwirtschaft sondern die Milchbauern
müssen verstärkt direkt gehört und unterstützt werden", forderte der
SPÖ-Landwirtschaftssprecher.
Gerechtigkeit für Milchbauern
Nicht unerwähnt lassen möchte Gaßner, dass sich die SPÖ im Rahmen der
Marktordnungsverhandlungen eine viel weitreichendere Lösung für
Österreichs Milchbauern gewünscht hätte. Dem damals vorliegenden
Kompromiss - Verschärfung statt völliger Abschaffung der Saldierung -
wurde nur aufgrund der Unbeweglichkeit des Koalitionspartners
zugestimmt. "Es war bei Weitem nicht die beste Lösung, aber zumindest
ein kleiner Schritt in die richtige Richtung", so Gaßner.
Bedauerlicherweise habe sich an der Situation der österreichischen
und der europäischen Milchbauern bis heute nichts grundlegend
geändert. In der weiter andauernden Krise der Produzentenpreise sei
eine rasche, deutlich wirksamere marktentlastende Mengensteuerung im
Rahmen der Milchmarktordnung die wichtigste Maßnahme, um zu einem
kostendeckenden und gerechten Milchpreis zu kommen. "Keine weiteren
(Gratis)Quotenaufstockungen, Abschaffung der Saldierung zwischen
Über- und Unterlieferung, freiwilliger Lieferverzicht und flexible
Mengensteuerung in Bauernhand sind diesbezüglich die zentralen
Forderungen der SPÖ.
"Unser aller Ziel muss die Sicherung gerechter bäuerlicher Einkommen
und der heimischen Arbeitsplätze auf den Höfen und damit im
ländlichen Raum sein", so Gaßner.
Abschließend hielt Gaßner fest: "Denen, die sich kürzlich gerühmt
haben, im Wiener Hotel Sacher mit dem EU-Agrarkommissar bei einem
Mittagessen Small-Talk geführt zu haben, sei ins Stammbuch
geschrieben: Sprechen Sie mit den EMB-Milchvertretern, vor allem auch
aus Österreich, wenn Sie an der Meinung von echten und
praktizierenden Bauern-Standesvertretern wirklich interessiert sind,
die an und mit der Basis als auch den Konsumentinnen und Konsumenten
so erfolgreich zusammenarbeiten. Ich bin überzeugt, Sie könnten
durchaus das eine oder andere sehr gut davon gebrauchen. Denn den
heimischen und europäischen Milchbäuerinnen und Milchbauern muss
endlich Gerechtigkeit widerfahren." (Schluss) rb/mp
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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