• 06.07.2010, 09:53:21
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Lupac-Demokratiepreis 2010 an Frauen und Fraueninitiativen Margaretha Lupac wäre heuer 100 Jahre alt geworden

Wien (PK) - Der Demokratiepreis der Margaretha Lupac-Stiftung
geht heuer an Frauen und Fraueneinrichtungen. Der Preis wurde
Gitta Martl, der langjährigen Generalsekretärin des Vereins
Ketani, Direktorin Heidi Schrodt und "ihrem" Gymnasium Rahlgasse
in Wien und dem Verein "Frauen aus allen Ländern", Kultur -,
Bildungs- und Beratungsinitiative in Innsbruck, zugesprochen.

Die Jury unter ihrem Vorsitzenden Manfried Welan hat die
Preisträgerinnen dieses Jahres aus 74 Einreichungen ausgewählt.
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer wird die Preise im Herbst
im Rahmen eines Festakts im Parlament überreichen. Der
Demokratiepreis ist mit 15.000 € dotiert, die auf die
Ausgezeichneten zu gleichen Teilen aufgeteilt werden. Er wird
heuer, zum 100. Geburtstag der 1999 verstorbenen Margaretha
Lupac, bereits zum 5. Mal verliehen. Er wird alle zwei Jahre,
alternierend mit dem Lupac-Wissenschaftspreis, ausgeschrieben.

Gitta Martl hat aufgrund persönlicher Erfahrungen im Jahr 1998
den Verein Ketani für Sinti und Roma in Linz mitbegründet. Ihre
persönliche, tragische Lebensgeschichte hat sie im Buch "Uns hat
es nicht geben sollen: Rosa Winter, Gitta und Nicole Martl. Drei
Generationen Sinti-Frauen erzählen" veröffentlicht. Mit
unglaublichem Engagement hat sie vielfältige Aktivitäten zur
Minderheitendemokratie geleistet. Dabei stand stets das
Miteinander zwischen Bevölkerungsgruppen im Mittelpunkt und nicht
die Polarisierung.

Direktorin Heidi Schrodt und das Gymnasium Rahlgasse zeichnen
sich durch besondere Leistungen zur Geschlechterdemokratie aus.
Die Schule versteht sich als aktive Produzentin aktueller
Geschlechterverhältnisse, als "GenderKompetenz-Schule", und legt
ihre Schulschwerpunkte auf Geschlechterfragen, Sozialkompetenz
und Umwelt. Viele Projekte, wie "(Un)Doing Gender", Gender- und
Gleichbehandlungsbeauftragte, "Mädchen/Buben Tage", setzen die
Tradition des ersten im Jahr 1892 gegründeten österreichischen
Mädchengymnasiums bewusst fort. An diesem
Schulentwicklungsprozess ist Direktorin Schrodt maßgeblich
beteiligt. Auch ihre eigene Biografie unterstreicht das Interesse
und das Engagement für Genderfragen. So war sie zwischen 1993 und
1995 Mitglied der interministeriellen Arbeitsgruppe zur
Behandlung der frauenspezifischen Fragen im Bereich des
Unterrichtswesens. Seit Herbst 2000 verfolgt sie eine Kooperation
mit den beiden Wissenschaftlerinnen Edit Schlaffer und Cheryl
Benard zum Thema "geschlechtssensible Koeduktion". Neben
Lehraufträgen an österreichischen Universitäten und zahlreichen
Vorträgen im In- und Ausland gründete Heidi Schrodt die
parteiunabhängige Bildungsinitiative "BildungGrenzenlos".

2001 wurde der Verein "Frauen aus allen Ländern" als Kultur-,
Bildungs- und Beratungsinitiative für Frauen und Mädchen mit
Migrationshintergrund gegründet. Ziel des Vereins ist es, durch
zielgruppenspezifische Angebote Integration zu erleichtern sowie
einen geschützten Begegnungsraum für Frauen und Mädchen mit
Migrationshintergrund zu schaffen. Das Projekt umfasst einen
besonderen Minderheitenschutz, indem es aktive, lebenspraktische
Hilfe für die betroffenen Frauen durch diverse Bildungsangebote
sowie Lern-, Beratungs- und "Erzählcafes" anbietet. Der Aspekt
der Partizipation durch Unterstützung der Entscheidungskompetenz
der Frauen und Mädchen und die Aufhebung von Isolation gehören
zum Angebot des Vereins. Die für die Frauen besonders wichtige
"Vernetzung" und Kooperation mit anderen Einrichtungen und
Organisationen beinhaltet eine nachhaltige soziale Perspektive
und den engagierten interkulturellen Dialog. Das private,
zivilgesellschaftliche Engagement durch ehrenamtliche
Mitarbeiterinnen und den Non-Profit Gedanken ist besonders
hervorzuheben. (Schluss)

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