- 02.07.2010, 09:59:22
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Marchfeld-Schnellstraße S8 ist staatlich verordnete Geldvernichtung
Autobahnprojekt gefährdet Nationalpark March-Thaya-Auen
Wien/St. Pölten (OTS) - Als staatlich verordnete und sinnlose
Geldvernichtung bezeichnet der WWF die geplante
Marchfeld-Schnellstraße S8. Die neue Straße, die insgesamt 34
Kilometer lang ist, soll Wien mit Bratislava verbinden und würde rund
600 Millionen Euro kosten. Trotz einer negativen Rentabilität von 415
Millionen Euro und der schon bestehenden Autobahnverbindung (A6) in
nur 20 Kilometer Entfernung hält Bundesministerin Doris Bures am
Straßenbau fest. Kostengünstigere und umweltverträglichere
Alternativen wie Umfahrungen oder der Ausbau von öffentlichen
Verkehrsmitteln werden weitgehend ignoriert. "Die S8 würde wie ein
Messer durch die wertvollen Natura-2000-Gebiete schneiden und einen
zukünftigen Nationalpark March-Thaya-Auen gefährden. Wir erwarten uns
hier einen verantwortungsvolleren Umgang von Verkehrsministerin Doris
Bures mit Österreichs östlichstem Naturschatz und wünschen uns den
starken Einspruch von Umweltminister Niki Berlakovich gegen das
Projekt", so Gerhard Egger, Naturschutzexperte des WWF.
"Bereits 2011 soll der Spatenstich zur neuen
S8-Marchfeld-Schnellstraße erfolgen. Angesichts des horrenden
Schuldenbergs der ASFINAG und der allgemeinen Budgetsituation, stellt
man sich als Steuerzahler die Frage, warum ein solch
überdimensioniertes und teures Projekt überhaupt zur Einreichung
kommen kann", wundert sich Egger. Nicht nur gilt die S8 als eine der
unrentabelsten Autobahnen Österreichs, sondern es existiert bereits
eine Autobahnverbindung Wien-Bratislava in nur 20 Kilometer
Entfernung. Und würde man kostengünstigere Varianten nehmen wie
Ortsumfahrungen oder den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel,
könnte man mit der veranschlagten Summe die Region besser fördern und
tatsächlich zu einer Verkehrsentlastung der Gemeinden beitragen.
Nicht nur finanziell ist die S8 ein Reinfall. Auch in ihren
Auswirkungen auf den Klima- und Naturschutz zieht die Schnellstraße
eine negative Bilanz. Die strategische Umweltprüfung ergab, dass die
Schnellstraße insgesamt zusätzlichen Verkehr in die Region bringt und
die Ortsdurchfahrten nicht effizient entlasten kann. "Anstatt den
Verkehr zur Erreichung der Kyoto-Klimaziele Österreichs zu bremsen
wird hier buchstäblich noch mehr Öl ins Klimafeuer gegossen", warnt
Egger.
Nicht nur die geplante Straße allein, auch die damit verbundene
Infrastruktur wie Straßenanschlussstellen und Raststätten würden die
Region der March-Thaya-Auen beeinträchtigen. Durch das Straßenprojekt
betroffen wäre die Vielfalt des Lebens von mehr als 500 gefährdeten
Tier- und Pflanzenarten. Die March-Thaya-Auen und ihre unmittelbare
Umgebung sind ein Hort der biologischen Vielfalt von europäischer
Bedeutung. ""Wir dürfen nicht zulassen, dass aus kurzsichtigen
politischen Gründen Projekte umgesetzt werden, die Österreich viel
Geld kosten und kaum einen Mehrwert bringen. Vielmehr sollten die
vorliegenden umweltfreundlichen Verkehrskonzepte als Alternative zur
Schnellstraße ernsthaft erwogen werden", fordert Egger. Der WWF
schlägt insbesondere die Schaffung eines Nationalparks oder
Biosphärenparks in den March-Thaya-Auen als nachhaltige
Entwicklungsoption für die Region vor.
Rückfragehinweis:
Franko Petri, WWF-Pressesprecher, Tel. +43-1-48817-231, Mobil +43-676-83488-231, E-Mail: [email protected], Website: www.wwf.at, www.die-au.at.
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