- 24.06.2010, 18:50:57
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Karl rechnet mit 3 % Forschungsquote bis 2013 Forschungsausschuss debattiert Forschungsbericht 2010
Wien (PK) - Die Forschungsquote in Österreich beträgt derzeit
2,76 % des BIP und wird im Jahr 2013 den Wert von 3 % erreichen,
für 2017 ist mit einem Anteil von 3,5 % Ausgaben für Forschung
und Entwicklung am BIP und für 2020 mit einer Quote von 3,76 % zu
rechnen. Dies teilte Bundesministerin Beatrix Karl heute
anlässlich der Debatte des Forschungsausschusses über den
Forschungsbericht 2010 mit.
Aus dem Bericht geht hervor, dass der Aufholprozess Österreichs
in Bezug auf die Ausgaben für Forschung und Entwicklung nunmehr
abgeschlossen ist und Österreich derzeit mit seiner F+E-Quote an
dritter Stelle unter den 27 EU-Staaten liegt. Die
Wirtschaftskrise hat im letzten Jahr zu einem Rückgang der
Forschungsausgaben vor allem der Unternehmen geführt, aufgrund
der stärker gestiegenen staatlichen Mittel ist es aber nicht zu
dem befürchteten Einbruch gekommen. Was die Humanressourcen
betrifft macht, der Bericht auf den relativ niedrigen
AkademikerInnenanteil sowie auf den Umstand aufmerksam, dass nach
wie vor die Frauen in den Bereichen Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaften und Technologie unterproportional vertreten
sind.
In der Debatte zeigte sich Abgeordneter Kurt Gartlehner (S)
erfreut über die Steigerung der F+E-Quote, drückte aber seine
Sorge über die Auswirkungen der Krise auf die
Forschungsaktivitäten der Unternehmen aus. Überdies meinte er,
das Problem der österreichischen Forschung liege in den
Personalressourcen, wo noch ein großer Aufholbedarf bestehe.
Gartlehner leitete daraus die Notwendigkeit ab, das
Bildungssystem neu zu konzipieren.
Abgeordneter Rainer Widmann (B) merkte kritisch an, einige wenige
Betriebe würden den großen Brocken der Forschungsförderung
erhalten, und plädierte für eine stärkere Streuung und besondere
Berücksichtigung von jungen und innovativen Unternehmen bei der
Förderung.
Abgeordnete Ruperta Lichtenecker (G) befürchtete Einschränkungen
des Forschungsbudgets als Folge der Budgetkonsolidierung und
vermisste zudem eine konkrete Forschungsstrategie. Ihre
Fraktionskollegin Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souchill beklagte
den geringen Frauenanteil bei den technischen Studiengängen und
sah das Bildungssystem gefordert, Mädchen entsprechend zu
fördern.
Abgeordneter Gerhard Deimek (F) stellte fest, finanziell tue sich
etwas bei der Forschung, ortete aber ein qualitatives Problem und
meinte, es fehle die Breite und Spitze. Man sollte an den
Universitäten weniger über Zugangsbeschränkungen nachdenken, war
seine Schlussfolgerung aus dem niedrigen AkademikerInnenanteil.
Abgeordneter Christian Höbart (F) zeigte sich alarmiert über den
niedrigen Qualifikationsgrad von Jugendlichen mit
Migrationshintergrund und sah diesbezüglich großen
Handlungsbedarf der Politik.
Abgeordnete Karin Hakl (V) begrüßte es, dass der Bund mit seinen
Ausgaben den Einbruch des Unternehmenssektors auffangen konnte,
bemängelte aber einen ihrer Meinung nach zu geringen Output der
Förderungen.
Bundesministerin Beatrix Karl meinte grundsätzlich, der Bericht
bringe klar zum Ausdruck, dass Forschung, Innovation und
Technologie die treibenden Faktoren für eine nachhaltige
Entwicklung und für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des
Standortes sind. Was die Humanressourcen betrifft, müsse es, wie
sie betonte, gelingen, auf allen Ebenen das beste Bildungssystem
sicherzustellen. Handlungsbedarf sah sie dabei vor allem durch
den Umstand gegeben, dass im Bereich der technischen und
naturwissenschaftlichen Fächer Studierende sowie Forscherinnen
und Forscher fehlen. Dieser Entwicklung müsse durch bessere
Information über die gesamte Bandbreite der Studienfächer
entgegengetreten werden. Dabei gehe es darum, bereits im
frühesten Alter das Interesse für Naturwissenschaft und Technik
zu wecken und vor allem die Mädchen anzusprechen.
Karl wies weiters auf die Notwendigkeit hin, die Stärken im
österreichischen Forschungsbereich zu bündeln, und kündigte die
Einrichtung von sogenannten Excellenz-Clustern aus den 100 Mio. €
aus der geplanten Ökologisierung des Steuersystems an. Damit
solle es möglich werden, österreichische Forschung international
sichtbar zu machen, die besten Rahmenbedingungen zur Verfügung zu
stellen und den Nachwuchs zu fördern.
Klar war sich Karl auch über die große Bedeutung der
Grundlagenforschung. Ziel sei es, die Ausgaben für diesen Bereich
in den nächsten zehn Jahren zu verdoppeln. Die Ministerin gab in
diesem Zusammenhang aber zu bedenken, dass es keineswegs darum
gehe, Grundlagenforschung und angewandte Forschung gegeneinander
auszuspielen.
Der Bericht wurde mit S-V-F-B-Mehrheit zur Kenntnis genommen.
Weiter in der Warteschleife verblieben Anträge des BZÖ in denen
Abgeordneter Rainer Widmann die Umsetzung der Empfehlungen des
Rechnungshofs bezüglich Verwaltungsreform im Bereich
Forschungspolitik (556/A(E) bzw. ein
Forschungsfinanzierungsgesetz einforderte, das eine zumindest
dreijährige verbindliche Finanzierungsgrundlage bietet
(1051/A/(E)). Beide Initiativen wurden mit den Stimmen der
Regierungsparteien vertagt.
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