- 24.06.2010, 11:24:21
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Foglar beim 2. IGB-Kongress: Politik muss sich endlich von Finanzlobbies trennen
Zahl der Reichen steigt auch in der Krise
Wien/Vancouver (OTS/ÖGB) - "Vor vier Jahren wurde der
Internationale Gewerkschaftsbund in Wien ins Leben gerufen", sagte
ÖGB-Präsident Erich Foglar gestern Nachmittag vor den Delegierten des
2. Kongresses des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) im
kanadischen Vancouver. "Wir haben uns damals das Ziel gesteckt, eine
grundlegende Änderung der globalen Weltwirtschaft herbeizuführen. Die
Wirtschaftskrise zeigt, dass unsere Kritik berechtigt war und dass es
endlich an der Zeit ist, dem zügellosen Finanzkapitalismus ein Ende
zu setzen."++++
In Österreich sei es zwar, auch Dank funktionierender
Sozialpartnerschaft, gelungen, mit Kurzarbeit, aktiver
Arbeitsmarktpolitik und Konjunkturpaketen die Folgen der Krise zu
dämpfen, die internationalen Auswirkungen seien jedoch katastrophal,
sagte Foglar: "34 Millionen mehr Arbeitslose, 5.000 Milliarden Dollar
weltweit an Rettungspaketen für Banken und Konjunkturprogramme. Im
gleichen Zeitraum ist die Zahl der Dollarmillionäre um 14 Prozent und
die Vermögenswerte um 11,5 Prozent auf 62,6 Billionen Dollar
ge?stiegen." Die Staaten hätten um den Preis von hohen Defiziten den
Vermögenden ihr Eigentum gerettet, und nun müssten sich die
SteuerzahlerInnen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer anhören,
sie hätten über ihre Verhältnisse gelebt. Pensionen, Löhne und
Sozialausgaben seien nicht mehr finanzierbar. Sparpakete und brutale
soziale Einschnitte sind die Folge.
Für Foglar werde der IGB-Kongress daher mit der starken Stimme von
weltweit 175 Millionen Mitgliedern den Regierungen, insbesondere
jenen der G20-Staaten, eine klare Botschaft senden: "Trennt euch
endlich von den Finanzlobbies und neoliberalen Ökonomen in euren
Beraterstuben und bindet die Gewerkschaften ein, wir haben die
vernünftigeren Alternativen zum Wohle der Menschen und nicht der
Profite und Boni."
Foglar forderte in seiner Rede strenge Regulierung des Finanzsektors,
eine internationale Transaktionssteuer und die Schließung sämtlicher
Steueroasen. Die Banken müssten durch eine Bankenabgabe deutlich an
den Krisenkosten beteiligt werden. "Wir brauchen mehr
Verteilungsgerechtigkeit, damit zukünftiges Wirtschaftswachstum auch
tatsächlich der Mehrheit der Menschen zugute kommt, wir müssen einen
gerechten Ausgleich zwischen Nord und Süd, zwischen der wohlhabenden
Minderheit und der verarmten Mehrheit der Weltbevölkerung
herbeiführen, und wir brauchen ein nachhaltigeres, umwelt- und
ressourcenschonendes Wirtschaftssystem."
Rückfragehinweis:
Nani Kauer, MA
0664 6145 915
www.ituc-csi.org
www.oegb.at
www.fairteilen.at
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