• 21.06.2010, 11:42:32
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ÖGKV fordert zielgerechten Einsatz von Kompetenzen der Fachpflege

Pflegekosten in Österreich - ein Fass ohne Boden?

Wien (OTS) - Die schlechten Nachrichten sind längst bekannt: Die
Kosten für Pflege und Betreuung steigen jährlich um bis zu 15
Prozent. Gleichzeitig steuert Österreich in den nächsten Jahren auf
einen dramatischen Pflegenotstand zu. Laut Statistik Austria haben
bereits 480.000 Personen Probleme bei den Basisaktivitäten des
täglichen Lebens, wie beispielsweise alleine zu essen, ohne Hilfe
Köperpflege durchzuführen oder sich selbst anzukleiden. Weitere
600.000 Menschen können auf Grund ihrer eingeschränkten körperlichen
Verfassung weder die tägliche Hausarbeit noch den Einkauf für den
persönlichen Bedarf durchführen. Akutkrankenhäuser sind sicher kein
geeigneter Platz zur Pflege chronisch Kranker und Rekonvaleszenter.
Gleichzeitig sinkt die Zahl der Pflege und Betreuung durch
Familienangehörige ständig.

"Das Vorhaben Pflegebedürftige möglichst lange zu Hause zu
versogen, ist wohl der richtige Ansatz, jedoch fehlt es derzeit
gänzlich an den dafür notwendigen Strukturen", meint Ursula Frohner,
Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und
Krankenpflegeverbandes (ÖGKV).

Laut Rechungshofbericht finden im Bundesland Tirol derzeit bis zu
40 Prozent der ärztlichen Gutachten für die Pflegegeldeinstufung ohne
Hausbesuch statt,. ebenso fehlen bundesweite einheitliche
Qualitätskriterien, "hier kann wohl kaum von effektiver oder
zielgerichteter Verwendung der zur Verfügung stehenden Mitteln
ausgegangen werden", betont Frohner weiter.

Die Kompetenz des Fachpflegepersonals ist für die Definition des
pflegebedingten Mehraufwands dringend zu nutzen. Als weitere
Lösungsansätze sind aus der Sicht des Österreichischen Gesundheits-
und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV) Pflege- und Betreuungsmodelle mit
den entsprechenden Berufsgruppen gemeinsam und vor Ort, wie bereits
im Regierungsabkommen vorgesehen, im Sinne einer sozialen Diagnostik,
zu erstellen. Ein wichtiger Faktor in der Erhaltung und Unterstützung
pflegender Angehöriger ist die gezielte Beratung durch
Fachpflegepersonal. Die Kenntnisse der Familiengesundheitspflege sind
dringend anzuwenden und die Ausbildung in diesem Bereich vermehrt
umzusetzen. Präventive Hausbesuche bei SeniorInnen durch Angehörige
des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sind dazu
geeignet, bereits im Vorfeld Gefahrenpotentiale, wie etwa das
Sturzrisiko zu erfassen und damit Folgekosten zu senken. Darüber
hinaus ist Pflege und Betreuung nicht ausschließlich als
Kostenfaktor, sondern als zentraler Leistungsfaktor des Gesundheits-
und Sozialsystems zu sehen.

Rückfragehinweis:

Ursula Frohner
   Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband - ÖGKV
   Wilhelminenstraße 91/IIe, 1160 Wien
   T:+43 1/ 478 27 10
   F:+43 1/ 478 27 10-9
   [email protected]
   www.oegkv.at

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