OTS0156 / 16.06.2010 / 11:52 / Channel: Politik / Aussender: Freiheitlicher Parlamentsklub - FPÖ
Stichworte: Benefiz-Gala / FPÖ / Justiz / Kindesmissbrauch / Spenden / Strache / Wien


Missbrauchsvorwürfe gegen Wiener Kinderheim: HC Strache kritisiert "Mauer des Schweigens"

Utl.: FPÖ-Obmann ortet zweierlei Maß bei Aufarbeitung von Kindesmissbrauch =


   Wien (OTS) - Das August-Aichhorn-Haus, ein Wiener Heim für schwer
erziehbare Kinder, steht seit Jahren im Zentrum schwerer Vorwürfe
wegen sexuellen Kindesmissbrauchs, die sich zuletzt verdichtet haben.
Auch zu Drogenkurier-Diensten sollen die Kinder dort eingesetzt
worden sein, schilderte unlängst ein Ex-Zögling gegenüber der
Internet-Zeitung www.unzensuriert.at. 
"Anstatt sich diesen Vorwürfen zu stellen und zu ihrer Klärung
beizutragen, besitzen die Verantwortlichen dieses Heims auch noch die
Frechheit, in großem Stil für ihre Arbeit Spenden zu sammeln",
kritisiert FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache. Im Rahmen einer
Benefiz-Gala im Ronacher treten heute die Kabarettisten Robert
Palfrader, Andreas Vitasek und Roland Düringer auf. Das Haus ist
ausverkauft, rund 30.000 Euro aus Eintrittskarten sind zusammen
gekommen. Auffällig ist die Benefiz-Veranstaltung auch vor dem
Hintergrund, dass der Verein kein Spendengütesiegel besitzt und
überdies für die Betreuung pro Tag und Kind 193 Euro von der Stadt
Wien erhält, in Summe für die 7 betreuten Kinder also rund 40.000
Euro monatlich.
"Der Aufklärungsarbeit eines einzigen Journalisten der Wiener Zeitung
ist es zu verdanken, dass dieses Geld nun bei einem Notar geparkt und
eingefroren wird, bis die Ermittlungen beendet sind", schildert
Strache. Die anderen Medien würden den mutmaßlichen
Missbrauchsskandal ignorieren: "Eine Mauer des Schweigens schützt
seit mindestens zehn Jahren die Verantwortlichen und lässt sie in
ihrem Treiben unbehelligt", so Strache. Noch schlimmer: Zwei der
ehemaligen Vorstandsmitglieder des Trägervereins dieses Heimes sitzen
heute in jener Kommission, die Missbrauchsvorwürfe in der
katholischen Kirche aufklären soll. "Um die Skandale in ihrem eigenen
Wirkungsbereich scheren sich die Herren Jesionek und Leixnering aber
nicht", stellt Strache empört fest.
Der FPÖ-Obmann fordert die Justizbehörden einmal mehr auf, die
Ermittlungen rasch und ohne Rücksicht auf die involvierten Personen
zu führen: "Es ist schon auffällig, dass da überhaupt nichts
weitergeht, wenn man weiß, dass dieser Trägerverein zum Zeitpunkt der
angeblichen Übergriffe auf Kinder in erster Linie von SPÖ-Granden
besetzt war." Offenbar werde bei der Aufarbeitung von
Kindesmissbrauch mit zweierlei Maß gemessen, vermutet Strache: "In
der Kirche wird ermittelt und jeder Fall auch medial groß berichtet,
im Einflussbereich der Stadt Wien wird vertuscht und zugedeckt."
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