• 09.06.2010, 14:12:22
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FPÖ: Strache: Missbrauchsopfer außerhalb der Kirche nicht vergessen!

Kommissionsmitglied Jesionek war selbst im Trägerverein eines Heims, das mit massiven Vorwürfen konfrontiert ist

Wien (OTS) - "Die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch an Kindern
wird in Österreich einseitig betrieben", erklärt
FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache angesichts der Zwischenbilanz der
Anwaltschaft für Missbrauchsopfer der katholischen Kirche unter der
Leitung von Waltraud Klasnic: "Es ist höchste Zeit, dass auch eine
staatliche Kommission eingerichtet wird, welche die Missbrauchfälle
in öffentlichen Einrichtungen beleuchtet, wie dies mittlerweile auch
einige Mitglieder der Kirchenkommission fordern", so Strache.

Inbesondere übt der FPÖ-Obmann Kritik an einzelnen
Kommissionsmitgliedern, die nun zwar in der Kirche für Aufklärung
sorgen wollen, selbst aber keinen Beitrag zur Klärung von
mutmaßlichen Missbrauchsfällen im eigenen Umfeld geleistet hätten. So
saß der Präsident des Opferschutzvereins "Weißer Ring", Udo Jesionek,
im Jahr 1999 im Vorstand des "Verein für
sozialpädagogisch-therapeutische Betreuung", der damals Betreiber des
umstrittenen August-Aichhorn-Hauses in Wien war - ebenso wie der
Kinderpsychiater Werner Leixnering. Zusätzlich tummelte sich damals
einige Wiener SPÖ-Prominenz in dem Heim-Trägerverein wie die
ehemalige Zweite Landtagspräsidentin Erika Stubenvoll und der noch
aktive Landtagsabgeordnete Alois Mayer.

"Es gibt unglaubliche Vorwürfe gegen das Heim, die von organisiertem
sexuellem Missbrauch bis hin zu Drogenkurierdiensten durch
Heimzöglinge reichen", so Strache. Trotz immer wieder formulierter
Vorwürfe und zahlreicher betroffener Zeugen habe der einzige Prozess
in dieser Angelegenheit vor acht Jahren mit einem Freispruch mangels
Beweisen geendet: "Seither tut sich juristisch nichts, und den Opfern
wird einfach kein Glauben geschenkt."

Laut Berichten von ehemaligen Zöglingen haben sich im
August-Aichhorn-Haus vor rund zehn Jahren grauenhafte Ereignisse
zugetragen. In Medien war schon des öfteren von organisiertem
Kindesmissbrauch auf Sex-Partys die Rede. Zuletzt hat ein ehemaliger
Internats-Schüler gegenüber der Internet-Zeitung www.unzensuriert.at
auch Vorwürfe des organisierten Drogenhandels im Auftrag von
Mitarbeitern des Heims erhoben (abzurufen unter:
http://www.unzensuriert.at/001007-ex-z-gling-klagt-drogenhandel-im-ki
nderheim-video).

"Was für die Opfer der Kirche gilt, muss für die Opfer öffentlicher
Einrichtungen genauso gelten", stellt Strache klar, "nämlich, dass
sie angemessen entschädigt werden und die Verantwortlichen hier wie
dort dafür haftbar gemacht und bestraft werden."

Rückfragehinweis:

Freiheitlicher Parlamentsklub
   Tel.: 01/ 40 110 - 7012
   mailto:[email protected]
   
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