- 31.05.2010, 12:25:47
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Tierschutzprozess: Rauchbombe bei Kleider Bauer - doch die Falschen vor Gericht?
Alle sind verdächtig: SOKO ermittelt weiter und "findet" Parallelen zwischen dem Bekennerschreiben und der Aussage eines Anwalts der Angeklagten
Wien (OTS) - Seit Ende 2006 wird ermittelt und es ist kein Ende
der SOKO abzusehen. Wie bei allen sozialen Bewegungen, gibt es auch
im Tierschutz immer wieder Vorfälle und Straftaten. Erst jetzt wurde
bekannt, dass Ende März eine zeitverzögerte, zigarettenschachtelgroße
Rauchbombe in einer Kleider Bauer Filiale in Innsbruck von
Unbekannten als Protest gegen den Pelzverkauf platziert worden ist.
Die SOKO hat dazu einen Ermittlungsbericht verfasst, der jetzt im
Tierschutzprozess präsentiert wurde.
Der VGT-Obmann DDr. Martin Balluch kommentiert: "Staatsanwalt und
Innenministerin hatten zuerst groß verkündet, dass es im Tierschutz
nur noch wenige Straftaten gebe und deshalb offenbar die Richtigen
vor Gericht säßen. Blickt man hinter die Propaganda auf die nackten
Fakten, dann zeigt sich, dass allein seit Prozessbeginn bereits 2
Sachbeschädigungen und 1 Rauchbombe von Unbekannten gegen Kleider
Bauer eingesetzt wurden. Also doch die Falschen vor Gericht?
Diese Vorfälle werden aber jetzt offenbar auch den Angeklagten
angelastet. Ob viele oder wenige Straftaten, immer beweise das die
Schuld der Angeklagten. Wenn man ohne Nachweis eines Zusammenhangs zu
einer Straftat angeklagt werden kann, wie das mittels §278a in diesem
Verfahren geschieht, dann sind auch die vorgeworfenen Straftaten
beliebig wählbar. Macht man uns weiterhin willkürlich für jede
weitere Straftat im Tierschutz verantwortlich, dann brauchen wir
diesen Gerichtssaal in diesem skurrilen Prozess nicht mehr zu
verlassen. Irgendwelche Vorfälle im Tierschutz wird es immer geben."
Im SOKO-Bericht zu diesem Rauchbomben-Vorfall wird der Zusammenhang
mit den Angeklagten so begründet:
Die Straftat sei nach Prozessbeginn aufgetreten und richte sich
gegen Kleider Bauer, und es gebe ein Bekennerschreiben, das in
Englisch und Deutsch auf einer amerikanischen Webseite stünde. Und
dann behauptet die SOKO noch, dass es inhaltliche Parallelen zwischen
dem Bekennerschreiben und Aussagen des Anwalts Mag. Traxler der
Angeklagten gebe, die dieser in einem Interview getroffen hätte!
DDr. Balluch dazu: "Das ist das Niveau, in dem hier
'Zusammenhänge' hergestellt werden. Verdächtig sind alle, die sich
irgendwie im Tierschutz engagieren, und sei es, indem sie Angeklagte
verteidigen. Es gibt in Wirklichkeit keinen faktischen Zusammenhang
zwischen diesem Rauchbomben-Vorfall und den Angeklagten oder ihren
AnwältInnen. Aber es gibt auch keinen Zusammenhang zwischen
irgendeiner Straftat und den Angeklagten, das hat das Verfahren
bisher eindeutig ergeben. Wenn mittels §278a Zusammenhänge erfunden
werden können, dann kann das jeden treffen - sogar gesetzlichen
Prozessvertreter!"
Und DDr. Balluch schließt: "Dieser Prozess ist eine Farce. Ich
bitte alle unabhängigen JournalistInnen sich dieses Verfahren selbst
anzuhören und dann objektiv zu berichten. Ich kann mir kaum
vorstellen, dass jemand, der das persönlich erlebt hat, nicht echt
geschockt davon ist, was hier vor sich geht!"
Rückfragehinweis:
DDr. Martin Balluch, Tel.: 01/9291498,
Email: [email protected]
Verein gegen Tierfabriken, Email: [email protected]
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