• 07.05.2010, 11:09:56
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"Für die Heimat kein Opfer zu schwer" - Dokumentation über Folterungen in Südtirol der Öffentlichkeit vorgestellt

Ein dunkles Kapitel der Schande der Vergessenheit entrissen

Linz (OTS) - Gestern stellte Helmut Golowitsch, Autor mehrerer
zeitgeschichtlicher Forschungsergebnisse zur Südtirolfrage, im
Pressezentrum des Alten Rathauses in Linz im Rahmen einer festlichen
Veranstaltung vor weit über 100 Zuhörern sein neuestes
Dokumentarwerk "Für die Heimat kein Opfer zu schwer" der
Öffentlichkeit vor.

Eingeladen zu dieser Buchpräsentation hatten der Obmann des
Bergiselbundes, Abg. zum Nationalrat Werner Neubauer, und der Obmann
des Freiheitlichen Akademikerverbandes, DI Dr. Volker Kienberger.
Wie Werner Neubauer erklärte, wird hier ein dunkles Kapitel der
Schande der Vergessenheit entrissen und mahnend für die Zukunft
dokumentiert. Die Folterknechte seien durch die italienische Justiz
nie bestraft worden, die Gefolterten hätten nie eine Widergutmachung
erhalten und keine italienische Regierung habe sich je für das
unfaßbare Geschehen bei den Opfern entschuldigt.

Der Titel der Dokumentation wurde in Anlehnung an eine Passage aus
einem Folterbericht eines Südtiroler politischen Häftlings des Jahres
1961 gewählt, der in einem aus dem Gefängnis hinaus geschmuggelten
Brief detailliert seine Folterung durch die Carabinieri beschrieben
hat.

Nach den Protestanschlägen des "Befreiungsausschusses Südtirol" (BAS)
des Jahres 1961 und der folgenden Jahre auf Strommasten war es zu
entsetzlichen Folterungen wehrloser Gefangener in italienischen
Carabinierikasernen in Südtirol gekommen. Zwei Häftlinge waren noch
im Gefängnis den Folgen der Folterungen erlegen, weitere verstarben
in den nächsten Jahren viel zu früh. In der vorliegenden
Dokumentation werden zahlreiche Folterberichte und Dokumente aus
Archiven erstmals an das Tageslicht gebracht und zum Teil in
Faksimile wiedergegeben, die ein erschütterndes Bild des damaligen
grausigen Geschehens vermitteln.

Zu der Buchpräsentation waren zahlreiche Vertreter des öffentlichen
Lebens erschienen, darunter MEP Mag. Franz Obermayr, der Präsident
des OÖ Landtages DI Dr. Adalbert Cramer, Landesrat Dr. Manfred
Haimbuchner, Bundesrat Elmar Podgorschek, Stadtrat Mag. Detlef Wimmer
sowie zahlreiche Gemeinderäte.

Für große Erschütterung unter den Zuhörern sorgten Erlebnisberichte
ehemaliger Südtiroler Freiheitskämpfer, die nach Linz gekommen waren
und auf der gestrigen Veranstaltung über ihre damaligen
schrecklichen Erlebnisse berichteten. Die Veranstaltung wurde von dem
Musikensemble Alexander Blechinger mit Tiroler Liedern und
Musikvariationen eigener Komposition würdig umrahmt.

Rückfragehinweis:

Freiheitlicher Parlamentsklub
   Tel.: 01/ 40 110 - 7012
   mailto:[email protected]
   
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