• 01.04.2010, 11:00:04
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Kaske: Anstieg der Arbeitslosigkeit ist noch nicht gebannt

Brauchen ausreichend Geld für aktive Arbeitsmarktpolitik und höheres Arbeitslosengeld

Wien (OTS/ÖGB) - Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist noch nicht
gebannt. Inklusive SchulungsteilnehmerInnen waren im März 350.337
Personen als arbeitslos registriert, das sind um 16.330 mehr als im
März des Vorjahres (plus 4,9 Prozent). "Selbst für 2011 geben die
Arbeitsmarktforscher keine Entwarnung. Deshalb müssen auch für
kommendes Jahr ausreichend Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik
vorgesehen werden", verlangt ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und
vida-Vorsitzender Rudolf Kaske. Zusätzlich fordert der ÖGB eine
bessere Absicherung bei Arbeitslosigkeit sowie ein Impulsprogramm zur
Schaffung von Beschäftigung in Zukunftsjobs.++++

Besonders betroffen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit sind ältere
ArbeitnehmerInnen, Langzeitarbeitslose, sowie Menschen mit
Behinderung. "Bei den Jugendlichen konnte mit der Umsetzung der
Ausbildungsgarantie die Situation verbessert werden. Jetzt geht es
darum, Maßnahmen für die rasche Wiederbeschäftigung älterer
ArbeitnehmerInnen zu schnüren", so Kaske. Von den Unternehmen fordert
Kaske ein Umdenken. "Sie verabschieden allzu leichtfertig
ArbeitnehmerInnen mit Erfahrung. Damit geht ihnen wertvolles Know-how
verloren - doch dieses ist für den Erfolg eines Unternehmens
wesentlich."

Kritik übt Kaske daran, dass viele Arbeitgeber ihrer Verpflichtung
zur Einstellung von Menschen mit Behinderung nicht nachkommen und
sich stattdessen durch Zahlung der Ausgleichstaxe freikaufen. Die
Ausgleichstaxe pro offener Pflichtstelle beträgt derzeit 223 Euro pro
Monat. "Man sollte darüber nachdenken, ob dieser Betrag nicht zu
niedrig ist", erklärt der ÖGB-Arbeitsmarktsprecher.

Die für 2011 geplanten Budgeteinsparungen im Bereich Arbeit im Ausmaß
von 124,6 Millionen Euro hält Kaske für einen Schritt in die falsche
Richtung. "Einsparungen bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik bedeuten,
dass es entweder weniger Schulungen geben wird oder deren Qualität
sinkt", befürchtet der Gewerkschafter. Angesichts der anhaltenden
Arbeitslosigkeit wiederholt Kaske auch die Forderung nach einer
Erhöhung des Arbeitslosengeldes und nach Wegfall der Anrechnung des
Partnereinkommens bei der Notstandshilfe. "Arbeitslosigkeit darf
nicht zu einem Abrutschen in die Armut führen. Sogar von der OECD hat
Österreich wegen des niedrigen Arbeitslosengeldes bereits Kritik
geerntet", sagt Kaske.

Insgesamt wünscht sich Kaske eine offensivere Vorgangsweise der
Regierung bei der Bekämpfung der Krise. "Es wurde gut begonnen, jetzt
darf man angesichts der nur bescheidenen Wachstumsprognosen nicht zu
früh die Luft rausnehmen", sagt der ÖGB-Arbeitsmarktsprecher. Es
brauche rasch ein weiteres Impulsprogramm, das die Wirtschaft
ankurbelt und auf die Schaffung von Zukunftsjobs setzt. Das Programm
solle vor allem Investitionen in den Bildungsbereich, in Jobs in
Pflege und Betreuung und in die thermische Sanierung enthalten,
verlangt Kaske.

Rückfragehinweis:
vida Öffentlichkeitsarbeit
Martina Fassler
Tel: 01/53 444 79 260
[email protected]
www.vida.at

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