- 20.03.2010, 09:03:50
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Beim Reden kommen die Leut z'samm" (Von Mario Zenhäusern)
Ausgabe vom 20.3.2010
Innsbruck (OTS) - Steixner und Wallnöfer diskutieren jetzt
zumindest über den Kriterienkatalog. Damit ist schon viel getan.
Der Kriterienkatalog über die künftige Nutzung bzw. den Ausbau der
Wasserkraft in Tirol hat die hiesige Politik in den vergangenen
Wochen elektrisiert. Selten zuvor hat ein an und für sich
lobenswerter Vorschlag - nämlich die Argumente aller Beteiligten in
einem Regelwerk zusammenzufassen - derart negative Stellungnahmen
ausgelöst wie dieser Vorstoß von Landeshauptmannstellvertreter Toni
Steixner. Die großen Interessenvertretungen zerpflückten den
vorgelegten Entwurf regelrecht.
In der Zwischenzeit beginnt die eisige Mauer zwischen Tiwag-Boss
Bruno Wallnöfer und Steixner zu schmelzen. Mittlerweile reden sie
zumindest wieder miteinander, diskutieren über den Ausbau der
Wasserkraft in Tirol und über den Kriterienkatalog. Damit ist schon
viel getan. Nicht umsonst sagt ein altes Tiroler Sprichwort, dass
beim Reden die Leut' zusammenkommen.
An der Notwendigkeit neuer Wasserkraftwerke besteht kein Zweifel.
Gerade jetzt, wo jeder dritte Tiroler unter der Wirtschafts- und
Finanzkrise leidet, sorgen die Investitionen der Energiewirtschaft
für wichtige Impulse am heimischen Arbeitsmarkt. Aber diese Tatsache
entbindet niemanden vom verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.
Anton Steixner wollte mit seinem Kriterienkatalog den Spagat zwischen
Naturschützern und Kraftwerksbauern schaffen. Er ist gescheitert -
aber nur vorerst. Das Tauwetter zwischen ihm und Wallnöfer eröffnet
dem ambitionierten Projekt eine zweite Chance. Das Ziel, ein von
allen Seiten akzeptiertes Papier, das in naher Zukunft den Ausbau der
Wasserkraft in Tirol nicht nur regelt, sondern sogar beschleunigt,
wird zwar schwer oder gar nicht zu erreichen sein. Zu einbetoniert
sind die Argumente. Aber besser, als nichts zu tun, ist allemal, wenn
so viele Fachleute wie nur möglich an Lösungsvorschlägen arbeiten.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610
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