OTS0327 / 18.03.2010 / 17:14 / Channel: Politik / Aussender: Parlamentsdirektion
Stichworte: Bundesheerreform / Landesverteidigungsausschuss


Heftige Kritik der Opposition an Heeresminister Darabos Verteidigungsausschuß: Mißtrauensantrag scheitert an S-V-Mehrheit =


   Wien (PK) - In einer mehrstündigen Aussprache im heutigen 
Verteidigungsausschuss informierte Verteidigungsminister Norbert 
Darabos die Abgeordneten über den erreichten Stand der Umsetzung 
der Heeresreform und über die Zukunft des Reformvorhabens 
angesichts der geplanten Einsparungen im Heeresbudget. An den 
Empfehlungen der Bundesheerreformkommission halte er ebenso fest 
wie an seiner Priorität für Infrastrukturinvestitionen und 
Ausbildung, sagte Darabos. Der Minister räumte aber ein, dass ihn 
der Konsolidierungskurs dazu zwingen werde, nicht nur einzelne 
Reformvorhaben aufzuschieben, sondern auch Ziele der Reform 
anzupassen. Konkrete Vorschläge dazu würden derzeit vom 
Generalstab ausgearbeitet. Das Bundesheer sei aktuell und 
weiterhin bereit, alle von ihm geforderten Aufgaben zu erfüllen, 
hielt Darabos und sein Stellvertretender Generalstabschef Othmar 
Commenda fest. Kritik an mangelnder Einsatzbereitschaft des 
Heeres und wiederholt vorgebrachte Vorwürfe des Abgeordneten Pilz 
wegen Korruption bei Beschaffungsvorhaben des Heeres, 
insbesondere beim Eurofighter, aber auch beim Truppentransporter 
"Dingo" wies der Minister entschieden zurück. Ein mit zahlreichen 
Missständen beim Heer und mit dem Scheitern der Bundesheerreform 
begründeter Misstrauensantrag des F-Abgeordneten Mario Kunasek 
gegen Bundesminister Darabos scheiterte an der Mehrheit der 
Koalitionsparteien.
Einleitend präsentierte der Stellvertretende Generalstabschef 
Generalleutnant Othmar Commenda den Stand der Umsetzung der 
Bundesheer-Reform: Von 118 Empfehlungen der Bundesheerreform-
Kommission seien 30 vollständig, 32 überwiegend und 44 teilweise 
erfüllt, berichtete der Offizier. Die Führungsstruktur wurde 
gestrafft, die Akademie- und Schulstruktur optimiert, die Land-, 
Luft- und Spezialeinsatzkräfte neu strukturiert, die Miliz- und 
Mobilmachungsstruktur an die neuen Erfordernisse angepasst und 
die Ausbildungsabläufe angepasst. Die Einsatzfähigkeit des Heeres 
wurde durch Ausbau der Kaderpräsenzkräfte erhöht, die Standort- 
und Liegenschaftsentwicklung befinde sich in Umsetzung. 
Nicht erreicht habe man eine verfassungsmäßige Abbildung der 
Aufgaben und das Abgehen vom freiwilligen Grundsatz beim 
Auslandseinsatz sowie eine Anpassung des Dienst- und 
Besoldungsrechts. 
Die neuen budgetäre Situation zwinge das Bundesheer dazu, seine 
Reformziele neu zu justieren, teilte Commenda mit, es halte aber 
an den Empfehlungen der Bundesheerreform-Kommission fest, stellte 
der Generalstabsoffizier fest. 
Gegenüber kritischen Medienberichte zur Einsatzbereitschaft des 
Bundesheeres führte Commenda aus, das Heer sei hinsichtlich der 
aktuellen Bedrohungs- und Risikolage ausreichend einsatzbereit. 
Dafür sei es weder notwendig noch zweckmäßig, immer 100 % des 
Materials und des Personals einsatzfähig zu halten, sagte der 
Offizier und stellte fest, Momentaufnahmen ließen keine Aussage 
über die Einsatzbereitschaft des Heeres insgesamt zu. 2009 waren 
im Durchschnitt 1.255 Bundesheersoldaten im Auslandseinsatz und 
750 Soldaten im Assistenzeinsatz. 3.030 Personen leisteten 27.344 
"Manntage" an Katastrophenhilfe im Inland. 3.705 Soldaten zählten 
zu den präsenten Kräften, etwa in Kaderpräsenzeinheiten, 
berichtete der Offizier. 
Der Eurofighter habe sich 2009 noch in der Zulaufphase befunden, 
im Zeitraum Oktober 2009 aber bereits einen technischen Klarstand 
von 35,3 % - "2 % über Soll" - erreicht. Die Luftraumüberwachung 
sei stets sichergestellt gewesen. 
Als "lagengepasst" bezeichnete Generalleutnant Commenda auch die 
Einsatzbereitschaft der Panzer. 55,3 % der Kampfpanzer und 36,6 % 
der Schützenpanzer seien einsatzbereit. 
Veränderungsbedarf sah der Offizier beim legistischen Rahmen und 
sprach sich für ein Auslandseinsatz-Befugnisgesetz aus für, die 
Modernisierung des Dienstrechts sowie für Maßnahmen zur 
Attraktivierung zeitlich befristeter Berufssoldatenlaufbahnen 
aus. Zudem schlug Commenda Anpassungen in der Sicherheitsdoktrin 
und beim Konzept der umfassenden Sicherheitsvorsorge vor. 
Strukturell gehe darum, die Präsenzorganisation an die 
personellen Ressourcen anzupassen und die Einsatzorganisation im 
bisherigen Umfang zu erhalten. Personal, das in den neuen 
Strukturen nicht mehr verwendbar sei, sollte rasch abgebaut und 
die Präsenzfähigkeit trotz rückläufigen Aufkommens an 
Wehrpflichtigen aufrechterhalten bleiben. 
Angesichts der Budgetknappheit empfahl der Offizier Maßnahmen zur 
Senkung des hohen Betriebsaufwands, zur Reduzierung von 
Lagerkapazitäten und für mehr Effizienz im Betrieb des Heeres. 
Während bei den Baumaßnahmen keine Kürzungen vorgesehen seien, 
gehe es darum, nicht mehr genutzte Infrastruktur konsequent zu 
verwerten, um Einnahmen zu erzielen und Betriebskosten zu sparen. 
Bundesminister Norbert Darabos wies mediale Kritik wegen seiner 
Anwesenheit bei den Olympischen Spielen in Vancouver als 
Sportminister zurück, verteidigte diese Auslandsreise als 
sinnvollen Beitrag zur internationalen Präsenz Österreichs und 
trat auch Vorwürfen entgegen, er kümmere sich zu wenig um das 
Bundesheer. Tatsächlich habe er die Bundesheerreform 
vorangetrieben und keiner Intervention nachgegeben, die auf 
Änderungen am Kasernenschließungsprogramm gerichtet war. 
Angesichts der Finanz- und Wirtschaftkrise müsse sich Österreich 
neuen budgetären Herausforderungen stellen - und das gelte auch 
für das Bundesheer. 
Die Einsatzbereitschaft des Heeres sei ebenso gegeben wie seine 
Fähigkeit, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Das Heer 
könne alle an ihn gestellten Aufgaben erfüllen, insbesondere auch 
die Luftraumüberwachung. Dafür sei es nicht notwendig, zu jeder 
Zeit alle Geräte und alle Piloten zur Verfügung zu haben, sagte 
Darabos. Die Reform des österreichischen Bundesheeres könne auch 
im Rahmen der reduzierten Budgets ab 2011 fortgesetzt werden. Es 
werde aber notwendig sein, Reformziele anzupassen, nur einzelne 
Maßnahmen zu verschieben, werde nicht ausreichen, teilte der 
Verteidigungsminister den Abgeordneten in seinem 
Einleitungsstatement mit. 
Abgeordneter Stefan Prähauser (S) sprach von einer guten Arbeit 
der Evaluierungskommission und bedauerte den Auszug einzelner 
Abgeordneter aus dieser Kommission. Die Verringerung des 
Milizstandes sei eine Folge der Verkürzung des Präsenzdienstes 
auf sechs Monate, sagte der Abgeordnete, verlangte aber, die 
Auswirkungen der Bundesheerreform auf die Miliz genau zu prüfen. 
Besonders wichtig seien Investitionen in die Unterkünfte der 
Grundwehrdiener und in die Arbeitsplätze der Soldaten, betonte 
Prähauser, der die hohe Moral der Truppe lobte. 
Abgeordneter Norbert Kapeller (V) machte darauf aufmerksam, dass 
der von Generalleutnant Commenda präsentierte Evaluierungsbericht 
vom Beirat nicht genehmigt worden sei, und äußerte sich kritisch 
über die geringe Zahl Sitzungen des Verteidigungsausschusses. 
Kapeller drängte auf Maßnahmen zur Verbesserung des Stellenwerts 
des Heeres in der Bevölkerung und fordert Minister Darabos auf, 
seine Aufgaben als Wehrminister wahrzunehmen. Der Abgeordnete 
vermisste eine Regierungsvorlage für ein Auslandseinsatz-
Befugnisgesetz, kritisierte die Absicht, den Fahrzeugstand des 
Heeres zu reduzieren und erkundigte sich nach der Zukunft des 
Assistenzeinsatzes nach der Kritik des Rechnungshofes an der 
nicht gegebenen Kosten-Nutzen-Relation. 
Abgeordneter Peter Fichtenbauer (F) kündigte einen Entwurf für 
ein Auslandseinsatz-Befugnisgesetz durch seine Fraktion an und 
konzentrierte sich auf die Frage, wo künftig schwerpunktmäßig 
gespart werden soll. Für problematisch hielt Fichtenbauer eine 
Reduktion der Flugstunden, weil dies die Einsatzfähigkeit der 
Piloten beeinträchtigen würde. 
Abgeordneter Peter Pilz (G) kritisierte, der Vortrag von 
Generalleutnant Commenda sei mit den Fraktionen im 
Verteidiungsausschuss nicht abgestimmt gewesen. Das Scheitern der 
Bundesheerreform unter Minister Darabos gehe auf den Widerspruch 
zurück, gleichzeitig die Eurofighter und die Reform finanzieren 
zu wollen. Dazu komme der Assistenzeinsatz an der Ostgrenze, der 
nicht der Sicherheit Österreichs, sondern der SPÖ Burgenland 
diene, wie Pilz pointiert formulierte. Die mangelnde 
Einsatzfähigkeit der Eurofighter habe zur monatelangen 
Verschiebung von Einsatzübungen geführt, berichtete Pilz, der auf 
Probleme bei der Software und auf teure Ersatzteilbeschaffungen 
hinwies. Einmal mehr verlangte der Abgeordnete die Vorlage des 
Vertrages zwischen Darabos und den Eurofighter-Herstellern und 
einmal mehr konfrontierte Pilz Darabos mit dem Vorwurf, die 
"Eurofighter-Korruption" zu leugnen. Das Verhalten des Ministers 
in dieser Causa sei befremdlich und erwecke den Eindruck, er 
vertrete die Interessen des Eurofighter-Herstellers. Pilz 
untermauerte seine Vorwürfe mit Dokumenten der Staatsanwaltschaft 
Wien und hielt es für unverständlich, dass Darabos den 
Korruptionsverdacht bei der Eurofighter-Beschaffung leugne und 
darauf verzichte, aus diesem Vertrag aussteigen und so viel Geld 
für das Verteidigungsbudget zu lukrieren. Überdies kritisierte 
Pilz die Ausschreibung für des Transportfahrzeug "Dingo" als 
manipuliert; die technischen Anforderungen seien so formuliert 
worden, dass nur ein einziger Anbieter sie erfüllen konnte. "Wir 
brauchen ein Gesetz, das Beamte, die mit Beschaffungsvorgängen zu 
tun haben, dazu verpflichtet, alljährlich eine Vermögenserklärung 
abzugeben, forderte Pilz in der Absicht, der Korruption im 
militärischen Beschaffungswesen wirksam entgegenzutreten. 
Abgeordneter Rainer Widmann (B) klagte über das Absinken des 
Heeresbudgets auf 0,6 % des BIP und verlangte, das Ziel nicht aus 
den Augen zu verlieren, dem Heer 1 % des BIP zur Verfügung zu 
stellen. Besorgt zeigte sich der Redner auch hinsichtlich der 
Einsatzfähigkeit der Eurofighter und schlug vor, aus 
Kostengründen die Pilotenausbildung von Übersee nach Italien zu 
verlegen. Kritik übte der Redner an hohen Reisekosten des 
Sportministers. 
Abgeordneter Peter Stauber (S) drängte darauf, alle Soldaten mit 
neuen Kampfanzügen auszurüsten. 
Abgeordnete Gertrude Aubauer (V) setzte sich dafür ein, 
ehemaligen Zeitsoldaten zu helfen, deren Dienstzeiten nicht 
ausreichend als Pensionszeiten angerechnet werden. 
Abgeordneter Kurt List (B) beklagte Mangel an Nachwuchs beim 
Kaderpersonal und erkundigte sich nach der Möglichkeit, 
Arbeitslose im Bundesheer einzusetzen. 
Abgeordneter Mario Kunasek (F) forderte mehr Sitzungen des 
Landesverteidigungsausschusses, drängte auf Einsparung des 
Assistenzeinsatzes und konfrontierte den Verteidigungsminister 
mit dem Vorwurf, in seinem Ressort zugunsten eines Verwandten 
interveniert zu haben. 
Abgeordneter Kurt Gassner (S) trat dafür ein, das 
Kasernensanierungsprogramm in das geplante Konjunkturprogramm 
einzubeziehen. 
Abgeordnete Anneliese Kitzmüller (F) konzentrierte sich in ihrer 
Wortmeldung auf Personaleinsparungen in der Zentralstelle und auf 
mittelfristige Pläne zur Sanierung und für den Neubau von 
Kasernen. 
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (V) sprach den Wunsch aus, der 
Verteidigungsminister würde sich mit derselben Begeisterung dem 
Heer widmen, die er bei den Sportagenden erkennen lasse. 
Abgeordnete Christine Lapp (S) würdigte das Engagement des 
Verteidigungsministers für Ausbildung und Beschäftigung junger 
Menschen beim Heer. 
Bundesminister Norbert Darabos trat den Ausführungen des 
Abgeordneten Pilz entschieden entgegen und wies alle 
Korruptionsvorwürfe zurück. Er habe nichts mit Korruption zu tun, 
habe auch nichts geleugnet, sondern sich in jedem einzelnen Fall 
um Aufklärung bemüht und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, 
wenn es entsprechende Hinweise gegeben habe. "Es gibt keine 
Korruption im Bundesheer", hielt der Minister fest und 
unterstrich, dass es auch bei der Beschaffung des Transporters 
"Dingo" alles in Ordnung sei. Zurückgewiesen wurde von Darabos 
auch die Behauptung, er habe zugunsten eines Verwandten in seinem 
Ressort interveniert. 
Das Verteidigungsbudget betrage derzeit 0,787 % des BIP, das Ziel 
1 % zu erreichen, sei derzeit nicht realistisch. Er bekenne sich 
zur Budgetkonsolidierung sowie dazu, dass auch sein Ressort einen 
Beitrag dazu leisten müsse, sagte der Minister. Seine Priorität 
für die Infrastruktur des Heeres bleibe aufrecht sagte Darabos. 
Er stehe zu 100 % zum Assistenzeinsatz des Bundesheeres an der 
Ostgrenze, weil dieser sowohl dem subjektiven Sicherheitsgefühl 
der Menschen als auch der objektiven Verbesserung der Sicherheit 
in der Grenzregion diene. Der Einsatz werde bis Ende des Jahres 
fortgesetzt; über eine Fortführung im kommenden Jahr werde nach 
einer Evaluierung im Herbst 2010 entschieden werden. 
An einem Entwurf für ein Auslands-Einsatz-Befugnis-Gesetz, einer 
sensiblen Materie, werde in seinem Ressort gearbeitet, berichtete 
der Minister. 
Über eine Reduktion des Fuhrparks auf 9.000 Fahrzeuge werde 
nachgedacht, bestätigte der Minister und sah auch die 
Notwendigkeit, den Personalaufwand, der 56 % der Budgetmittel 
binde, zu reduzieren. Der Generalstab werde Vorschläge 
unterbreiten, wo Einsparungspotentiale im Heer liegen. 
Die Bundesheerreform sei nicht gescheitert, sie müsse in einigen 
Punkten aufgeschoben werden, einige Punkte werden nicht umgesetzt 
werden können. Dies werde die Einsatzfähigkeit des Heeres aber 
nicht vermindern, sagte der Verteidigungsminister. 
Minister Darabos informierte darüber, dass die neuen Kampfanzüge 
allen Soldaten im Einsatz zur Verfügung stehen. An einer Novelle 
zur Lösung offener Pensionsprobleme von Zeitsoldaten werde 
gearbeitet. Ein Projekt zum Einsatz von Arbeitslosen bei der 
Systemerhaltung des Heeres befinde sich noch in den Anfängen, 
teilte der Minister mit.
Hinsichtlich der Veräußerung nicht mehr benötigter Liegenschaften 
berichtete Minister Darabos von der Schwierigkeit, Kasernen zu 
veräußern, er bezifferte den seit 2005 erzielten Erlös aber mit 
146,5 Mio. € und kündigte an, bis 2018 weitere 61 Heeres-
Liegenschaften zu verkaufen. 
Der Eurofighter sei ein Teil des Bundesheeres und daher sei es 
auch legitim, die jährliche Rate von 216 Mio. € aus dem 
Heeresbudget zu finanzieren, meinte Darabos. 
Kritik an seiner Redetätigkeit als Verteidigungs- und als 
Sportminister wies Darabos zurück. Es sei wichtig, internationale 
Kontakte zu pflegen; in Vancouver habe er Österreich beim 
Sportministertreffen vertreten, erinnerte Darabos und wies auf 
die für Österreich so wichtige Verbindung zwischen Sport und 
Tourismus hin. 
Bei der Durchführung von Milizübungen im Jahr 2009 sei das 
personelle Plansoll übererfüllt worden, erfuhr Abgeordneter Lutz 
Weinzinger (F) auf eine diesbezüglich Frage vom 
Verteidigungsminister Norbert Darabos. 
FPÖ wirft Darabos Totalversagen vor - Mißtrauensantrag abgelehnt
Desolate Kasernen, menschenunwürdige Mannschaftsunterkünfte, 
kaputte Geräte, kein Geld für Sanierungen, Ausbildung und 
Umsetzung der Heeresreform, so lauteten die Vorwürfe des FPÖ-
Abgeordneten Mario Kunasek zur Begründung eines von Grünen und 
BZÖ unterstützten Misstrauensantrages (1008/A(E)) seiner Fraktion 
gegen Verteidigungsminister Norbert Darabos. - Demgegenüber 
würdigte Abgeordneter Stefan Prähauser (S) den hervorragenden 
Einsatz von Verteidigungsminister Norbert Darabos bei der Leitung 
des Bundesheeres. "Darabos trägt einen mit Blei gefüllten 
Gürtel", sagte der Abgeordnete. 
Alarmstarts - BZÖ will Verursacher zahlen lassen
Für teure Eurofighter-Alarmstarts, die von Piloten in nicht 
registrierten Flugzeugen ausgelöst werden, die über dem 
Bundesgebiet vergessen, Funkkontakt mit der Luftraumüberwachung 
aufzunehmen, will das BZÖ die verursachenden Fluglinien zur Kasse 
bitten (822/A(E)) - Der Antrag wurde auf Verlangen des 
Abgeordneten Stefan Prähauser (S), der sich prinzipiell positiv 
zu dem Anliegen aussprach, vertagt. 
Die Situation der Frauen im Bundesheer 
Elf Jahre nach der historischen Öffnung des Bundesheeres für 
Frauen zog Verteidigungsminister Norbert Darabos in seinem 
Bericht über die Jahre 2007 und 2008 eine positive Bilanz über 
den Einsatz von Soldatinnen im Bundesheer: Frauen sind innerhalb 
eines Jahrzehnts zu einem unverzichtbaren Teil des 
Österreichischen Bundesheeres geworden, haben gleiche 
Laufbahnmöglichkeiten wie ihre männlichen Kollegen, sind in 
vielen unterschiedlichen Einheiten und Funktionen tätig und 
tragen vielfach Führungsverantwortung. Die Wahl einer Soldatin 
zum "Soldier of the Year 2008" zeigt, dass Frauen in ihrer 
Vorbildwirkung ihren Kameraden um nichts nachstehen, sagte 
Norbert Darabos in der Debatte über den Bericht über Frauen beim 
Bundesheer in den Jahren 2007 und 2008 (III-54 d.B.). 
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (V) sprach von einem 
ungenügenden Bericht, klagte über mangelnde Attraktivität des 
Heeres für Frauen und hielt es für angebracht, die genauen Zahlen 
der Soldatinnen bekanntzugeben, statt über die fünf Standorte mit 
den höchsten Frauenquoten zu nennen. Erhöhen sollte man auch den 
Frauenanteil bei der Miliz. 
Abgeordnete Angela Lueger (S) entgegnete ihrer Vorredner mit dem 
Hinweis auf viele positive Entwicklungen für die Frauen beim 
Bundesheer und würdigte die Einsetzung einer 
Gleichbehandlungsbeauftragten im Bundesheer. 
Abgeordneter Johann Höfinger (V) klagte über die immer noch 
geringe Zahl von Frauen beim Heer und Probleme von Frauen beim 
Zugang zur Heeressportschule. 
Abgeordnete Anneliese Kitzmüller (F) drängte auf Anerkennung 
militärischer Ausbildungsgänge im zivilen Bereich. 
Abgeordneter Peter Pilz (G) erbat Auskunft über Konsequenzen nach 
der Vorstellung eines frauenfeindlichen Werbevideos im 
Bundesheer. 
Abgeordnete Christine Lapp (S) erkundigte sich nach den 
Aufstiegschancen von Frauen im Heer und nach ihrer Teilnahme an 
Generalstabskursen. 
Bundesminister Norbert Darabos sagte den Abgeordneten zu, ihre 
Wünsche hinsichtlich der Gestaltung des Berichts künftig zu 
berücksichtigen und berichtete von der Bewerbung dreier 
Soldatinnen für eine Generalstabsausbildung. Die 
Heeressportschule verzeichne mit 63 Frauen einen 
überdurchschnittlichen Frauenanteil, sagte der Minister und wies 
auch darauf hin, dass der Frauenanteil an seinem traditionell 
männliche dominierten Ressort relativ hoch sei. Die Ausbildung 
der Militärakademie sei in Bologna-Prozess bereits voll 
anerkannt. An weiteren Anerkennungen für militärische 
Ausbildungen werde gearbeitet. 
Auf das genannte Werbevideo habe er mit entsprechender Kritik 
reagiert, sagte Darabos mit und meinte, es sei besser, an der 
Bewusstseinsänderung zu arbeiten, statt auf Disziplinarmaßnahmen 
zu setzen. (Schluss) 
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OTS0327    2010-03-18/17:14
181714 Mär 10
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