• 18.03.2010, 16:09:39
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Kadenbach: Ernüchternde Zwischenbilanz bei Artenschutz-Konferenz

Forderungen des EU-Parlaments bleiben unberücksichtigt

Wien (OTS/SK) - "Die Zwischenbilanz der Artenschutzkonferenz in
Doha fällt ernüchternd aus. Trotz alarmierender Zahlen, was den
Bestand einiger Tierarten betrifft, scheinen kurzfristige
wirtschaftliche Interessen über den Erhalt der Artenvielfalt zu
siegen", betont die SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach am Donnerstag.
Weder beim Schutz des Blauflossenthunfisches, diverser Haiarten oder
der Eisbären gebe es bisher Erfolgsmeldungen, und dies, obwohl klar
sei, dass weitere Verzögerungen beim Artenschutz fatale Auswirkungen
auf das biologische Gleichgewicht haben. ****

Besonders enttäuscht zeigt sich Kadenbach darüber, dass von den
EU-Staaten ein verbesserter Schutz der Eisbären abgelehnt wurde. "Das
EU-Parlament hat bereits vor einigen Wochen die Kommission und die
Mitgliedstaaten aufgefordert, sich für die Aufnahme des Eisbären in
Annex 1 des Washingtoner Artenschutzabkommens einzusetzen. Wie die
ersten Ergebnisse der Konferenz in Doha zeigen, wurden die
Forderungen des EU-Parlaments umgangen", unterstreicht die
EU-Parlamentarierin. Unerfreulich seien auch die bisherigen Aussagen
zum internationalen Handelsverbot mit Blauflossenthunfisch. Hier
würden zwar die EU-Staaten für ein internationales Handelsverbot
eintreten, dies werde jedoch von Japan und China blockiert. "Sollte
es nicht zu einem internationalen Handelsverbot kommen, dann müssen
die Europäischen Staaten zumindest die Fang-Quoten für den
Blauflossenthunfisch drastisch senken und damit verbunden vor allem
strengere Kontrollen durchführen", unterstreicht Kadenbach, die
darauf verweist, dass bisher die Quoten für den Blauflossenthunfisch
kaum eingehalten wurden.

Erhalt der Biodiversität - EU-Mitgliedstaaten müssen handeln

Zur Verschiebung des Artenschutzziels der Europäischen Union auf
2020 merkt Kadenbach an, dass es leider nicht gelungen sei, die 2001
beschlossenen Ziele wie vereinbart bis zum Jahr 2010 umzusetzen. "Die
Mitgliedstaaten waren hier säumig, sie haben die Vorgaben der
Europäischen Union zuwenig respektiert", kritisiert Kadenbach. Das
neue Vorhaben des Rates sieht nun eine Langzeitstrategie für den
Erhalt der Biodiversität bis 2050 vor. Bis zum Jahr 2020 will er den
Verlust der Artenvielfalt stoppen, in den Folgejahren soll alles
daran gesetzt werden, den Naturreichtum zu erhalten. "Ich erwarte
mir, dass die EU-Mitgliedstaaten das von ihnen selbst gesteckte Ziel
endlich ernst nehmen und es nicht wieder bei einer Absichtserklärung
bleibt. Gelingt es uns nicht, die Biodiversität zu schützen, hat dies
tiefgreifende ökologische - aber auch ökonomische - Folgen", so die
EU-Abgeordnete, die auch Schattenberichterstatterin für Artenvielfalt
ist, abschließend. (Schluss) bj/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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