• 17.03.2010, 12:45:25
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Mölzer: Erdogan betrachtet sich als Protektor der türkischen Parallelgesellschaften in Europa

Nicht Assimilierung von Türken ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sondern türkischer Völkermord an den Armeniern - Beitrittsverhandlungen sind sofort abzubrechen

Wien (OTS) - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan
betrachte sich offenbar weiterhin als Protektor der türkischen
Parallelgesellschaften in Europa, erklärte der freiheitliche
Delegationsleiter im Europäischen Parlament, Andreas Mölzer. "Wenn
Erdogan, wie heute im ?Spiegel-online? zu lesen ist, bei einer
Veranstaltung in Istanbul vor Auslandstürken die Ansicht vertreten
hat, daß im Ausland lebende Türken die Staatsbürgerschaft ihrer neuen
Heimat annehmen sollten, aber nicht in erster Linie um sich dort zu
integrieren, sondern um politisch aktiv zu werden, dann wird
deutlich, daß der Regierungschef die Auslandstürken vor allem als
fünfte Kolonne Ankaras betrachtet", kritisierte Mölzer.

Als unerträglich bezeichnete der freiheitliche EU-Mandatar Erdogans
Vergleich der Islamophobie mit dem Antisemitismus. "Im Gegensatz zur
Türkei, wo Christen im Alltag diskriminiert werden, können in Europa
Moslems ihre Religion frei praktizieren. Herr Erdogan soll, wenn ihm
angeblich so viel an den Grundrechten liegt, lieber dafür sorgen, daß
in der Türkei die christlichen Minderheit endlich die vollen Rechte
bekommen", stellte Mölzer klar.

Und wenn Erdogan wie schon vor zwei Jahren bei seiner Kölner Rede die
Assimilierung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet,
dann solle er doch, so der freiheitliche Europaparlamentarier, einen
Blick auf die türkische Geschichte werfen. "Denn bekanntlich war der
Völkermord an bis zu eineinhalb Millionen christlichen Armeniern
durch das Osmanische Reich ein Völkermord", betonte Mölzer.

Insgesamt habe, so Mölzer, der türkische Ministerpräsident erneut zu
verstehen gegeben, daß er sich nicht als Partner Europas, sondern als
Schutzherr der türkischen Parallelgesellschaften in Europa betrachte.
"Für die Europäische Union ist es daher an Zeit, endlich die
Beitrittsverhandlungen mit Ankara abzubrechen", forderte der
freiheitliche Europa-Abgeordnete abschließend.

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