- 16.03.2010, 11:02:47
- /
- OTS0123 OTW0123
vida-Steinkellner: Beschäftigte in Sozial- und Gesundheitsberufen am Limit
"Gefährliche" Personalengpässe beseitigen, Parlament muss Thema aufgreifen
Wien (OTS) - (vida/ÖGB). Viele Beschäftigte in den Sozial- und
Gesundheitsberufen sind am Limit ihrer Leistungsfähigkeit angelangt.
"In den meisten Einrichtungen ist zu wenig Personal im Einsatz,
überlange Arbeitszeiten und ständige Einsatzbereitschaft kennzeichnen
den Arbeitsalltag", kritisiert der stellvertretende Vorsitzende der
Gewerkschaft vida, Willibald Steinkellner. Die Politik müsse die
Rahmenbedingungen für faire Arbeitsbedingungen in den Sozial- und
Gesundheitsberufen schaffen. "Mehr als 22.000 Menschen haben
vergangenes Jahr eine Initiative an das Parlament unterschrieben,
damit sich an der Situation etwas verändert - der Nationalrat muss
sich mit dem Thema endlich ausführlich befassen und dann auch
Maßnahmen beschließen", sagt Steinkellner.+++
Erst gestern hat auch die Arbeiterkammer neue Daten über die hohe
Burn-Out-Gefährdung der Beschäftigten in Pflege und Betreuung
präsentiert. Laut diesen Ergebnissen ist jede/r vierte Beschäftigte
im Gesundheitssektor emotional erschöpft, beinah jede/r Dritte ist
mittlerweile Burn-Out gefährdet. "Hier länger zuzuschauen statt zu
handeln ist gefährlich - und geht zulasten der Beschäftigten selbst,
aber auch der ihnen anvertrauten PatientInnen und KlientInnen", sagt
Steinkellner.
vida fordert, dass genügend Personal in den einzelnen Einrichtungen
eingesetzt wird. "Dafür braucht es die finanziellen Mittel. Wir
dürfen unser Sozial- und Gesundheitssystem in der Krise nicht
kranksparen, sondern müssen Investitionen setzen, damit hier dringend
benötigte Zukunftsjobs entstehen", so Steinkellner. Mehr als 22.000
Menschen haben vergangenes Jahr die Intiative von vida und GPA-djp
für eine Sozialmilliarde und bessere Arbeitsbedingungen im Sozial-
und Gesundheitsbereich unterzeichnet. "Als erster Schritt muss nun
rasch eine Parlamentarische Enquete zu dem Thema stattfinden. Die
Verhandlungen dazu müssen endlich abgeschlossen und ein Termin für
das Frühjahr festgesetzt werden", so Steinkellner.
Vermögen besteuern
"Investitionen in Zukunftsjobs - und dazu gehören die Pflege und
Betreuung - sind ein Muss", sagt Steinkellner. Zur Finanzierung
dieses Bereiches fordert Steinkellner die Umsetzung des vom ÖGB
präsentierten Solidarpaktes. Der Solidarpakt sieht einen Beitrag
jener zur Krisenbewältigung vor, die die Krise verursacht haben und
will zusätzlich die steuerliche Schieflage zwischen Abgaben auf
Arbeit und der unzureichenden Besteuerung von Vermögen beseitigen.
"Deshalb sind wir für die Einführung der Finanztransaktionssteuer und
für eine Bankenabgabe. Und deshalb treten wir auch für die
Besteuerung von großen Vermögen und von Vermögenszuwächsen ein",
erklärt Steinkellner.
ÖGB, 16. März 2010
Rückfragehinweis:
vida Öffentlichkeitsarbeit
Martina Fassler
[email protected]
Tel: 01/ 53 444 79 260
www.vida.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB






