• 11.03.2010, 13:05:02
  • /
  • OTS0232 OTW0232

GLOBAL 2000 zur "Energiestrategie": Vage Absichtserklärung ist noch keine Strategie!

Langfristiger Umbau zu klimafreundlichem Energiesystem nicht angedacht - Fragwürdiges Festhalten an fossiler Energieversorgung

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert
die heute von Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner
und Umweltminister Nikolaus Berlakovich präsentierte
"Energiestrategie Österreich" scharf. "Das heute vorgelegte Papier
'Eckpunkte für eine Energiestrategie Österreich' spottet der
Bezeichnung 'Strategie'. Hier wird nur eine Zusammenfassung von vagen
Absichtserklärungen geliefert und nicht am notwendigen Umbau des
Energiesystems gearbeitet", so Manuel Graf, Klimaschutz-Experte von
GLOBAL 2000 in einer ersten Analyse der vorgestellten Eckpunkte.

Österreich besitzt nun neben zahlreichen Masterplänen und
Klimastrategien auch eine Energiestrategie. Konkrete Maßnahmen zu den
- ohnehin zu wenig ambitionierten - Zielen wurden nicht
festgeschrieben. Die Umsetzung bleibt in vieler Hinsicht im Unklaren.
"Eine Ausrichtung auf das langfristig unvermeidbare Ziel - der
klimafreundliche Totalumbau des Energiesystems - ist nicht
erkennbar. Die notwendige langfristige Beseitigung fossiler
Ressourcen ist offensichtlich noch nicht verstanden worden. Anders
sind Sätze wie 'Bei konventionelle Energieträgern soll die
langfristige Verfügbarkeit sichergestellt werden' nicht zu erklären.
Ziel muss es aber sein, konventionelle Energieträger langfristig zu
beseitigen", so Graf.

Der heutigen Präsentation der "schwammigen Eckpfeiler" muss jetzt
eine Strategie mit klaren Zielen und konkreten Zahlen folgen, sonst
wird Österreich nicht einmal die Ziele für 2020 erreichen. "Für
dringende Klimaschutzmaßnahmen wie die Bundesförderung von
thermischen Sanierungen, eine Rundum-Erneuerung des Ökostromgesetzes
sowie eine tatsächliche Offensive zum Ausbau des Öffentlichen Verkehr
fehlte jetzt offensichtlich der politische Mut. Absichtserklärungen
und Kleinkrämerei helfen uns nicht mehr weiter, sondern führen
lediglich zu einer Wiederholung des Kyoto-Debakels", kritisiert Graf.

Erfolgsrezept des Sanierungsschecks totgeschwiegen

Zur Zielerreichung sollen im Gebäudebereich die Emissionen um 45
Prozent gegenüber 2005 sinken. "Entsprechende Maßnahmen werden jedoch
nicht vorgelegt. Die zu begrüßende Verschärfung der Baustandards von
Neubauten sowie der hilflose Verweis auf die Zuständigkeit der Länder
reichen ganz bestimmt nicht aus. Entscheidend bleibt die Sanierung
der Altbauten. Und genau hier wird das Erfolgsrezept des
Sanierungsschecks totgeschwiegen. Und beim erwähnten Kesseltausch
schließt man Öl- und Gaskessel nicht mal aus", empört sich Graf.

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel