OTS0331 / 10.03.2010 / 18:28 / Channel: Politik / Aussender: Parlamentsdirektion
Stichworte: Parlament / Unterrichtsausschuss


Schmied zum Budget: Bei Kindern wird nicht gespart Aktuelle Aussprache im Unterrichtsausschuss =


   Wien (PK) - Der strikte Budgetfahrplan für die nächsten Jahre, 
ganztägige Schulformen, Sprachförderung sowie die Ausbildung der 
LehrerInnen standen heute im Mittelpunkt der Aktuellen Aussprache im 
Unterrichtsausschuss. 
Bundesministerin Claudia Schmied konnte noch keine detaillierten 
Angaben für das kommende Budget machen. Im Ministerrat seien die 
Eckpunkte beschlossen worden, für ihr Ressort seien die Kürzungen 
relativ moderat, meinte sie. Dennoch werde die Erstellung des Budgets 
2011 viel Arbeit erfordern. Auf keinen Fall werde bei den Kindern 
gespart, versicherte die Ministerin. Sie wolle insbesondere in der 
Verwaltung ansetzen. Konkret strebt sie eine klare Stärkung der 
Schulstandorte mit entsprechender Qualifizierung der SchulleiterInnen 
und des mittleren Managements an. Mehr Beachtung will sie auch der 
Personalentwicklung schenken. Einsparungen erhofft sich Schmied zudem 
durch klare Abrechnungssysteme. Der Kritik an der 
Öffentlichkeitsarbeit ihres Ressorts begegnete die Ministerin mit dem 
Hinweis, ein Ministerium wie das ihre habe offensiv jedoch nicht 
maßlos zu agieren. Öffentlichkeitsarbeit sei unverzichtbar. 
Umfrage ergab hohen Bedarf an ganztägigen Schulformen
Die Ministerin unterstrich einmal mehr die Notwendigkeit, ganztägige 
Schulformen auszubauen. Die im Herbst durchgeführte Befragung von 
700.000 Eltern mit hoher Rücklaufquote habe einen Bedarf an 
ganztägigen Schulformen ergeben, der drei Mal so hoch ist wie der 
Status quo. Dabei gebe es hinsichtlich der Erwartungen der Eltern 
zwischen ländlichem und großstädtischem Raum Unterschiede. Im 
ländlichen Gebiet würden eher flexiblere Angebote bevorzugt, in den 
Städten hätten sich die meisten für verschränkte Formen 
ausgesprochen. 
Dabei komme dem Aspekt der Sprachförderung eine besondere Bedeutung 
zu, betonte Schmied. Mit einem ganztägigen Angebot könnte auch dem 
Problem der privaten Nachhilfe begegnet werden, zeigte sich die 
Ministerin überzeugt. 
Sie wolle das Angebot an ganztägigen Schulformen stufenweise 
ausbauen. Um entsprechende Grundlagen dafür auszuarbeiten, etwa 
Fragen des konkreten Bedarfs, der Rahmenbedingungen, der baulichen 
Gegebenheiten, des finanziellen Aufwands und der 
Kooperationsmöglichkeiten, habe sie eine Gruppe mit VertreterInnen 
der Landesschulräte, des Städte- und Gemeindebunds und ihres 
Ministeriums eingerichtet, die ihre Arbeit noch dieses Monat 
aufnimmt. 
Zum Schulversuch Neue Mittelschule kündigte die Ministerin einen 
ersten Evaluierungsbericht Ende des Jahres 2010 an. Eine Ausweitung 
des Schulversuchs, wie dies von einigen Seiten gefordert wird, 
schloss die Ministerin unter anderem aus budgetären Gründen aus. 
Als besonders erfolgreich hat sich laut Schmied das Projekt Lehre und 
Matura entwickelt. Über 6.000 Jugendliche stünden derzeit in einer 
Lehrausbildung und machten zugleich die Berufsreifeprüfung, 
berichtete sie. 
Sprachförderung zentrales Anliegen
Die Sprachförderung stehe weiterhin im Mittelpunkt ihrer Bemühungen, 
unterstrich die Ministerin. Die derzeit erprobten Bildungspläne für 
Kindergärten sollen ab September 2010 österreichweit zum Einsatz 
kommen. Ziel sei es, die Kindergärten in Richtung einer 
Bildungsinstitution auszubauen. 
Wichtige Aspekte in der Sprachförderung stellen auch das 
verpflichtende Kindergartenjahr und die Sprachstandsfeststellung dar. 
In die Ausbildung von KindergartenpädagogInnen werde vermehrt 
investiert. Die gesetzlich verankerte Sprachförderung an den Schulen 
werde positiv aufgenommen, da sie eine flexible Handhabung 
ermögliche, erläuterte Bundesministerin Schmied.
Integration soll weitergeführt werden
Die Ressortchefin informierte die Abgeordneten auch darüber, dass sie 
die Integration für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf über 
die achte Schulstufe hinaus weiterführen werde. Derzeit würden sich 
119 polytechnische Schulen an Integrationsversuchen beteiligen. Diese 
Modelle würden evaluiert und im Anschluss daran eine gesetzliche 
Verankerung der Integration in der neunten Schulstufe vorbereitet. 
Sie wolle darüber hinaus aber auch weitere derartige Schulversuche 
ermöglichen. 
Die Ministerin sprach außerdem die Schulpsychologie und die 
Schulsozialarbeit an. Die Posten für SchulpsychologInnen seien auf 
180 erhöht worden, sagte sie, räumte jedoch ein, dass der Bedarf 
weitaus größer sei. Hinsichtlich der Sozialarbeit plane sie, mit 
jeweils drei bis vier Pilotprojekten in den Bundesländern in 
Kooperation mit der Jugendwohlfahrt zu starten. 
Neue LehrerInnenausbildung noch in dieser Gesetzgebungsperiode
Bundesministerin Schmied bekräftigte, noch in dieser 
Gesetzgebungsperiode eine Neuregelung der LehrerInnenausbildung 
umsetzen zu wollen. In Zukunft sollen alle LehrerInnen auf tertiärem 
Niveau ausgebildet werden, unterstrich die Bildungsministerin einmal 
mehr. Ein Aufnahmeverfahren solle als Orientierungshilfe und 
Qualitätsmaßnahme dienen. Sie möchte eine verstärkte Durchlässigkeit 
gewinnen und besondere Angebote für QuereinsteigerInnen schaffen. 
Das vorliegende Expertenpapier sei nun die Grundlage, mit den 
Betroffenen in eine Diskussionsphase zu treten. Im Herbst plane sie 
Gespräche mit Bildungsregionen, sodass Anfang 2011 eine 
entscheidungsreife Grundlage vorliegt. 
Zur Frage der Dienst- und Besoldungsreform gebe es derzeit intensive 
Gespräche mit der Gewerkschaft, informierte die Ministerin. 
Die Fragen dazu wurden von den Abgeordneten Elmar Mayer, Rosa 
Lohfeyer, Franz Riepl, Ewald Sacher (alle S), Werner Amon, Katharina 
Cortolezis-Schlager, Franz-Joseph Huainigg (alle V), Walter 
Rosenkranz, Martin Graf (beide F), Harald Walser, Helene Jarmer 
(beide G) sowie Stefan Markowitz und Ursula Haubner (beide B) 
gestellt. (Schluss)
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