OTS0307 / 10.03.2010 / 16:13 / Channel: Politik / Aussender: Parlamentsdirektion
Stichworte: Budgetausschuss / Parlament


Noch keine Klarheit über Steuerpläne der Bundesregierung Lopatka: Reformdruck ist durch Budgetrahmen größer geworden =


   Wien (PK) - Die Pläne der Bundesregierung zur Budgetsanierung waren 
heute auch Thema einer Aussprache im Budgetausschuss. Eine klare 
Absage erteilten dabei BZÖ und FPÖ einnahmenseitigen Maßnahmen wie 
der Schaffung neuer bzw. der Erhöhung bestehender Steuern und 
Abgaben. Zur Forderung des Abgeordneten Peter Westenthaler (B) nach 
Offenlegung der Steuerpläne meinte Staatssekretär Reinhold Lopatka, 
er könne aus heutiger Sicht noch keine konkreten Aussagen über 
allfällige neue Steuern machen, diskutiert werde vorerst einmal 
lediglich eine Bankenabgabe. 
Westenthaler fühlte sich durch die aktuelle Situation der 
Staatsfinanzen in der von seiner Fraktion im Zuge der Budgetdebatte 
geäußerten Befürchtung bestätigt, dass der Voranschlag nicht halten 
werde. Mit Empörung reagierte er auf die Ankündigung des 
Finanzministers, wonach es ohne neue Steuern nicht gehen werde, und 
erinnerte an Versprechung Prölls und Faymanns, keine 
einnahmenseitigen Maßnahmen zu setzen. Er verlangte Klarheit über die 
Pläne der Koalition, wobei er bemerkte, es gehe nicht an, dass das 
Parlament bloß über die Medien informiert werde. Abgeordneter Robert 
Lugar (B) warnte ebenfalls vor neuen Steuern und deren 
konjunkturdämpfenden Auswirkungen und mahnte hingegen eine 
Verwaltungsreform ein.
Abgeordneter Alois Gradauer (F) lehnte neue Steuern mit Nachdruck ab 
und rief zu ausgabenseitigen Maßnahmen auf. Er sah die 
Bundesregierung überdies aufgefordert, Wirtschaftsimpulse zu setzen, 
etwa durch ein großangelegtes Programm zur Wohnraumsanierung. 
Abgeordneter Günther Stummvoll (V) erklärte, die Regierung sei 
aufgrund der Vorgaben des Bundeshaushaltsgesetzes zur Erarbeitung 
eines Budgetrahmenplans verpflichtet gewesen. Er erinnerte zudem an 
die Vereinbarung, das Budget zu 60 % über Ausgaben und zu 40 % über 
Einnahmen zu sanieren. Was nun die einnahmenseitigen Maßnahmen 
betrifft, so habe man mit Ausnahme der Bankensteuer von neuen Steuern 
noch nichts gehört, meinte er.
Abgeordneter Jan Krainer (S) stand einnahmenseitigen Maßnahmen 
grundsätzlich nicht ablehnend gegenüber und argumentierte, nicht alle 
Steuern seien Gift für die Konjunktur. Vorstellbar war für ihn etwa 
die Streichung der Spekulationsfristen, die, wie er sagte, auch 
sozial gerechtfertigt wäre.
Für den Abgeordneten Werner Kogler (G) war die Einführung neuer 
Steuern "von Anfang an klar". Auch er meinte, Steuern wären nicht 
zwangsläufig konjunkturdämpfend. Wichtig war für den Grünen-Sprecher 
allerdings auch die Einbeziehung der Länder in die Budgetsanierung. 
An die Adresse der beiden anderen Oppositionsparteien gerichtet 
bemerkte Kogler, es gebe keine einzige ausgabenseitige Maßnahme, bei 
der FPÖ und BZÖ nicht zu einem "hysterischen Gezeter" anheben.
Staatssekretär Reinhold Lopatka teilte mit, die Regierung habe nun 
ausgabenseitig den Rahmen vorgegeben, innerhalb dessen, die 
Ministerien die Schritte zur Verwaltungsreform umzusetzen haben. Klar 
war für ihn dabei, dass ohne Verwaltungsreform die ausgabenseitig 
angestrebten Ziele nicht erreicht werden können. Der Druck auf die 
Ressorts, Reformen zu setzen, sei durch den Rahmenplan jedenfalls 
größer geworden, meinte er. Außer Zweifel stand für Lopatka weiters 
die unbedingte Notwendigkeit der Mitwirkung der Länder bei der 
Budgetsanierung.
Zum Thema neue Steuern betonte der Staatssekretär, derzeit liege bloß 
eine Einigung über ausgabenseitige Maßnahmen auf dem Tisch. Was neue 
Einnahmen betrifft, so könne er noch keine konkreten Aussagen 
treffen, er halte auch nichts davon, zum jetzigen Zeitpunkt eine 
Steuerschiene konkret zu diskutieren. Fest stehe lediglich, dass 
durch eine Bankensteuer 500 Mill. € lukriert werden sollen. 
Monatserfolg Jänner 2010: Defizit niedriger als vor einem Jahr
Mit den Stimmen der Regierungsparteien nahm der Budgetausschuss einen 
Bericht über den Budgeterfolg Jänner 2010 (siehe PK-Meldung Nr. 
117/2010) zur Kenntnis, aus dem hervorgeht, dass das Budgetdefizit im 
Jänner 2010 niedriger war als vor einem Jahr. Demnach lagen im 
Allgemeinen Haushalt die Ausgaben im Jänner 2010 mit 7,1197 Mrd. € um 
317,7 Mio. € über den Ausgaben im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 
Bei den Einnahmen verzeichnete der Bund mit 3,0496 Mrd. € ein Plus 
von 628,7 Mio. €. Somit sank das Defizit gegenüber dem 
Vergleichsmonat des Vorjahres um 311 Mio. € auf 4,0701 Mrd. €. 
(Schluss)
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