• 09.03.2010, 11:00:52
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SPÖ-Bundesratsfraktion gedenkt anlässlich des 70. Todestages von Otto Felix Kanitz

Wien (OTS/SK) - Bei der heutigen Kranzniederlegung vor der
Gedenktafel von Otto Felix Kanitz gedachte die SP-Bundesratsfraktion
des großen sozialdemokratischen Vordenkers, Pädagogen und
Bundesrates. Im Namen der SP-Bundesratsfraktion erklärte deren
Vorsitzender, Albrecht K. Konecny: "Wir werden in wenigen Monaten die
90. Wiederkehr der 1. Sitzung des Bundesrates feiern. Es wäre
verfehlt, nicht daran zu erinnern, dass es eine Phase in der
Geschichte des österreichischen Parlamentarismus gegeben hat, in der
nur der Bundesrat seine Stimme zur Erhaltung der Demokratie erheben
konnte. Der Nationalrat war zu diesem Zeitpunkt durch den
Austrofaschismus bereits ausgeschaltet. In dieser Zeit war Kanitz
einer der wichtigsten Sprecher für die Erhaltung der österreichischen
Demokratie." ****

Kanitz wurde am 5. Februar 1894 in Wien geboren. Sehr früh begann er
sein Engagement für die Kinder- und Jugendarbeit der
Sozialdemokratie. Schon mit 17 Jahren war er bei den Österreichischen
Kinderfreunden tätig. 1918 wurde er pädagogischer Referent bei den
Wiener Kinderfreunden. Er selbst begann nach erfolgreichem Abschluss
der Externisten Matura sein Studium der Philosophie und Pädagogik,
welches er 1922 abschloss. 1919 gründete er die erste
"Kinderrepublik" Österreichs in Gmünd, in der über
Kindervertrauensleute und einer Vollversammlung erste Formen der
Kindermitbestimmung erarbeitet wurden. Von 1920-1925 war er Leiter
der Schule der "Österreichischen Kinderfreunde". Von 1921-1934 war
Kanitz leitender Redakteur der noch heute existierenden Zeitschrift
"Sozialistische Erziehung". Von 1932-1934 war Kanitz Mitglied der
sozialdemokratischen Bundesratsfraktion. Er wurde als Sozialdemokrat
und Jude zum Opfer der Nazi-Herrschaft. Als aktiver
Widerstandskämpfer wurde Kanitz 1938 verhaftet und zwei Jahre später
im Konzentrationslager Buchenwald ermordet.

"In diesem Jahr gedenken wir des 70. Todestages von Otto Felix
Kanitz. Es wird vielen gedacht werden müssen und nicht allen wird ein
öffentliches Gedenken zu Teil werden. Aber sie sind alle Opfer ein
und desselben Regimes gewesen. Als österreichischer Politiker oder
Politikerin sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dieses Regime
- ohne eine einwöchige Nachdenkfrist - als ein mörderisches,
menschenverachtendes Regime zu bezeichnen. Otto Kanitz, der
sozialdemokratische Bundesrat und Jude, war ein Opfer des
Nationalsozialismus - es gab Millionen davon - und dem zu gedenken
ist eine Pflicht und Verpflichtung unserer Geschichte und unserem
demokratischen Staat gegenüber", schloss Konecny. (Schluss) ab/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/199

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