- 08.03.2010, 12:57:43
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SPÖ-Kärnten: Lohngerechtigkeit als Voraussetzung für künftige Landesförderungen
BR Ana Blatnik, Frauenministerin a.D. Konrad und LR Kaiser: "Jeder Tag ist Frauentag!" In punkto Gleichberechtigung liegt Österreich hinter Moldawien und Kirgistan!
Klagenfurt (OTS) - Mit einem interessanten Vorschlag will der
stellvertretende Parteivorsitzende der SPÖ-Kärnten, Frauenreferent LR
Peter Kaiser, der unterschiedlichen Lohnsituation zwischen Frauen und
Männern zukünftig begegnen:
"Ich stelle zur Diskussion, Wirtschaftsförderungen seitens des Landes
Kärnten für Betriebe davon abhängig zu machen, dass Frauen und Männer
in den infrage kommenden Betrieben für die gleiche Leistung den
gleichen Lohn erhalten", so Kaiser heute, Montag, in einer
Pressekonferenz zum Internationalen Frauentag, an der auch
SPÖ-Kärnten Frauenvorsitzende BR Ana Blatnik und die ehemalige
Frauenministerin Helga Konrad teilnahmen.
Weiters forderte Kaiser die Anhebung des Mindestlohnes auf 1300 Euro,
die Einführung eines Gehaltsspiegels und Gleichstellung von Frauen
und Männern als politisches Ziel aller Parteien sowie den dringend
notwendigen Ausbau von Kleinkindbetreuungseinrichtungen gemäß dem
Barcelonaziel von 33 %. "Es nutzt Nichts wenn Landeshauptmann Dörfler
Kärnten als Vorzeigeland hochjubelt, es aber nur für 8 % der unter
Dreijährigen entsprechende Betreuungsplätze gibt und mir viele Frauen
berichten, dass sie Jobs nicht annehmen können, weil sie keinen Platz
für ihre Kinder finden", so Kaiser.
Als "Schande" bezeichnete BRin Ana Blatnik den Umstand, "dass wir im
21. Jahrhundert über Gleichstellung noch immer diskutieren müssen wie
vor 100 Jahren!" Blatnik machte auf das nach wie vor
klischeebehaftete Rollenbild der Frau aufmerksam und nannte als
bezeichnendes Beispiel für Diskriminierung die Lohn-Ungerechtigkeit,
die aus der eingeschränkten Berufswahl von Mädchen und Frauen beruhe.
"Von rund 270 Berufen wählt der Großteil der Mädchen nach wie vor
drei aus: Frisörin, Bürokauffrau und Verkäuferin", so Blatink. Dabei
wäre es dringend notwendig mehr Mädchen für technische Berufe zu
begeistern, nicht zuletzt, weil diese deutlich besser bezahlt seien:
"Ein Mechanikergeselle verdient 2170 Euro, eine Frisörin 1217 Euro",
machte Blatnik deutlich.
Und die ehemalige Frauenministerin, Helga Konrad, die mit dem Slogan
"Halbe Halbe" bekannt wurde, betonte, "dass Frauenpolitik keine
Minderheiten- sondern Demokratiepolitik ist!" Konrad unterstrich die
Forderung nach Einführung von Quote, als Instrumentarium, "um nicht
noch 100 Jahre für Gleichberechtigung kämpfen zu müssen!"
Wie schlecht es um die Gleichberechtigungsbemühungen in Österreich
machte die ehemalige Frauenministerin anhand des aktuellen "gender
gap-Reports" deutlich: Im Bereich der Chancengleichheit bei Bildung,
Gesundheit und politischer Partizipation ist Österreich unter 130
Ländern vom 26. Platz im Jahr 2006 auf den 42. Platz 2009
abgerutscht. Noch dramatischer ist der Rückfall im Berech der
wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen: "Hier ist Österreich von Platz
84 an die 103. Stelle abgerutscht und liegt damit unter anderen
hinter Trinidad/Tobago, Moldawien und Kirgistan", so Konrad. Bei der
Einkommensgleichheit liegt Österreich gar nur an der 122 Stelle.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
SPÖ Kärnten
Klagenfurt
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/192
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