• 06.03.2010, 13:28:47
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Integration: Frauenberger kritisiert Spindelegger

"Hürdenstrategie der ÖVP im Bund kontraproduktiv"

Wien (OTS) - Die Wiener Integrationstadträtin Sandra Frauenberger
übte heute Samstag Kritik an den Aussagen von Außenminister und ÖAAB
- Obmann Michael Spindelegger, in Integrationsfragen künftig noch
mehr auf Zwang zu setzen und etwa Eltern von Kindern mit
Sprachdefiziten die Sozialleistungen zu streichen, wenn diese nicht
an speziellen Sprachkursen teilnehmen. Frauenberger: " Der Knackpunkt
beim Erwerb der Deutschen Sprache ist nicht der Zwang. Deutsch zu
lernen hat für die ZuwanderInnen selbst oberste Priorität. Das
wissen wir aus den kontinuierlichen Evaluierungen unseres Programms
zur Integrationsbegleitung "StartWien". Vielmehr muss das Angebot
stimmen, und die Kurse müssen leistbar sein. Wesentlich ist es dabei
auch, gerade zugewanderten Eltern den Wert von Bildung insgesamt zu
vermittelt und sie mit dem Bildungssystem vertraut zu machen. Und das
tun wir in Wien sehr erfolgreich." Frauenberger verwies in diesem
Zusammenhang insbesondere auf die "Mama lernt Deutsch" Kurse in
Wiener Kindergärten und Schulen sowie auf die spezifische
Elternseminaren, die Wien ebenfalls direkt an den Schulen anbietet.
Durch den Gratis Kindergarten von 0 bis 6 Jahren und die sprachliche
Frühförderung werde in Wien außerdem sichergestellt, dass alle Kinder
sprachlich fit sind, wenn sie in die Volksschule kommen, sagte sie.
Als unabdingbar für eine erfolgreiche Integration und
Bildungskarriere bezeichnete Frauenberger außerdem die
flächendeckende Einführung der Ganztagsschule. Der undurchschaubare
Zick Zack Kurs der ÖVP in der Bildungspolitik insgesamt und die
ablehnende Haltung in der Frage der Ganztagsschule sei daher gerade
auch im Bezug auf eine effiziente Integrationspolitik nicht
nachvollziehbar.

"Die Hürdenstrategie der ÖVP im Bund ist jedenfalls kontraproduktiv
und widerspricht auch massiv der Chancengleichheit," kritisierte die
Integrationsstadträtin. "Mit immer neuen Hürden sind
Parallelgesellschaften sicher nicht zu verhindern, vielmehr muss ein
gleichberechtigter Zugang zu Bildung und Ausbildung gewährleistet
sein. Bedauerlicher Weise kann man sich aber des Eindrucks nicht
erwehren", so Frauenberger, "dass der Bundes - ÖVP beim Thema
Integration nicht anderes einfällt als Zwang, Hinderniss-, und
Blockadepolitik." Frauenberger abschließend: "Wien geht hier einen
gänzlich anderen Weg und gestaltet auf Basis eines klaren Konzeptes,
Integration aktiv, damit die Vielfalt gewinnt und alle davon
profitieren. Und Wien ist damit auf dem richtigen Weg, wie auch die
ExpertInnen der Wiener Zuwanderungskommission es kürzlich bestätigt
haben. Wien erkennt in der Zuwanderung, und den Fähigkeiten, die die
Menschen mitbringen, gerade auch in ihrer Sprachkompetenz jedenfalls
eine Chance und ein unverzichtbares Potenzial für eine sozial und
wirtschaftlich sicher Zukunft und fördert das entsprechend."
(schluss) gph

Rückfragehinweis:
Büro Stadträtin Sandra Frauenberger
Mediensprecherin Gabriele Philipp
Tel.: +43 1 4000 81295
mailto:[email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174

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