- 02.03.2010, 11:24:45
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GLOBAL 2000: Neuer EU-Gesundheits-Kommissiar lässt BASF-Gentech-Erdapfel zu
Erste Gentech-Anbauzulassung in der EU seit 1998 - Kommissar Hahn hätte Zulassung verhindern können - BM Stöger muss umgehend Verbot verhängen
Wien (OTS) - Erst eine Woche im Amt und schon zeigt der neue
EU-Gesundheits- und KonsumentInnen-Kommissar John Dalli, wessen
Interessen er vertritt. Trotz Ablehnung der
Weltgesunheitsorganisation (WHO), der EU-Arzneimittelbehörde (EMEA)
und der Bevölkerung, winkt die EU Kommission den gentechnisch
veränderten Industrie-Erdapfel "Amflora" heute durch. "Der neue
EU-Kommissar setzt den Pro-Gentechkurs nahtlos fort. Gegen den Willen
der europäischen Bevölkerung und entgegen aller wissenschaflichen
Warnungen, will uns die Kommission mit den Gentech-Pflanzen
zwangsbeglücken", empört sich Jens Karg, Sprecher der
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. Entsetzt sind die
Umweltschützer darüber, dass der österreichische Kommissar Guido
Hahn, die heutige Entscheidung hätte verhindern können, aber tatenlos
blieb. "Es ist schon ein starkes Stück, dass unser Kommissar, kaum
dass er in Brüssel weilt, die Interessen der Österreicherinnen und
Österreicher vergessen hat", so Karg.
Der Erdapfel "Amflora"ist vornehmlich zur Stärkeproduktion entwickelt
worden, Verunreinigungen bei Speisekartoffeln können jedoch nicht
ausgeschlossen werden. Deshalb schafft die gentechfreundliche
EU-Kommission eine "Lex-BASF". Zwar wird die Gentech-Knolle nicht als
Lebens- oder Futtermittel zugelassen, doch wird, um den deutschen
Chemie-Riesen vor Haftungsansprüchen und Rückrufaktionen zu bewahren,
eine Verschmutzung in der Lebensmittelkette von bis zu 0,9 Prozent
toleriert. "Dies ist ein Kniefall vor der Biotech-Lobby. Man gibt zu,
dass die Risikobewertung nicht ausreicht, um die Gentech-Pflanze für
den Verzehr von Mensch und Tier zuzulassen und legalisiert dennoch,
die Kontamination der Lebensmittelkette. Ein mieser
Taschenspieler-Trick auf Kosten unserer Gesundheit", so Karg.
"Bundesminister Stöger muss zumindest für Österreich die Notbremse
ziehen und umgehend ein nationales Anbauverbot erlassen", fordert
Karg.
Der Gentech-Erdapfel "Amflora" enthält ein Resistenzgen für ein
Antibiotikum, das auch medizinisch genutzt wird. Nach den derzeit
gültigen EU-Richtlinien sollen jedoch keine Resistenzgene für
medizinisch relevante Antibiotika in Gentech-Pflanzen genutzt werden.
Sogar zwei Wissenschaftler der Europäischen Behörde für
Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellen in der Risikobewertung fest,
dass der Transfer zwar "unwahrscheinlich"sei, sollte er aber doch
stattfinden, wären die Folgen "bislang unabsehbar". "Was hier
stattfindet ist reiner Interessensvertretung zu Gunsten der
Biotech-Industrie. Es gibt Kartoffel-Alternativen mit den gleichen
gewünschten Stärkeeigenschaften ohne Risiko, z.B. die klassisch
gezüchtete Kartoffel der Emsland Group und der EUROPLANT", so Karg
abschließend.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000 Jens Karg Tel.: +43 699 1 42000 20 mailto:[email protected] Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23 www.global2000.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/95
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