OTS0050 / 22.02.2010 / 10:16 / Channel: Politik / Aussender: PID Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien
Stichworte: Frauenberger / Gender Mainstreaming / Kommunales / Theimer


Frauenberger/Theimer: "Keine Ausreden" bei Gender Mainstreaming

Utl.: Stadt Wien setzt erfolgreiche Gender Mainstreaming-Kampagne fort =


   Wien (OTS) - 2006 hat die Stadt Wien mit ihrer konzerninternen
Gender Mainstreaming-Kampagne überraschenderweise weltweit für
Aufsehen gesorgt. Im Mittelpunkt standen allgemein bekannte
Piktogramme und Schilder mit getauschtem Geschlecht. Unter anderem
brachte die Kampagne neue Piktogramme in U-Bahn und Straßenbahn, auf
denen erstmals auch Väter mit kleinen Kindern am Arm zu sehen waren.
Jetzt findet die erfolgreiche Kampagne eine Fortsetzung. Unter dem
Titel "Keine Ausreden! Wien ist Gender Mainstreaming" versucht die
Stadt erneut, bei den 65.000 MitarbeiterInnen das Bewusstsein für den
etwas sperrigen Begriff "Gender Mainstreaming" zu schärfen. Gender
Mainstreaming bedeutet im wesentlichen, bei allen Entscheidungen und
Planungen die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse von
Frauen und Männern zu berücksichtigen. ****
   Im Rahmen der neuen Kampagne werden auf Plakaten die beliebtesten
Ausreden, die gebraucht werden, wenn es um Gender Mainstreaming geht,
ironisch illustriert. "Das geht jetzt gerade ganz schlecht", "Das
muss ich zuerst googeln", "Meine Frau jedenfalls braucht das nicht,
hat sie gesagt", "Schicken Sie mir doch einmal eine E-Mail" oder
"Tschenda Mänschtriming - Das mach ich immer im Fitnesscenter" ist
auf den Plakaten etwa zu lesen. Zusätzlich gibt es humorvolle
Intranetfilme und Folder zum Thema. Als kulinarische Erinnerung gibt
es Glückskekse. Darin sind weitere Sprüche zum Thema versteckt, etwa:
"Nur wer keine Ausreden mehr braucht, ist auf dem richtigen Weg zur
Mitte." 
   In den letzten Jahren hat sich innerhalb des Magistrats viel
getan. Heute können bereits sehr viele MitarbeiterInnen der Stadt mit
dem Begriff Gender Mainstreaming etwas anfangen. Die Akzeptanz
gegenüber dem Gleichstellungsthema ist deutlich gestiegen. Es gibt
sehr klare Vorgaben seitens der Politik und der Verwaltungsspitze
sowie zahlreiche erfolgreiche Pilotprojekte. "Wir betrachten
Gleichstellungsfragen und Chancengleichheit nicht als exotische
Randthemen, sondern als integrierenden Teil unserer
Unternehmenskultur. Ich bekenne mich dazu, dass die Stadt Wien auf
allen Ebenen und in allen Bereichen ein Klima der Fairness und der
Chancengleichheit fördert. Gender Mainstreaming ist dabei nicht nur
nach innen gerichtet, sondern auch ein wichtiges Instrument der
KundInnenorientierung", unterstreicht Magistratsdirektor Dr. Ernst
Theimer.
   Frauenstadträtin Sandra Frauenberger, die die neue Kampagne
gemeinsam mit dem Magistratsdirektor initiiert hat, erklärt: "Es ist
nicht immer leicht, die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen von
Frauen und Männern mitzudenken, die geschlechtsspezifischen Wirkungen
abzuschätzen und Maßnahmen zu setzen, die geeignet sind,
Ungleichheiten zu beseitigen. Aber die Erfahrung zeigt, dass es ganz
nach dem Motto 'Sehen Sie's einmal anders' möglich ist,
Diskriminierungen von Frauen oder von Männern zu beseitigen. Es
sollte also eigentlich keinen Anlass mehr für Ausreden geben." 
Zwtl.: Wien ist Vorzeigestadt in Sachen Gender Mainstreaming
   Als einziges Bundesland hat Wien im Jahr 2005 eine eigene
Projektstelle Gender Mainstreaming in der Verwaltungsspitze
eingerichtet. Diese Positionierung von Gender Mainstreaming direkt in
der Konzernspitze hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen. Ergebnisse
finden sich bereits in vielen Aufgabenbereichen der Stadt: bei der
Arbeitsmarktpolitik ebenso wie bei der Gestaltung von öffentlichen
Plätzen, Parkanlagen, Spielplätzen oder Kindergärten. Die größte
Beachtung findet der Gender-Aspekt bislang im Bereich Stadtplanung
und Wohnbau, im Gesundheits- und Jugendbereich und im Stadtgartenamt.
Auch die von der Stadt Wien dotierten Fonds arbeiten nach den
Prinzipien des Gender Mainstreamings. Das Know-How Wiens bei der
Implementierung von Gender Mainstreaming ist international gefragt,
wie viele Einladungen beweisen. Expertinnen der Stadt Wien haben ihre
Erfahrung in viele europäische und amerikanische Städte exportiert. 
Zwtl.: Was bedeutet Gender Mainstreaming?
   Gender Mainstreaming lässt sich nur schwer übersetzen. Im
Unterschied zum biologischen Geschlecht (Englisch: "sex") meint
"gender" das soziale bzw. das anerzogene Geschlecht. "Mainstreaming"
heißt wörtlich "in den Hauptstrom bringen". Gender Mainstreaming
bedeutet also, bei allen Entscheidungen und Planungen die
unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse von Frauen und Männern
zu berücksichtigen - egal, ob es nun um die Gestaltung eines Parks
geht oder um die Ausarbeitung von Qualifizierungs-Programmen im
Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Es geht auch darum, beiden
Geschlechtern gleich viel Platz im öffentlichen Raum zu geben sowie
Chancen, und Verpflichtungen gerecht zu verteilen. "Gender
Mainstreaming ist eine Art Elchtest: Es ist ein zusätzlicher
Qualitätscheck und eine wichtige Entscheidungshilfe, die
sicherstellt, dass auch wirklich die unterschiedlichen Auswirkungen
von Maßnahmen für die verschiedenen NutzerInnengruppen bedacht
werden", so die Projektleiterin Ursula Bauer. (Schluss) lac
Bildmaterial zu dieser Aussendung ist in Kürze unter
www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/ abrufbar.
Rückfragehinweis:
   Büro Stadträtin Sandra Frauenberger
   Mediensprecherin Mag.a Marianne Lackner
   Tel.: +43 1 4000 81853
   marianne.lackner@wien.gv.at
http://www.ots.at/pressemappe/174
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