- 18.02.2010, 08:49:24
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Welttag der Sozialen Gerechtigkeit: Samariterbund fordert gerechte Umverteilung
Langfristiges friedliches Zusammenleben erfordert nationale und internationale Solidarität
Wien (OTS) - Anlässlich des Welttages der Sozialen Gerechtigkeit
am 20. Februar fordert der Samariterbund eine sozial gerechte
Umverteilung in Österreich sowie eine Erhöhung der Budgets für
Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe.
Laut Statistik Austria waren 2008 12,4 Prozent der Bevölkerung,
also über eine Million Österreicher, armutsgefährdet. 6 Prozent der
Österreicher lebten im Jahr 2008 in manifester Armut. Das bedeutet,
dass rund 500.000 Menschen in Österreich es sich nicht leisten
konnten, die Wohnung angemessen warm zu halten, neue Kleidung zu
kaufen, regelmäßige Zahlungen rechtzeitig zu begleichen oder
notwendige Arzt- oder Zahnarztbesuche in Anspruch zu nehmen. Rund die
Hälfte der österreichischen Bevölkerung lebte 2008 in verschuldeten
Haushalten. Insgesamt sei ein Anstieg manifester Armut zu beobachten.
Solidarische Verteilung der Belastungen
"Die Zahlen sind alarmierend. Beschäftigung ist sicher ein
wichtiger Schritt zur Armutsbekämpfung, trotzdem schützt
Erwerbstätigkeit nicht vor Armut. Auch in Österreich nehmen die
'working poor' zu, denn rund 41% aller Armutsgefährdeten im
Erwerbsalter gehen einer bezahlten Arbeit nach. Unselbstständige
Erwerbstätige tragen die Hauptlast des Steueraufkommens.
Vermögenszuwächse bleiben hingegen unversteuert. Dies ist ungerecht
und auf Dauer nicht haltbar", erklärt Franz Schnabl, Präsident des
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs. So seien etwa die Steuern auf
Erwerbsarbeit und Einkommensverwendung in den letzten Jahren viel
stärker gestiegen als Steuern auf Vermögen bzw. Vermögenseinkommen.
Im Gegenteil, einige Elemente der Vermögensbesteuerung wurden sogar
abgeschafft. Man dürfe sich in manchen Fragen - etwa der
Vermögenszuwachssteuer- nicht hinter der Europäischen Union
verstecken, sondern sollte mit gutem Beispiel vorangehen.
"Uns beschäftigt insbesondere die konstant hohe Zahl an manifest
armen Kindern in Österreich und die Tatsache, dass Kinder unter der
Armutsgrenze doppelt so oft krank sind wie Kinder aus der
Mittelschicht", kritisiert Schnabl. "Es ist leider eine statistische
Tatsache: Die armen Kinder von heute sind die chronisch Kranken von
morgen." Da öffentliche Leistungsträger nicht alle Maßnahmen
abdecken, hat der Samariterbund im Jahr 2006 die Wohlfahrtsstiftung
"Fürs Leben" (www.fuersleben.at) gegründet. Sie hilft von Armut
betroffenen Familien, die medizinische Zusatzkosten für ihre Kinder
nicht selbst tragen können. In Wien führt der Samariterbund mehrere
Einrichtungen, um armutsgefährdete Menschen zu unterstützen: Am 1.
Juli 2009 eröffnete der erste Samariterbund-Sozialmarkt.
Darüberhinaus führt der Samariterbund in Kürze bereits drei betreute
Wohnhäuser für Obdachlose.
Europäischer Sozialstaat als moderne Zukunftsvision
Aber auch international sei Solidarität gefragt. In Europa ist
jedes fünfte Kind von Armut betroffen. "Es wäre an der Zeit, die
"Europäische Wirtschaftsgemeinschaft" um eine "Europäische
Sozialgemeinschaft" zu erweitern", fordert Schnabl. International
könne Österreich einen wichtigen Beitrag leisten, indem etwa das
Budget für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) wie vereinbart bis 2010
auf 0,51 % und bis 2015 auf 0,7 % des BNE erhöht wird. "Denn nur
durch Solidarität kann ein langfristiges friedliches Zusammenleben
gesichert werden, " appelliert Schnabl für eine weitsichtige Politik.
Rückfragehinweis:
Karola Foltyn-Binder
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Tel.: 01 89 145-221
[email protected]
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/827
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