- 12.02.2010, 09:00:44
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Dynamik des Wirtschaftswachstums Ende 2009 nicht weiter verstärkt
Wien (OTS/WIFO) - Die Schnellschätzung des WIFO für das IV.
Quartal 2009 ergab einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um real 0,4%
gegenüber der Vorperiode. Damit wuchs die heimische Wirtschaft etwas
schwächer als im III. Quartal (+0,5%). Im Vorjahresvergleich ergibt
sich ein Rückgang von real 1,5%. Insgesamt schrumpfte das BIP nach
diesen vorläufigen Berechnungen 2009 gegenüber 2008 real um 3,6%.
Nach dem Rückgang des österreichischen Bruttoinlandsproduktes bis
zum II. Quartal 2009 setzte im III. Quartal ein Wachstum ein: Die um
Saison- und Arbeitstagseffekte bereinigte Wirtschaftsleistung lag
real um 0,5% über dem Niveau der Vorperiode. Für das IV. Quartal
errechnet das WIFO einen vorläufigen Wert von +0,4%. Damit verstärkte
sich die Wachstumsdynamik vorerst nicht weiter.
Die Erholung des Welthandels belebte die heimische
Exportwirtschaft. Bereits im III. Quartal 2009 stieg der Export
gegenüber dem Vorquartal real um 1,8%. Zum Jahresende hin verlor das
Wachstum etwas an Dynamik (+1,5%). Bestimmt wurde die Entwicklung von
der Warenausfuhr, jedoch nahm auch der Tourismusexport abermals zu.
Der Import wuchs im IV. Quartal 2009 gegenüber dem Vorquartal zwar um
nur 1%, doch war das Vergleichsniveau durch Sondereffekte überhöht
gewesen.
Weiterhin stützt der Konsum die Konjunktur. Saison- und
arbeitstagsbereinigt erhöhten sich die Konsumausgaben der privaten
Haushalte im IV. Quartal gegenüber dem Vorquartal real um 0,3%,
ebenso stark wie in den zwei Quartalen zuvor. Zwar verschlechterte
sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt kontinuierlich, doch entfalten die
Konjunktur- und Arbeitsmarktpakete mehr und mehr ihre Wirkung.
Die Nachfrage nach Investitionsgütern ist nach wie vor flau,
allerdings verlangsamt sich der Rückgang. Die
Ausrüstungsinvestitionen verringerten sich gegenüber dem Vorquartal
real um 1,9%, nach -2,6% im II. und -2,2% im III. Quartal. Auch im
IV. Quartal sanken die Investitionen in Fahrzeuge stärker als jene in
Maschinen und Elektrogeräte.
Wie die Ausrüstungsinvestitionen waren die Bauinvestitionen
neuerlich rückläufig, die Abwärtsdynamik lässt aber auch hier
schrittweise nach. Im IV. Quartal 2009 wurde mit -0,9% gegenüber dem
Vorquartal der siebente Rückgang in Folge verzeichnet. Die
Investitionen in Wohnbauten schrumpften mit -0,7% weniger stark als
jene in andere Bauwerke (-1,1%).
Am stärksten profitierte von der Erholung im 2. Halbjahr 2009 die
Sachgütererzeugung. Ihre Wertschöpfung stieg, nach dem Einbruch im 1.
Halbjahr 2009, im III. Quartal gegenüber der Vorperiode real um 2,0%,
im IV. Quartal um 1,4%.
Übersicht 1: WIFO-Schnellschätzung zur vierteljährlichen
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12)
Methodische Hinweise und Kurzglossar
Periodenvergleiche
Zeitreihenvergleiche gegenüber der Vorperiode, z. B. dem
Vorquartal, werden um jahreszeitlich bedingte Effekte bereinigt. Dies
schließt auch die Effekte ein, die durch eine unterschiedliche Zahl
von Arbeitstagen in der Periode ausgelöst werden (etwa Ostern). Im
Text wird von "saison- und arbeitstägig bereinigten Veränderungen"
gesprochen.
Die Formulierung "veränderte sich gegenüber dem Vorjahr . . ."
beschreibt hingegen eine Veränderung gegenüber der gleichen Periode
des Vorjahres und bezieht sich auf unbereinigte Zeitreihen.
Die Analyse der saison- und arbeitstägig bereinigten Entwicklung
liefert genauere Informationen über den aktuellen Konjunkturverlauf
und zeigt Wendepunkte früher an. Die Daten unterliegen allerdings
zusätzlichen Revisionen, da die Saisonbereinigung auf statistischen
Methoden beruht.
Reale und nominelle Größen
Die ausgewiesenen Werte sind grundsätzlich real, also um
Preiseffekte bereinigt, zu verstehen. Werden Werte nominell
ausgewiesen (z. B. Außenhandelsstatistik), so wird dies eigens
angeführt.
Inflation, VPI und HVPI
Die Inflationsrate misst die Veränderung der Verbraucherpreise
gegenüber dem Vorjahr. Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist ein
Maßstab für die nationale Inflation. Der Harmonisierte
Verbraucherpreisindex (HVPI) ist die Grundlage für die vergleichbare
Messung der Inflation in der EU und für die Bewertung der
Preisstabilität innerhalb der Euro-Zone (siehe auch
http://www.statistik.at/).
WIFO-Konjunkturtest und WIFO-Investitionstest
Der WIFO-Konjunkturtest ist eine monatliche Befragung von rund
1.100 österreichischen Unternehmen zur Einschätzung ihrer aktuellen
und künftigen wirtschaftlichen Lage. Der WIFO-Investitionstest ist
eine halbjährliche Befragung von Unternehmen zu ihrer
Investitionstätigkeit (http://www.itkt.at/). Die Indikatoren sind
Salden zwischen dem Anteil der positiven und jenem der negativen
Meldungen an der Gesamtzahl der befragten Unternehmen.
Arbeitslosenquote
Österreichische Definition: Anteil der zur Arbeitsvermittlung
registrierten Personen am Arbeitskräfteangebot der Unselbständigen.
Das Arbeitskräfteangebot ist die Summe aus Arbeitslosenbestand und
unselbständig Beschäftigten (gemessen in
Standardbeschäftigungsverhältnissen). Datenbasis: Registrierungen bei
AMS und Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.
Definition gemäß ILO und Eurostat: Als arbeitslos gelten Personen,
die nicht erwerbstätig sind und aktiv einen Arbeitsplatz suchen. Als
erwerbstätig zählt, wer in der Referenzwoche mindestens 1 Stunde
selbständig oder unselbständig gearbeitet hat. Personen, die
Kinderbetreuungsgeld beziehen, und Lehrlinge zählen zu den
Erwerbstätigen, nicht hingegen Präsenz- und Zivildiener. Die
Arbeitslosenquote ist der Anteil der Arbeitslosen an allen
Erwerbspersonen (Arbeitslose plus Erwerbstätige). Datenbasis:
Umfragedaten von privaten Haushalten (Mikrozensus).
Begriffe im Zusammenhang mit der österreichischen Definition der
Arbeitslosenquote
Personen in Schulungen: Personen, die sich zum Stichtag in
AMS-Schulungsmaßnahmen befinden. Für die Berechnung der
Arbeitslosenquote wird ihre Zahl weder im Nenner noch im Zähler
berücksichtigt.
Unselbständig aktiv Beschäftigte: Zu den "unselbständig
Beschäftigten" zählen auch Personen, die Kinderbetreuungsgeld
beziehen, sowie Präsenz- und Zivildiener mit aufrechtem
Beschäftigungsverhältnis. Zieht man deren Zahl ab, so erhält man die
Zahl der "unselbständig aktiv Beschäftigten".
Rückfragehinweis:
Dr. Marcus Scheiblecker
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-245 * Fax. +43 1 798 93 86
mailto:[email protected]
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/235
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