Wien (OTS/SK) - Anlässlich des morgen weltweit stattfindenden
Safer Internet Day unter dem Motto "Erst denken - dann posten!"
verlangt SPÖ-Konsumentenschutzsprecher und Vorsitzender des
Datenschutzrates Johann Maier gesetzliche Rahmenbedingungen für
Online-Netzwerke und eine Aufklärung als zentrale Bildungsaufgabe.
Insbesondere müsse die Sensibilität von Jugendlichen im Umgang mit
persönlichen Daten im Internet massiv verstärkt werden. "Das
europäische Datenschutzrecht stammt aus einer Zeit, in der es noch
kein Web 2.0 gab. Die Probleme von sozialen Netzwerken waren damals
unbekannt. Daher muss die Politik reagieren und sich nachhaltig mit
der Globalisierung der Kommunikation und ihren Risiken - insbesondere
für junge Menschen - neu auseinandersetzen", so Maier am Montag
gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.****
Ein besonderer Dorn im Auge sind dem SPÖ-Konsumentschutzsprecher die
Nutzungsbedingungen und die Ignoranz von sozialen Netzwerken
hinsichtlich geltender europäischer Datenschutzbestimmungen. "Es kann
nicht sein, dass soziale Netzwerke wie My Space oder Facebook nach
dem Motto - dem Betreiber alle Rechte, dem Verbraucher bleibt das
Schlechte - verfahren", so Maier. Daher fordert der
SPÖ-Konsumentenschutzsprecher und Vorsitzende des Datenschutzrates
dringend ein Verbot der Weitergabe von persönlichen Daten und mehr
Information über zunehmende Sicherheitsprobleme. Insbesondere sollen
"Web 2.0"-Nutzer die Kontrolle über einmal veröffentlichte Daten
stets behalten. "Allein die Verbraucher sollen das Recht haben, für
selbsterzeugte Inhalte ein Verfallsdatum vorzusehen und
personenbezogene Daten auf Wunsch wieder löschen zu können", erklärte
Maier.
Maier unterstützt daher die designierte EU-Kommissarin Viviane
Reding mit der Forderung nach der Sicherstellung von Rechten der
Betroffenen bei der Nutzung des Internets, insbesondere bei der
Kontrolle und Löschung von Daten. "Man kann Datenschutz und
Privatsphäre nicht gesetzlich verordnen, aber die Politik kann und
muss die Datenschutzvorschriften in einem modernen und umfassenden
Rechtsinstrument zusammenfassen, damit personenbezogene Daten
maximalem Schutz unterliegen", betonte der Vorsitzende des
Datenschutzrates. In diesem Zusammenhang erinnerte Maier an eine
parlamentarische Entschließung des österreichischen Nationalrates vom
9. Juli 2009 betreffend "Schutz von Kindern bei der Nutzung des
Internets und anderer Kommunikationstechnologien (Safer Internet)".
Hintergrund für die einstimmig beschlossene Entschließung ist die
Tatsache, dass bereits 74 Prozent der Kinder in der Europäischen
Union im Alter zwischen 12 und 15 Jahren das Internet mindestens drei
Stunden täglich nutzen. Ziel ist die Förderung der sicheren Nutzung
des Internets und anderer Kommunikationstechnologien und die
Bekämpfung illegaler Inhalte.
Der morgen weltweit stattfindende Safer Internet Day unter dem Motto
"Think B4 U post" richtet sich insbesondere an jugendliche "Web
2.0"-Nutzer. "Neben der Verhinderung von Datenmissbrauch im Internet
und dem Schutz der Privatsphäre ist die Aufklärung als
Bildungsaufgabe die zentrale Herausforderung einer globalisierten
Kommunikation", erklärte der SPÖ-Konsumentenschutzsprecher
abschließend. (Schluss) sv
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OTS0142 2010-02-08/13:18
081318 Feb 10
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