Wien (OTS/SK) - Als erdrückenden Beweis für das Angebot einer
weiblicher Genitalverstümmelung erachtet Petra Bayr, Sprecherin der
Österreichischen Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung und
entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, den Mailverkehr zwischen
der profil-Journalistin Elfriede Hammerl und dem Beautycenter in
Sopron: "Der Mailverkehr zwischen der recherchierenden Journalistin
und dem Beautycenter, der im heutigen profil auszugsweise abgedruckt
ist, wirft eindeutig die Frage auf, welcher andere chirurgische,
nicht medizinisch gebotene Intimeingriff bei einer Minderjährigen
gemeint sein kann, wenn nicht FGM (Female Genital Mutilation). Aus
meiner Sicht ist jeder nicht-medizinisch begründete Eingriff im
Genitalbereich, der dazu angetan ist, Mädchen und minderjährige junge
Frauen durch "Korrekturen an der Klitoris" in der Wahrnehmung ihrer
Sexualität zu beeinträchtigen, eine schwere Körperverletzung. Bei
einer solchen ist eine Anzeige nicht vonnöten, es ist zu erwarten,
dass die Staatsanwaltschaft von sich aus aktiv wird."
"Wenn nun zusätzliche als die vorgelegten Beweise gefordert
werden ist dies stark hinterfragenswürdig. Es wird doch wohl niemand
erwarten, dass es erst 'herzeigbare Opfer' geben muss, bevor die
Justiz in diesem Fall tätig wird", ist Bayr empört und schließt auch
die gemutmaßten Übersetzungsfehler als Quelle des Irrtums aus. "Die
gesamte Mailkonversation zwischen der Schönheitsklinik und der
Journalistin wurde auf Deutsch geführt. Es war immer klar, wovon die
Rede war." Eben diese Email-Konversation legt die Vermutung nahe,
dass es sich um FGM handelt.
Als bedauerlich bezeichnet Bayr, dass es seit über einer
Woche keinerlei Reaktion seitens der ungarischen Botschaft auf ihr
Schreiben vom 30. Jänner gibt. "Wo und wie immer es möglich ist,
zukünftig Frauen diese Menschenrechtsverletzung zu ersparen, sollte
es gemeinsame konstruktive Aktivitäten geben. Und solange der
Verdacht nicht vollständig ausgeräumt ist, dass die Soproner Klinik
weibliche Genitalverstümmelung durchführt, halte ich Schweigen für
unangebracht", so Bayr abschließend. (Schluss) as/mp
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OTS0065 2010-02-08/10:27
081027 Feb 10
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