Innsbruck (OTS) - In den vergangenen Tagen donnerten in Österreich
Hunderte Lawinen zu Tal. Die meisten davon unbemerkt. Schäden, die
sie eventuell an Almen, Weidezäunen oder Wäldern angerichtet haben,
apern erst im Frühjahr aus. Die Öffentlichkeit nimmt indes nur den
anderen, zahlenmäßig kleineren Teil der Lawinenabgänge wahr: jene
Schneebretter, die bis in bewohntes Gebiet vordringen, Liftanlagen
bedrohen und im schlimmsten Fall gar Menschen mitreißen.
Um Letzteres möglichst zu verhindern, ließen die Experten des
Tiroler Lawinenwarndienstes in der Vorwoche keine Gelegenheit aus, um
vor der absolut unberechenbaren Situation zu warnen. Sie verhängten
Lawinenwarnstufe vier, machten immer wieder auf die große Gefahr
aufmerksam, die abseits der gesicherten Pisten lauert.
In der Vorwoche kamen allein in Österreich acht Menschen unter
Lawinen zu Tode. Dutzende konnten von Rettern gerade noch rechtzeitig
ausgegraben werden. Man möchte meinen, dass diese Tatsache den fast
verzweifelten Warnungen der Experten zusätzlichen Nachdruck verleiht.
Mitnichten! Auch am vergangenen Wochenende ließen unzählige
Wintersportler, Einheimische genauso wie Touristen, die sicheren
Pisten für eine Variantenfahrt hinter sich oder unternahmen eine
Skitour. Nicht einmal widrigste äußerste Bedingungen konnten sie
davon abhalten.
Das hat nichts mit Mut zum Risiko oder Abenteuerlust zu tun,
sondern ist eine sträfliche Missachtung alpiner Verhaltensregeln, die
nicht länger toleriert werden darf. Es kann nicht sein, dass einige
Wenige des bloßen Kicks wegen ihr eigenes Leben und, was noch viel
schwerer wiegt, auch das der vielen freiwilligen Helfer riskieren,
ohne dass sie dafür zur Verantwortung gezogen werden.
Deshalb gehört diese Unvernunft endlich bestraft.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610
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OTS0046 2010-02-07/17:43
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