• 04.02.2010, 13:02:32
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Bayr: Tausende Frauen in Österreich Opfer von Genitalverstümmelung

Internationaler Tag gegen FGM am 6. Februar - Internet-Plattform www.stopFGM.net

Wien (OTS/SK) - "Unser Auftrag ist es, dem psychischen und
physischen Schmerz, den Millionen von Frauen und Mädchen durch
weibliche Genitalverstümmelung erleiden, ein Ende zu bereiten",
betonte SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung Petra Bayr
heute, Donnerstag, im Rahmen einer Pressekonferenz zum
Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) am 6.
Februar - zusammen mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, der
Wiener Frauengesundheitsbeauftragten Beate Wimmer-Puchinger, und Dr.
Nesrin Sayed-Ahmed. Bayr, die auch die Initiatorin der
Österreichischen Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung
(www.stopFGM.net) ist, betonte: "FGM ist eine
Menschenrechtsverletzung, die nicht nur Millionen von Frauen in
afrikanischen, arabischen und asiatischen Ländern betrifft. Durch
Migration wird der Kampf gegen FGM auch in Europa immer aktueller -
derzeit sind in Österreich etwa 6.000 bis 8.000 Frauen betroffen."
Freilich gibt es kaum genaue und offizielle Zahlen. ****

Bayr: "Weibliche Genitalverstümmelung ist oft nicht religiös bedingt,
sondern entsteht aus einer 5.000 Jahre alten Tradition. Oft meinen
die Eltern sogar, ihren Kindern damit etwas Gutes zu tun." Umso
wichtiger seien daher bewusstseinsbildende Maßnahmen.
Frauenministerin Heinisch-Hosek meint in diesem Zusammenhang:
"Genitalverstümmelung ist eine sehr schwere Menschenrechtsverletzung.
Als Frauenministerin ist mir die Unterstützung der Betroffenen sehr
wichtig." Daher unterstütze sie auch verschiedene Beratungsangebote,
die den Frauen Hilfestellungen anbieten.

Stärkere Vernetzung der Akteure - Europäische Kampagne wird am
17.2. gestartet

"Wir haben es geschafft, die Akteurinnen und Akteure im Kampf gegen
FGM noch stärker zu vernetzen - regional, national und
international", zeigt sich Bayr stolz auf die Kooperation im letzten
Jahr, zum Beispiel mit dem österreichischen
UN-Menschenrechtsbeauftragten Manfred Nowak, mit Gesundheitsminister
Alois Stöger und zahlreichen Nichtregierungsorganisationen. So wurde
etwa veranlasst, Info-Broschüren zu FGM an weitere 1.300 Ärztinnen
und Ärzte in Österreich zu verschicken, um das Bewusstsein von Eltern
möglicher betroffener Mädchen zu erhöhen. Österreich beteiligt sich
zudem an einer internationalen Initiative mit Amnesty International.
Am 17.2. wird die europäische Kampagne gegen FGM im Rahmen einer
Kick-Off-Veranstaltung im Parlament präsentiert.

"Es freut mich auch, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger
sensibilisiert werden", so Bayr. So wurde beispielsweise kürzlich
eine grenznahe Beauty-Salon-Einrichtung entdeckt, die unter dem Titel
"Beschneidung" auch weibliche Genitalverstümmelungen durchführt und
gegen die nun auch vorgegangen wird. "Es ist nicht hinzunehmen, dass
Frauen durch solche Eingriffe ihr Leben lang die Lust an Sexualität
geraubt wird", so Bayr.
Auf der Plattform www.stopFGM.net haben sich bereits mehr als 1.000
Menschen auf einer Unterschriftenliste gegen FGM eintragen,
andererseits bietet die Plattform eine Anlaufstelle für
wissenschaftliche Arbeiten zum Thema FGM. (Schluss) as

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/199

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