- 20.01.2010, 09:37:26
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Endergebnis Wiener Vogelzählung: Kohlmeise voran
Wien (OTS) - Das Kopf-an-Kopf-Rennen von Saatkrähe, Spatz und
Meise ist entschieden: mit 1.978 gezählten Vögeln steht die Kohlmeise
an der Spitze der ersten großen Wintervögelzählung, die von
Umweltstadträtin Ulli Sima und BirdLife initiiert wurde. Auf den
weiteren Plätzen: Die Saatkrähe mit 1.772 und der Haussperling mit
gezählten 1.059 Vögeln.
Insgesamt haben die Wienerinnen und Wiener 11.484 Vögel gezählt.
Hunderte Menschen in Wien sind dem Aufruf zur "Stunde der
Wintervögel" gefolgt und haben in Gärten, Parks und auf Balkonen eine
Stunde lang die Vogelwelt beobachtet. 400 Meldungen sind seit dem
Zähltag, am 6.1.2010, bei BirdLife eingegangen. Umweltstadträtin Ulli
Sima freut sich "über das große Engagement und das Bewusstsein der
Wienerinnen und Wiener für Umwelt, Natur und Artenvielfalt," und
sieht die Arbeit und Programme der Stadt Wien in diesen Bereichen
bestätigt.
"Ohne den Einsatz der Wiener und WienerInnen wäre diese
Vogelzählung nicht zustande gekommen", freut sich auch Gerald
Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife, über die gelungene Aktion.
Kohlmeise bei 8 von 10 Beobachtungen mit dabei
Die meisten Vögel wurden in der Donaustadt gesichtet und erfasst
(1.463), knapp dahinter folgen die Bezirke Floridsdorf (1.326 Vögel)
und Penzing mit 1.100 gezählten Vögeln. Durchschnittlich zählten die
WienerInnen 30 Vögel pro Garten. Die Kohlmeise war bei 80 Prozent der
gemeldeten Beobachtungen mit dabei. Das überrascht die Ornithologen
nicht, denn die Kohlmeise profitiert besonders von Winterfütterung
und Nistkästen. Die zwischenzeitlich an erster Stelle platzierte
Saatkrähe wurde vergleichsweise nur bei jeder dritten Zählung
registriert, dann allerdings mit einer sehr hohen Individuenzahl.
Weitere Gartenvögel fühlen sich offensichtlich im Wiener Stadtgebiet
ebenso gut aufgehoben: Die Blaumeise in jedem zweiten Garten, der
Buntspecht besucht Fütterungen auf 45 Prozent der beobachteten
Grünflächen und der Grünling wurde in 41 Prozent der beobachteten
Parks und Gärten festgestellt.
Auch seltene Vogelarten wurden in Wien festgestellt
Überrascht wurden Beobachter im 2. und 11. Bezirk: Drei
Sakerfalken kreisten über dem Augarten und dem Zentralfriedhof. Der
Sakerfalke ist eine seltene und weltweit vom Aussterben bedrohte
Greifvogelart. Er brütet nur im Osten Österreichs mit lediglich 15-20
Paaren. BirdLife Österreich bemüht sich seit Jahren um den Schutz
dieser Besonderheit. Ein besonderes Naturschauspiel bot außerdem ein
Trupp Saatgänse, der über dem 11. Bezirk gesichtet wurde. Zentrumsnah
im Stadtpark wurden 380 Stockenten erfasst, sowie in etlichen anderen
gewässernahen Bezirken die im Winter häufigen Lachmöwen (267 Vögel).
Vogelzählung wichtiger Ergebnis-Indikator für Vogelbestände
Die Reihung der häufigsten Vogelarten ist vor allem langfristig
gesehen ein Indikator für die Veränderung des Lebensraums Stadt. Die
gewonnenen Daten können so auch als Frühwarnsystem für
Bestandsrückgänge verwendet werden. Ein erfreuliches Beispiel für die
Ergebnisse der Wiener Vogelzählung ist, dass die Amsel wieder
häufiger vorkommt und in fast zwei Drittel aller Wiener Gärten
beobachtet werden konnte. Der Vergleich mit der am gleichen Tag in
München durchgeführten Vogelzählung zeigt, dass der Haussperling
(Spatz) in Wien häufiger als in München vorkommt. Die
Datenauswertung der seit 2005 in München stattfindenden Vogelzählung
hat einen rapiden Rückgang der Spatzenart gezeigt. Während er in Wien
auf Platz drei der Rangliste zu finden ist, erreicht er in München
dieses Jahr nur noch Platz sechs.
Vogelschutz wird ernst genommen
Wien weist eine vielfältige Vogelwelt auf, fast alle Vögel Wiens
und deren Lebensräume sind unter Schutz gestellt. Die fachlichen und
rechtlichen Arbeiten dazu leistet die Wiener Umweltschutzabteilung -
MA 22. Bereits 2009 veröffentlichte die Wiener Umweltschutzabteilung
gemeinsam mit BirdLife Österreich den "Wiener Brutvogelatlas", eine
detaillierte Studie zur Vogelwelt Wiens in der Brutzeit. Auch hier
konnten wichtige Zählergebnisse mit Hilfe von vogelinteressierten
BürgerInnen vervollständigt werden. "Derartige Vogelstudien sind sehr
aufwändig, da sie allein für die Datensammlung einen enormen
Stundenaufwand benötigen", so Teufelbauer. "Das Citizen
Science-Konzept, die Einbindung von ehrenamtlichen Helfern in
wissenschaftlichen Studien, wird seit Jahrzehnten in vielen
europäischen Ländern und in Nordamerika erfolgreich angewendet. Die
Ergebnisse solcher Projekte werden aufgrund hoher Teilnehmerzahlen
aussagekräftig und mögliche Fehlerquellen dadurch irrelevant".
Alle TeilnehmerInnen erhalten Ergebnisbericht
Unter den TeilnehmerInnen wurden ein Premium Vogelfütterungs-Set
mit verschiedenen Futtersäulen-Modellen samt Futter, sowie mehrere
Exemplare des Wiener Brutvogelatlas verlost.
Alle TeilnehmerInnen bekommen den Ergebnisbericht der Wiener
Wintervogelzählung zugeschickt. Weitere detaillierte Ergebnisse zur
Stunde der Wintervögel sind unter www.birdlife.at zu finden. Die
Stunde der Wintervögel ist eine Aktion von BirdLife Österreich,
Umweltstadträtin Ulli Sima und der Wiener Umweltschutzabteilung - MA
22. In Kooperation mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern
(LBV).
Rückfragehinweis:
Mag. Johannes Angerer Mediensprecher Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima Tel.: +43 1 4000 81359 Mobil: +43 676 8118 81 359 E-Mail: [email protected] www.natuerlich.wien.at Mag. Bettina Klöpzig, Pressesprecherin, BirdLife Österreich Tel: +43 1 523 46 51 - 90 Mobil: +43 69914034470 E-Mail: [email protected] www.birdlife.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174
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