OTS0183   19. Jan. 2010, 13:31

JUGENDVERTRETUNG: Integration durch Strafe ist falscher Ansatz

Viele unkonkrete Punkte und drastische Verschärfungen ortet die BJV im Nationalen Aktionsplan für Integration.


Die Bundesjugendvertretung (BJV) zeigt sich
unzufrieden mit der Vorgangsweise und dem Ergebnis des NAP, bei dem
die berechtigten Einwände zahlreicher NGOs nicht berücksichtigt
worden sind. Heftig kritisiert die BJV die Auswirkungen des
Nationalen Aktionsplans auf junge Menschen: "Eine der deutlichsten
Verschärfungen zum Ursprungsentwurf betrifft Jugendliche zwischen 18
und 21 Jahren. Ihnen mit dem Entzug der Familienbeihilfe zu drohen,
ist ein sehr drastisches Vorgehen, vor allem wenn man sich die
aktuelle Lage am Arbeitsmarkt und im Bildungsbereich ansieht. So kann
man Integration sicher nicht erzwingen", betont BJV-Vorsitzende
Magdalena Schwarz.
Die BJV fordert von der Bundesregierung einen anderen Zugang zu
Zuwanderung und das Bekenntnis, dass Integration nicht einseitig
erfolgen kann. "Wie aus dem NAP hervorgeht, wäre es der
Innenministerin am liebsten, würden sich ZuwanderInnen bereits im
Vorfeld von ihrem Heimatland aus selbst integrieren. Zum Beispiel
mittels Deutschkursen, wo die Problematik um Finanzier- und
Zugänglichkeit hartnäckig ignoriert wird", so die Vorsitzende.
Letztendlich sei der NAP vorwiegend restriktiv und vage. Neben
fehlender konkreter Maßnahmen bleiben viele Fragen unbeantwortet: Was
genau versteht die Innenministerin unter "höher Qualifizierten"? Wie
soll der bessere Zugang zum Arbeitsmarkt genau aussehen? Was müssen
Jugendliche "leisten", um Familienbeihilfe nicht zu verlieren?
"Wir fordern die Innenministerin auf, diese Punkte klar zu stellen",
so Schwarz abschließend.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0183 2010-01-19 13:31 191331 Jän 10 BJV0001 0249



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Rückfragehinweis: Bundesjugendvertretung
Mag.a Nicole Pesendorfer
Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0676/ 880 111 048
nicole.pesendorfer@jugendvertretung.at

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