• 07.01.2010, 09:00:26
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  • OTS0013 OTW0013

Rolle der Hochschulen für die Patent-aktivitäten österreichischer Unternehmen

Wien (OTS) - Unternehmerische Erfindungen sind neben eigenen
Forschungsaktivitäten häufig auch auf externe Wissensquellen und
Impulsgeber zurückzuführen. Immer häufiger greifen Unternehmen im
Innovationsprozess auf das Wissen von Hochschulen und
außeruniversitären Forschungseinrichtungen zurück. Eine Analyse des
WIFO auf Basis von 970 österreichischen Unternehmen zeigt, dass der
aktive Wissenstransfer von den Universitäten zu den heimischen
Unternehmen (in Form von F&E-Kooperationen, Zukauf von Wissen und
Auftragsforschung) bei gegebenen internen F&E-Aktivitäten eine
Verdopplung der unternehmerischen Patentanmeldungen zur Folge hat.

Die Untersuchung der Rolle der Hochschulen für die
Patentaktivitäten österreichischer Unternehmen befasst sich mit drei
Kanälen für den Erwerb von externem Wissen Zukauf von externem
Wissen, F&E-Kooperationen und Outsourcing von F&E und vier
verschiedenen Partnern Industrieunternehmen, Universitäten,
Fachhochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen, jeweils im
In- und Ausland. In Österreich sind die häufigsten Formen des Bezugs
von externem Wissen F&E-Kooperationen (65% der Nennungen) vor
Outsourcing von F&E (Auftragsforschung; 31% der Nennungen) und dem
Zukauf von externem Wissen (15%). Die Analyse auf Basis einer
Stichprobe von 970 österreichischen Unternehmen im Jahr 2008
beleuchtet erstmals für Österreich den empirischen Zusammenhang
zwischen externen Wissensquellen und den Patentaktivitäten
österreichischer Unternehmen.

Gemäß den ökonometrischen Ergebnissen (Zähldatenmodell auf Basis
einer negativen Binomialverteilung mit einem hohen Anteil an
Nullwerten, d. h. an Unternehmen ohne Patentanmeldungen) bewirkt der
Bezug von externem Wissen von Universitäten bei gegebenen
F&E-Aktivitäten eine Steigerung der Patentanmeldungen. Unternehmen,
die eine F&E-Kooperation mit Universitäten eingehen, haben bei
gegebenen F&E-Aktivitäten (Anteil der F&E-Arbeitskräfte an den
Gesamtbeschäftigten eines Unternehmens) doppelt so viele Patente
angemeldet wie Unternehmen ohne F&E-Kooperation. Wie die Verteilung
der Patentanmeldungen zeigt, sind unter den kooperierenden
Unternehmen weniger Unternehmen ohne Patente und mehr Unternehmen mit
überproportional vielen Patenten vertreten als unter den nicht
kooperierenden Unternehmen (Übersicht 1). Dagegen hat der Bezug von
externem Wissen von außeruniversitären Forschungsinstituten,
Fachhochschulen oder anderen Unternehmen keinen Einfluss auf die
Patentaktivitäten österreichischer Unternehmen. Die wirksamste
Strategie, die Patentaktivitäten der Unternehmen zu erhöhen, ist eine
F&E-Kooperation mit heimischen und/oder ausländischen Universitäten.
Dabei haben F&E-Kooperationen mit heimischen Universitäten einen
gleich starken Einfluss auf Patentanmeldungen wie jene mit
ausländischen Universitäten. Ein Zukauf von Wissen von heimischen
Universitäten und/oder die Vergabe der Auftragsforschung an heimische
Unternehmen erhöht ceteris paribus ebenfalls die Patentanmeldungen,
nicht aber von bzw. an ausländische Unternehmen.
Jedem angemeldeten Patent gehen hohe Forschungsaufwendungen voraus.
Eine Erhöhung der F&E-Aktivitäten (gemessen am Anteil des
F&E-Personals an der Gesamtbeschäftigung der Unternehmen) um 10%
steigert die Patentanmeldungen um 7,4%.

Übersicht 1: Verteilung der Patentanmeldungen von Unternehmen mit und
ohne F&E-Kooperation mit Universitäten 2005/2007

Unternehmen mit          Unternehmen ohne 
                    F&E-Kooperation          F&E-Kooperation 
                    mit Universitäten        mit Universitäten

                Unternehmen     Anteile   Unternehmen    Anteile
                                in %                     in %
Patentanmeldungen     
0                       237     44                358    71
1                        72     13                 63    12
2                        67     13                 40     8
3                        37      7                 17     3
4                        24      4                  4     1
5                        18      3                  6     1
6 bis 10                 35      7                  6     1
11 bis 20                20      4                  8     2
21 bis 50                13      2                  4     1
Mehr als 50              12      2                  1     0
    
Insgesamt                535    100                507  100

Tabellen und Graphiken zu den Presseaussendungen des WIFO finden Sie
jeweils auf der WIFO-Website,
http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12

Rückfragehinweis:
Dr. Martin Falk, Tel. (1) 798 26 01/226, [email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/235

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WFO

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